Zitat von acre:Das ist für mich gar nicht wichtig. Es geht nicht darum, ob es für ihn vielleicht irgendeine Berichtigung gab, sich auf Next einzulassen.
Darum ging es mir auch gar nicht. Es ging nicht darum, dass die Verlasser damit ihren Gang zu Next rechtfertigen können.
Mein Punkt war mehr, dass die Ehe so "unzumutbar" war, dass der Verlasser sagen musste "Das ging einfach nicht mehr, ich wäre kaputt gegangen."
Das scheint aber hier bei keinem so gewesen zu sein. Die sind alle mit dem "Mir fehlt was und nach mir die Sintflut" abgezogen.
Und das ist für mich eben verantwortungslos. Jedenfalls, wenn nicht nur Partner, sondern auch Familie daran hängt.
Zitat von acre:Das weiß ich nicht. Ich weiß nicht, ob es für Kinder besser ist ein Familienvorbild zu haben, dass nicht von Liebe getragen wird oder Pendelkinder zu sein.
Klar. Man kann auch Respekt und Liebe füreinander empfinden, wenn man sich "auseinander gelebt" hat, wie es immer so schön heißt.
Ein guter Indikator scheint mir zu sein, wenn die Kinder von der Trennung völlig überrascht werden. Dann war es sicher nicht die schlechteste Beziehung.
Wir sind durchaus nicht lieblos miteinander umgegangen.
Auch so eine Reaktion von Außenstehenden: "Ihr getrennt? Ihr seid doch immer so liebevoll miteinander umgegangen?!"
Zitat von acre:Das setzt ja ein gemeinsames Auseinanderleben voraus und ein freundschaftliches Verhältnis. Ich würde sagen, dass ist mit einer Affäre extrem schwierig zu erreichen. Schon allein durch eine Affäre ist ja der Respekt erstmal verloren gegangen.
Ja, siehe mein Satz zuvor. So meinte ich das. Man hat verdammt noch mal vor der Affäre abzubiegen.
Nach der Affäre geht es glaube ich nicht mehr. Ich hätte ihr natürlich auch alles verziehen, wenn sie nur zurück wäre. Heute weiß ich, ich hätte es nicht ertragen, denke ich. Ich hätte nicht mehr vertrauen können, eine Affäre ist eben was anderes als ein Seitensprung. Ersteres ist "Verrat", zweiteres evtl nur menschliche Schwäche.
Zitat von acre:Das ist interessant. Warum wolltest du gehen? Und wie ist es besser geworden? War es dann besser oder wieder gut?
Tja, wir waren fast zwanzig Jahre zusammen. Da gibt es schon auch einige Täler.
Das schlimmste davon war nach Geburt von K2. Da war sie wirklich kaum aushaltbar. Vielleicht sowas wie leichte Depressionen. Aber nicht zwei Wochen, eher so zwei bis vier Jahre.
Das habe ich voll abbekommen.
Aber so ist das Leben, dachte ich mir, das ist Deine Frau, der geht es jetzt nicht gut, da müssen wir durch. Ich habe nicht mal erkannt, dass es überhaupt nicht in Ordnung war, wie sie sich mir gegenüber verhalten hat (ich hatte ihr ja nichts getan).
Da "fehlte mir auch was", um mal das zu bemühen, was ich dann viele Jahre später hören durfte.
Es wäre sicherlich nicht so schwierig gewesen, mir zumindest mal das körperliche "auswärts" zu "ersetzen", denn (Entschuldigung), das ist für einen jungen Kerl von Ende 20 durchaus noch ein Thema.
Oder auch emotional auswärts unterwegs zu sein, um die ganzen anderen fehlenden Dinge, die ja noch viel wichtiger sind, zu bekommen.
Habe ich aber nicht. Irgendwann wurde es dann auch tatsächlich besser. Ich habe einfach diesen sch. mit guten und schlechten Tagen ernst genommen.
Das hat sich für die Kinder gelohnt (und damit hat es sich insgesamt gelohnt), mir ist das viele Jahre später auf die Füße gefallen.
Nach der Phase habe ich mich nämlich immer mehr auf sie eingelassen. Habe an Dingen, die sie an mir kritisiert hat (natürlich teilweise auch zu recht) gearbeitet, habe über Dinge, die mich an ihr störten hinweggesehen (Fehler!) bzw sie gar nicht mehr wahrgenommen.
In Kurzform: Ich habe mich vollständig für die entschieden. Keine gute Idee.