Zitat von Zitronenfalter2:Genauso haben wir das gesparte Geld zum Trennungszeitpunkt aufgeteilt.
Gut, dass Ihr das gemacht habt. Ich finde, Du bist da sehr klar, anders als Dein Ex oder Mann. Denn an der Situation hat sich ja bis heute nichts verändert - er möchte nur mehr Geld behalten. Aber warum?
Der Trennungszeitpunkt ist entscheidend - was er mit seinem (theoretischen) Anteil gemacht hat, wie Maler etc., ist ja seine Sache.
Wenn er Boni etc. bekommt und dann mehr Unterhalt zahlen muss, dann muss er das eben nur, weil er durch die Boni auch mehr Geld hat. Das mag ein Batzen sein, ok. Mich erinnert das an Leute, die wahnsinnig jammern, weil sie hohe Steuern zahlen. Das mag einem nicht gefallen, aber man zahlt die hohen Steuern ja nur, weil man zuvor noch viel, viel mehr verdient hat. Ich freue mich auch nicht über hohe Steuern, aber ich WEISS doch, dass ich eben auch mehr verdient habe. Genauso Dein Mann - hohe Boni etc. = hoher Verdienst zuerst = mehr Unterhalt danach, ist doch logisch.
In schwierigen Gesprächen, auf die man sich vorbereiten kann, hat mir oft eine Technik geholfen, die "
Gesprungene Schallplatte" heißt. Ist die einzige Rhetorik-Technik, die ich mir je merken konnte, und ich empfehle sie allen. Hintergrund: Gerade bei emotionalen Gesprächen kommt man oft von Hölzken auf Stöcksken und verlässt den direkten Weg.
Beispiel: Ein Gespräch findet zu Finanzen statt, der Mann will aushandeln, weniger zu zahlen, ich will das nicht. Das muss ich mir am besten vorher klarmachen und mir 1-2 Sätze bereitlegen, die das festhalten, zum Beispiel hier: "Wir haben den Unterhalt berechnet, zum Zeitpunkt der Trennung. Das gilt, das sind die gesetzlichen Sätze. Es gibt nichts nachzuverhandeln."
Im Gespräch kommen vielleicht Antworten wie "Aber Du hast ja auch das Auto ...", "Das Vermögen stimmt ja schon gar nicht mehr, das ist viel weniger." "Die Boni dürfen da nicht mitzählen, die sind doch einmalig." oder was auch immer.
Es reicht echt sehr oft - für Euch getestet - , wenn Ihr Eure Argumente wie eine gesprungene Schallplatte, freundlich, höflich wiederholt und Euch nicht auf die Nebenwege begebt, Beispiel: "Ja, das stimmt, aber wir haben den Unterhalt berechnet, zum Zeitpunkt der Trennung. Das gilt .... " Etc.
Das liest sich seltsam und es fühlt sich komisch an, weil man selbst ja nicht genau weiß, was man fühlt, oder weil man ein gutes Gespräch will, aber ich würde empfehlen, das mal auszuprobieren.
Nicht auf Nebenwege gehen. Das mit dem Auto kann man separat besprechen (nur im Beispiel). Das kann man auch erwähnen und direkt weitermachen mit der gesprungenen Schallplatte: "Wir können separat über das Auto sprechen, aber den Unterhalt haben wir berechnet zum Zeitpunkt der Trennung. Das gilt ... " usw.