Zitat von Susi01: - Ein Vorstellungsgespräch steht an
Da wünsche ich dir viel Erfolg.
Zitat von Balu85: Mitentscheiden und angehört werden sind aber 2 Paar Schuhe. Auch kleinere Kinder werden von dafür geschulten Personal gefragt ob sie sich denn auch vorstellen könnten bei Papa/Mama zu leben
Da bin ich voll bei dir. Ich erlebe es gerade bei Freunden, dass das Fachpersonal vom Jugendamt versucht aus den Kindern herauszubekommen, was ihre Wünsche sind. Es ist eine relativ schräge Situation, denn auch wenn sie dafür geschult sind und Erfahrung haben, müssen sie innerhalb ihrer begrenzten Zeit ein Vertrauensverhältnis aufbauen, um etwas wirklich intimes von dem Kind zu erfahren. Etwas was ein Kind vielleicht gerade so seinem besten Freund/in erzählt.
Und die Kinder (5-13 Jahre alt) verstehen, worum es in diesen Gesprächen geht.
Für mich ist die Idealvorstellung das was @Caecilia beschreibt. Egal welches Modell es ist, sollte man gucken, dass es dem Kind damit gut geht und da gibt es ja viele Schrauben an denen man drehen kann. Im Wechselmodell kann man sich auf so unterschiedliche Modalitäten einigen und auch im Nestmodell gibt es ja verschiedene Lösungsansätze.
Ich halte es aber auch für wichtig, das Recht der Eltern an ihrem Kind und das Recht des Kindes auf beide Eltern zu berücksichtigen. Auch ein Kind muss sich mit dem unbliebsameren Elternteil aus einandersetzen (dabei gibt es aber selbstverständlich Einschränkungen). Aber ein 6 jähriger sollte nicht danach entscheiden dürfen bei wem es weniger Regeln gibt oder so.
Zitat von Balu85: Ich würde es immer wieder und wieder mit sagen. Ich sage es meinem kleinen Raketenkäfer auch immer wieder. Das sie zu mir oder der Mama gehen kann wenn sie etwas bedrückt. Das sie keine Angst haben muss, ich werde nicht böse, egal was sie bedrückt.
Ich glaube, das Reden alleine nicht reicht. Man muss es auch ein Stück weit im Umgang mit dem Ex vorleben.
Mir sind mal bei einer Frage meines Kindes zur Next komplett die Gesichtszüge entglitten und er hat das gesehen. Da kamen sofort die Tränen und alles Gelaber, dass es gut ist, dass es ihnen mit Next gut geht, war erstmal unglaubwürdig.
Zitat von Balu85: Einerseits hatte ich damals Angst das mein Vater endgültig auf die Schiefe Bahn gerät. Andererseits wollte ich in meinem jugendlichen Egoismus wohl auch einfach nicht auf die Annehmlichkeiten mit dem Haus verzichten, mein Freundeskreis war da, meine Schule war da, meine Mutter zog in eine andere Stadt, nicht weit.
Ich finde, du beschreibst wunderbar diesen Teenagerzustand zwischen Altruismus und Bequemlichkeit und ich finde, es beschreibt auch schön, dass es in der Entscheidung gar nicht um Liebe zu den Elternteilen geht, sondern die Kinder ihre eigenen Faktoren betrachten.
Zitat von Balu85: Damals schon mit 15 und habe rational entschieden
Ohne dir zu Nahe treten zu wollen, aber war das eine rationale Entscheidung? Wäre die rationale Entscheidung nicht gewesen mit dem nicht-suchtkranken Elternteil zu leben? War deine Entscheidung nicht zutiefst emotional, weil dich eigentlich die Angst um deinen Vater und dein Zuhause geleitet haben?