acre
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Zitat von DieSeherin:es kommt aber darauf an, ob die alte liebe stumpf und grau geworden ist und man mehr als wg lebt, weil man sich als paar nicht mehr sieht - oder ob die alte liebe eine schöne, harmonische, nahe und liebevolle ist, die eine gute basis für eine gemeinsame zukunft ist!
Ich denke zwischen diesen zwei Polen gibt es ganz viele Graustufen. Ich würde meine vergangene Beziehung als stumpf, harmonisch und liebevoll beschreiben.
Beziehung besteht ja aber nicht nur aus den beiden, die da drin sind, sondern auch aus ganz vielem von außen. Es muss ja eine ganze Menge zusammenkommen, um eine langjährige Beziehung zu schaffen. Und eine einzelne Person kann nie alle Bedürfnisse einer anderen befriedigen.
Mein NM hat Gefühle für seine Arbeitskollegin entwickelt. Ich war die, die dem Kind einen Namen gegeben hat (das hat er mir zwischendrin auch mal vorgeworfen). Aber er war in diesem Moment in einer Situation, wo seine wunderschönen Gefühle in Gefahr waren UND seine Arbeit. Und das hat er nicht ausgehalten.
Ich werde nicht vergessen, wie er mich in dieser Zeit angeguckt hat und ich das allererste mal in meinem Leben keine Zuneigung in seinem Blick gesehen habe. Ich war seine Feindin.
Ich weiß aber auch, wie er mich jetzt heimlich anguckt, wenn wir die Kinder übergeben.
Eigentlich will ich damit nur sagen, dass dieses relativ simple, es muss ja was mit der Beziehung nicht gestimmt haben, wenn man sich fremdverliebt, zu einfach ist. Dazu sind Menschen zu komplex.
Damit will ich nicht meine Ehe verklären. Sicher, gab es Probleme. Aber wir Verlassenen blicken relativ rational auf unsere Beziehungen und wägen ab und bemühen uns um das Wohlergehen der Kinder, unser Gegenüber war aber nicht unbedingt in der Lage die Wertigkeit der Beziehung rational zu betrachten. Sie sind/waren in einem Hormonchaos aus dem es nur schmerzhafte Auswege gibt.
Das kann bedeuten, dass es auch in ein paar Jahren die richtige Entscheidung war. Es kann bedeuten, dass es ein Fehler war zu gehen. Es muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Beziehung nicht zu reparieren war.