Zitat von Unterwegs2023:Vielleicht ist das ja der Punkt. Für dich war das so - für sie vielleicht nicht?
Ja, das stimmt. Ich kann ihr nur vor den Kopf gucken. Vielleicht war all das, was sie der Welt, den Kindern und auch mir durch Worte und Handeln "mitgeteilt" hat nur ein perfektes Schauspiel.
Wenn es ihr tatsächlich gelungen ist, dieses fürchterliche Unglück so gut zu verbergen, dass es nach Glück aussieht, dann sollte sie ihr Glück tatsächlich in Hollywood suchen. Das wäre oscarreif.
Zitat von Heffalump:da möcht ich gar nicht sitzen, wenn, der, der liegt, dahinscheidet. Da leidet man auch - lange.
Das möchte man natürlich nicht, würde es aber wohl tun, oder?
Zitat von Caecilia:"Die Beziehung zu Next ist toll, sie gibt mir mehr als meine Beziehung zu Caecilia und das, was diese mir gibt, ist auf meiner Prioritätenliste nicht ganz so weit oben. Die Kollateralschäden einer Trennung werden mich belasten, ja, aber das wiegt für mich in dem Fall weniger schwer (zudem gibt es Strategien, mit denen ich die für mich reduzieren kann, z.B. Schuldumkehr)."
Ziemlich genau so stelle ich mir den Abwägungsprozess auch vor. Und das ist genau das was ich meine. Die Warmwechsler hier kommen aus Beziehungen, die sie hätten erhalten, retten, wieder verbessern können. Das ist bei dieser Sorte Mensch ja schon fast denknotwendig. Denn sonst wären sie ja längst weg gewesen, weil es so schlimm war. Sie haben ja gewartet, weil es völlig ok war.
Aber es lockte eben etwas, das vorteilhafter wirkte.
Zitat von acre:Ich werfe das nicht durcheinander. Ich kann mir nur kein Urteil darüber erlauben, wie schlimm es sich für meinen Ex angefühlt hat. Und ich kann ...
Tja, das ist bei so etwas immer das Problem. Wenn man so einen Vorgang bewertet bzw beurteilt, und das tun wir ja hier bzw versuchen es, können wir das immer nur aus uns selbst heraus tun, weil wir die Welt eben nur aus uns selbst heraus betrachten.
Und ich erlaube mir da durchaus ein Urteil.
In meinem Fall lautet es: Sie war nicht so unglücklich, wie sie es hinterher behauptet hat, ich bin nicht so ein dreckiges falsches Schwein, wie ich hingestellt werde, sie ist gegangen, weil da ein Mann war, der ihr emotional mehr zu geben schien und auch sonst "was her machte".
Sie hat dafür alle Versprechen gebrochen, unsere Kinder in große Schwierigkeiten gebracht, unser Lebensprojekt einseitig gekündigt, finanziell einiges vernichtet (ich höre jetzt mal auf).
Nach allen, wirklich allen Maßstäben, die man mir fürs Leben mitgegeben hat, ist das nicht in Ordnung.
Aber hier muss ich wieder gestehen: In manchen Dingen bin ich wirklich noch sehr altmodisch.
Zitat von acre:Ich denke, alle unseren Exen hier waren bindungsfähig und das auf einem ziemlich hohen Niveau. Die langen Beziehungen inklusive Kinder, die jetzt leiden sind der Beweis dafür..
Ja, möglich. Oder sie waren verlustängstlich. Oder schlicht abwägend, was vorteilhafter für sie ist. Wir werden es nie erfahren, weil wir nicht in sie hineinschauen können.
Übrigens hast Du jetzt auch geurteilt, ohne es wissen zu können. Wenn auch "pro reo".

Zitat von Unterwegs2023:Heute würde ich zumindest sagen, nicht die Trennung als solche ist schwer zu entschuldigen, aber die Form und der Betrug.
Klar. Eine Trennung wird man, anständiges Trennungsfolgeverhalten vorausgesetzt, wohl meistens "entschuldigen", also mit der Zeit. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass man sie in Ordnung finden muss.
Zitat von Unterwegs2023:In dem Podcast werden auch die anderen Optionen genannt, neben reinem Überleben als Paar, was sicher nicht wünschenswert ist. Und allgemein, was Du ...
Ich habe es mir jetzt nicht angehört, aber ich halte das Überleben als Paar für eine seeehr wichtige Strategie. In harten Phasen einfach mal durchhalten, für sich als Paar, für die Familie.
Das darf natürlich kein Dauerzustand sein. Man muss aus dem Tal auch wieder auf einen Berg.
Zitat von Unterwegs2023:Und mein Gedanke war, dass ich im letzten halben Jahr so viel "schön gespiegelt" wurde wie eben auch langjährig in meiner Beziehung nicht mehr....
(...)
Warum habe ich mich so an eine Beziehung geklammert, in der ich eben gar nicht mehr gespiegelt wurde? Ist für mich, ehrlich gesagt, viel relevanter, als warum mein Ex sich so verhalten hat, wie er es getan hat.
Das habe ich auch so erlebt. Ich habe sie schon regelmäßig gespiegelt. Umgekehrt hat sie das praktisch gar nicht getan, was mir aber nicht bewusst war. Erst nach der Trennung.
Ja, warum haben wir so daran geklammert? Da habe ich sehr viel drüber nachgedacht und tue es manchmal heute noch. Da gibt es so viele Erklärungen zu.
Zitat von Balu85:Ich weiß nicht, den Gedanken hatte ich auch schon einmal. Aber will man das wirklich wissen....will man hören "ach war das beste was ich tun konnte" macht es dir das leichter? Oder "nein war der größte Fehler meines Lebens"....hilft dir das....hilft dieses Wissen wenn man den Point of no return überschritten hat. Gerade mit Blick auf die Kinder.
Ich weiß, was Du meinst. Vielleicht hast Du Recht. Ich möchte gern die Wahrheit wissen, denn es ist ja, wie es ist. Aber das ist, wie geschrieben, eine sehr theoretische Diskussion, weil ich sie nicht erfahren werde.
Und selbst wenn sie mir die Wahrheit nächste Woche Dienstag erzählte, woher sollte ich bei diesem Menschen wissen, dass es die Wahrheit ist?