Caecilia
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Zitat von acre:Das finde ich übrigens interessant. Hier im Forum wird ja oft geschrieben, dass man mit dem nötigen Abstand eine bessere Sicht bekommt und seinen eigenen Anteil sieht. Für mich stellt sich da immer die Frage, sieht man seinen eigenen Anteil wirklich, oder legitimiert man diese große Verletzung mit Gründen, um sie ...
Interessante These.Ist bei mir glaube ich nicht so.
Ich sehe meine eigenen Anteile und reflektiere mich dahingehend, allerdings glaube ich nicht, dass ich dadurch die Verletzung besser verarbeiten kann - das könnte aber auch daran liegen, dass für mich gar nicht die Tatsache, sondern vor allem die Art der Trennung am schlimmsten ist und mit dieser haben ja etwaige Fehler von meiner Seite nicht oder nur sehr bedingt etwas zu tun (würde ich mal denken). Oder glaubt jemand, dass eine Trennung fairer abläuft, wenn man vorher in der Beziehung weniger "Fehler" gemacht hätte? Dann würde sich doch der Partner eher überhaupt nicht trennen.
Ich habe daher, wenn ich über meine Fehler nachgrüble, eher so Phasen, in denen ich denke, dass ich, wenn ich vielleicht bestimmte Fehler nicht gemacht hätte, die Trennung hätte verhindern können. Diese Gedanken bringen einen aus meiner Sicht aber überhaupt nicht weiter und man dreht sich im Kreis - es ist ja nun nicht mehr zu ändern.
Ich versuche dann eher, diese Gedanken ins Positive umzulenken, dahingehend, dass ich plane, diese Fehler in einer etwaigen Folgebeziehung nicht mehr zu machen.
Außerdem denke ich viel über die Frage nach, wie unsere Beziehung, mit ihren guten und schlechten Seiten, mit ihren Pros und Cons, mit unser beider guten Eigenschaften sowie Fehlern und Schwächen, im Vergleich zu anderen langjährigen Beziehungen einzuordnen ist, die eben nicht auseinandergehen - soweit man das überhaupt so rational beurteilen kann:
Haben bei uns gegenüber diesen schon eher die schlechten Seiten überwogen oder sind diese Beziehungen, die eben nicht auseinandergehen, nicht per se "besser" als unsere? Hat es was damit zu tun, wie man die Qualität einer Beziehung bewertet (das ist wahrscheinlich bei objektiv gleicher Qualität bei verschiedenen Personen sehr unterschiedlich, je nachdem, wie man bestimmte Aspekte gewichtet)? Hat es was damit zu tun, wie stark einer der Partner seine Bedürfnisse im Vergleich zu denen anderer, insbesondere der Kinder, gewichtet? Ist es bis zu einem gewissen Teil auch Zufall (Next läuft über den Weg oder eben nicht)? Oder würde ein solcher "trennungsbereiter" Partner auf jeden Fall früher oder später eine Next finden?
Fragt Ihr Euch solche Dinge auch?