Zitat von acre: Ich hatte ja mal diese lange Diskussion mit darüber. Ihr Ex, wenn ich es richtig verstanden habe, hatte keine Trauerzeit, keine Gewissensbisse. Vielleicht geht das.
Die Frage ist ja, wann bei den Warmwechslern der Trennungsprozess begonnen hat?
Ich glaube, das geht nur in diesem Zusammenhang mit der Frage, wann eigentlich Trennung anfängt. Ja, bei meinem Ex ist das so. Aber: Ich gehe davon aus, die Trennung war einfach zeitversetzt. Er hat sich IN unserer Beziehung und MIT einer neuen Frau von mir gelöst. Wir waren zu der Zeit, wenn man es so will, in der Beziehung auch schon sehr separat, haben bis auf Urlaube wenig gemacht miteinander. Damals gab es aber noch das Gefühl von Nähe, von Beziehung, auch S*, so dass ich nie verstehen werde, warum er nicht in der Situation VOR der ersten Affäre versucht hat, unsere Beziehung wieder zu beleben oder zumindest darüber zu sprechen. Das ist die Frage, die mir ungeklärt bleiben wird - er kann sie nicht beantworten.
Zitat von DasWird: Gemäss Studien soll es ja etwa die Hälfte der Beziehungszeit dauern, bis man über eine solch lange Beziehung vollkommen hinweg ist. Das glaube ich schon auch.
Also nein

- das sagen wirklich viele, aber z. B. Steffi Stahl sagt: Quatsch. Es gibt Faktoren, die machen den Liebeskummer und die Dauer schlimmer, z. B. wenn eine Beziehung langjährig war, wenn eine Affäre der Grund ist, wenn die Trennung (am schlimmsten: mit Affäre) aus heiterem Himmel kommt. Aber das mit der Hälfte der Beziehungszeit stimmt nicht. Ich könnte mich ja beziehungsmäßig direkt einsargen, wenn das stimmen würde - vielleicht glaube ich deshalb lieber allen, die da vehement widersprechen

- und egal, wie man zu Frau Stahl steht, in einigen Punkten finde ich sie gut und kompetent.
Zitat von robrt: Aktiv danach gesucht hat sie (denke ich) nicht.
Mein Ex, vermutet, auch nicht. Aber er hat eben auch nicht in dem Moment, bevor er mit der ersten Frau im Bett landete, kurz gestoppt und gesagt: Moment, das ist aber gegen alles, was wir (er und ich) vereinbart haben. Da sollte ich zuerst mal mit Unterwegs reden, bevor ich mit jemand anderem schlafe ....
Zitat von Heffalump: Um ein Ex zu werden, besonders, wenn da Kinder und Trauschein anhängt, vermute ich, das sich da schon das Gewissen meldet, aber nicht in der Form - es abzublasen, sondern sich als "Opfer" wahrzunehmen, das nicht anders aus der Situation kommt.
Nicht zwingend. Mein Ex sieht sich definitiv nicht als Opfer und hat sich auch in "dürren Worten" kurz mal entschuldigt. War eine Non-Pology, also eher so: Es tut ihm leid, dass es mir schlecht geht. Nicht, was angemessen wäre: Es tut ihm leid, was er getan hat.
Zitat von robrt: Grundsätzlich war und bin ich schon der Meinung das es fair ist, wenn die gemeinsam aufgebauten Dinge (Haus) sowie Erspartes usw auch 50:50 geteilt werden, denn nur als Team konnte man es so erwirtschaften. Das ein Teil meiner Altersvorsorge weg ist? Ja, ok aber wahrscheinlich wäre sie eh niedriger, wenn mir NF nicht den Rücken freigehalten hätte.
Danke. Das sehe ich genauso. Ist eigentlich eher schade, dass in so vielen Ehen einfach aus Romantik das klassische Modell gefahren wird, aber z. B. eben nicht parallel bei der Frau die Altersvorsorge privat erhöht wird - im selben Maß, wie sie beim Mann wächst. Scheidungsraten sind ja bekannt. Hatten wir aber auch nicht gemacht und die Kinderbetreuung hatte mehrheitlich ich, ansonsten haben wir aber immer ähnlich verdient zum Glück. Ich weiß nicht, ob ich es als Frau geschafft hätte innerlich, sowas wie Rente für mich einzufordern.Ich finde es gruselig, wenn sich Männer beschweren, was sie alles ihren Ex-Frauen bezahlen müssen, die auf komplett gemeinsame Verabredung hin nicht gearbeitet haben. Schlimmer noch: die sich über Unterhalt für die Kinder beschweren.
Was klar ist: Auch meine Alters-Finanzplanung ist jetzt eine komplett andere, weil natürlich ein Haushalt (bis hin zu Auto, Versicherungen, Urlaube etc.) zu zweit dauerhaft anders/weniger kostet als ein Haushalt für eine Einzelperson.