Zitat von KomischerVogel: Aber die Paarbeziehung stelle ich sehr in Frage. Ich bin mir sogar fast sicher, wenn es so endet, war es ein schwerer Fehler.
NF zu heiraten war ein schwerer Fehler. Es war sogar so, dass mein Bauchgefühl mich damals ein wenig 'gewarnt' hatte, aber ich bin Kopfmensch. Da hört man nicht auf den Bauch.
Zitat von KomischerVogel: Aber, um auf den Inhalt einzugehen, auch hier stellt sich wieder die Frage, war es wirklich Liebe? Oder nur die Vorstellung davon, der Wunsch davon, die Projektion? Kann Liebe also enden?
Wenn sie echt war, muss schon viel passieren. Kann Liebe zum Beispiel zu den eigenen Kindern enden? Sicher, wenn sehr viel passiert, ist das denkbar.
Aber grundsätzlich?
Nein, es war hier auf der Paarebene eine Illusion von Liebe. NF war vielleicht vor zwanzig Jahren verliebt, hat mich danach aber nicht geliebt. Und ich habe jemanden geliebt, den es nicht gab.
Zitat von acre: Das ist der Punkt an dem ja auch knabbert. War es damals Liebe?
Interessante Diskussion.
Komischerweise habe ich daran, was unsere Beziehung angeht, nach wie vor keine Zweifel, auch nach allem, was passiert ist.
Ich habe Ex so geliebt wie noch nie jemanden davor (Liebe zu den Kindern lasse ich jetzt mal außen vor, das ist eine andere Ebene) und er mich - auch das glaube ich nach wie vor - auch.
Liebe kann enden - und bei uns war es so, wie @acre schreibt - zerrieben vom Alltag, von der Doppel- und Dreifachbelastung aus zwei stressigen VZ-Jobs, drei Kindern, Pendelei, alten Eltern ...
Ob Liebe zu Kindern enden kann, weiß ich nicht genau. Wir hatten das unter Freunden (m,w,d) mal in Zusammenhang mit dem Mord an Luise diskutiert. Bei solchen Extremfällen bin ich mir nicht sicher - aber ansonsten glaube ich tatsächlich, dass die Liebe zu unseren Kindern uns irgendwie evolutionär "auf Dauer" einprogrammiert ist - ist ja auch sinnvoll, zumindest so lange, bis die Kinder auf eigenen Beinen stehen - und viel länger haben unsere Vorfahren ja meist ohnehin nicht gelebt. Mit der romantischen Liebe ist es eventuell etwas anders - wobei es evolutionsbiologisch hier ja auch sinnvoll wäre, dass man mit dem "Versorger" zusammenbleibt, bis der Nachwuchs selbstständig ist.
Letztens ergab sich in meinem Umfeld auch eine Diskussion zum Thema Lebend-Organspende (Leber, Niere) und da fiel mir auch auf, dass es für mich ganz klar ist, dass ich für meine Kinder natürlich sofort spenden würde, auch dann, wenn die entsprechende OP für mich mit einem sehr hohen Risiko verbunden wäre - ich würde, wie vermutlich die meisten Eltern, ohne auch nur einmal nachzudenken mein Leben dafür geben, sie zu retten. Bei allen anderen Personen sähe es schon anders aus - ich habe beispielsweise überlegt, wie weit ich hier für den Ex gegangen wäre. Natürlich hätte ich ihm ein Organ gespendet (und würde es sogar heute vermutlich noch tun, wenn aus irgendeinem irrwitzigen Grund nur ich dafür in Frage käme), allerdings würde ich da - im Gegensatz zu der Situation bei meinen Kindern - schon zwischen Nutzen und Risiko abwägen. Diese Risikoabwägung wäre in Abhängigkeit von der jeweiligen Phase in unserer Beziehung, mehr oder weniger zu seinen Gunsten ausgefallen - ich hätte z.B. in manchen Phasen nicht mehr gespendet, wenn die Chance für ihn, mit dem Organ noch länger ein gutes Leben zu führen, gering gewesen wäre und umgekehrt das mit der Entnahme für mich verbundene Risiko sehr hoch. Ob man an solchen Dingen "Liebe messen" kann, weiß ich allerdings nicht genau.