Zitat von VictoriaSiempre: Wir schreiben das Jahr 2023 und es gibt immer noch klassische Rollenmodelle wie aus den 1960er Jahren. Warum ist das so?
Ich bin ja in den "neuen" Bundesländern aufgewachsen und ich kenne es nicht anders als das auch die Mütter arbeiten gehen. Also das klassische Rollenmodel "Mann: Verdient Geld/Frau: Kümmert sich um Haushalt und Kinder" kenne ich so nicht, wurde mir auch nicht so beigebracht.
Was mir aber beigebracht wurde das gerade bei wirtschaftlichen Entscheidungen man dieses eben danach trifft was für die Familie notwendig und am sinnvollsten ist.
Meine Mutter sagte mir auch das es für sie völlig selbstverständlich war das sie mit mir zuhause bleibt (Heimarbeit) weil mein Vater eben mit seinen Schichtdiensten mehr verdient hat und das Geld halt gebraucht wurde.
Zitat von VictoriaSiempre: Liegt es daran, dass das Männerbild auch in 2023 noch ist, man(n) müsse der Versorger und unbedingt mehr leisten/verdienen (oder zumindest bekommen)/irgendwie „höher“ unterwegs zu sein als die Frau an seiner Seite?
Im Grunde steht jedem Menschen, unabhängig vom Geschlecht die Berufswahl frei. Es ist nicht mein Verschulden wenn gerade in technischen Berufen eher mal besser bezahlt wird. Ich und auch meine Mutter beknieten meine NF das sie nach Abschluss ihrer Ausbildung noch ein Jahr dranhängt um einen höherwertigen zu erreichen. "Brauch ich nicht, lasst mich doch endlich mal damit in Ruhe"...das war ihre Antwort...heute wirft sie mir vor das sie ja in Sachen Karriere immer zurückstecken musste.
Zitat von VictoriaSiempre: Ich bin absoluter Fan einer 50:50-Regelung. Die beginnt bei mir aber nicht mit der Trennung, sondern sollte bereits vorher gelebt werden.
Witzig....ich kenne es von meiner Partnerschaft und von vielen vielen anderen das es durchaus zahlreiche "Männeraufgaben" gibt...weil körperlich anstrengender oder die Damen davon "keine Ahnung haben" (eigene Aussage meiner NF) aber keine "Frauenaufgaben". Versteh mich nicht falsch...ich hab lieber gekocht als meine Frau. Hatte auch kein Problem damit Wäsche zu waschen oder durchzusaugen. Aber im Grunde kamen diese Aufgaben OnTop zu meinen Männeraufgaben.
Ich verstehe auch nicht wirklich den Sinn daran krampfhaft die Aufgaben nach Prozenten zu verteilen...ich empfinde es als sinnvoller dies danach zu tun wem was mehr liegt.
Wenn ich besser kochen kann, wäre es doch unsinnig zu sagen "Schatz heute bist du dran, ich hab die Woche schon 4 mal essen gemacht". "Ach und die Winterräder müssen auf unsere Autos drauf, Sommerräder hab ich ja gemacht...jetzt bist du dran". "Das Hälfte vom neuen Badezimmer fließt bitte du..." usw.
Holz machen damit es warm wird in der Bude....da stand ich auch alleine da. Klar dauert es dann länger. Die Gurke hat bissl mitgemacht...da war sie auch beschäftigt, dauert aber alles natürlich noch länger. Weil man mit der Maus in der Schubkarre halt immer noch 2 Runden durch den Garten dreht.