Zitat von SusaXXY:ABER
Du veränderst dich durch die Trennung. Du lernst zu akzeptieren und zu verstehen.
Nach 9 Monaten bist du nicht mehr der gleiche Mensch wie zum Zeitpunkt deiner Trennung.
Darunter würde ich unterschreiben. Trifft auf mich absolut zu. Habe auch fast 9 Monate Zeit nach der Trennung hinter mir.
Zitat:Man muss sich vor Augen führen, dass es den Ex-Partner nicht mehr gibt. Und das ist auf das Emotionale bezogen, denn dieser Teil der Person ist ja tatsächlich auch nicht mehr vorhanden.
Mir ist bewusst, dass ich ihn vermisse wie er war. Aber der Mann der er jetzt geworden ist, den mag ich nicht. Den will ich auch nicht.
Darunter würde ich auch unterschreiben. Alles verändert sich in diesem Leben, nichts bleibt stehen. Ich habe den Mann geliebt, den ich damals kannte, das hat mit ihm jetztigen wenig was Gemeinsames. Und was noch wichtig ist: diese unsichtbare emotionale Verbindung zwischen uns wurde durchbrochen, bewusst und gewollt von ihm. Er hat eine neue Frau an seiner Seite und somit ein neues Leben. Ich habe keine Wahl mehr gehabt. Ich musste es akzeptieren. Unsere gemeinsame Reise ging somit zu Ende. Traurig? Das Leben besteht aus zeitlichen Abschnitten, wo uns gewisse Menschen nur ein stückweit begleiten "dürfen": einige länger, andere kürzer. Dies gehört zum Erwachsenleben...
Er hat mich grenzenlos verletzt und tiefst enttäuscht. Was er nach der Trennung abgezogen hat war unter aller Kanone. Im Nachhinein denke ich, mich hat sein Verhalten nach unserer Trennung (wir hatten uns mal getroffen und hatten ein paar Mal Kontakt per Email) sogar geholfen: ich konnte sein wahres Gesicht erkennen. Er hat nicht mal drüber nachgedacht was er mit seinen Aktionen bei mir anrichtet. Dies hat mich so stark getroffen, dass bei mir ein Point of No Return erreicht wurde. Jeder Mensch hat seine Grenzen. Wenn diese überschritten werden, geht etwas innen drin kaputt und man kann es drehen und wenden wie man will: die Abkühlung der Gefühle ist nicht mehr zu stoppen.
Was mich jetzt, 9 Monate später, an manchen Tagen noch etwas zu schaffen macht (kommt selten vor, meist, wenn etwas die Vergangenheit plötzlich aufwühlt) ist ein bitteres Beigeschmack, dass ich so eine schmerzliche Erfahrung machen musste, dass ich wie ein Hund so lange leiden musste (die ersten 3 Monate waren wahrlich extrem hart für mich, ich dachte damals, ich drehe vor Schmerzen durch). Und wegen wem? Wegen einem Mann, der mit mir innerlich schon längst abgeschlossen hatte, für den ich nix mehr als eine blasse Erinnerung seiner Vergangenheit war... Wenn ich es mir vor Augen führe, tut mir mein Leiden bzw. meine vergeudete Zeit/Nerven/Energie leid.
Positiver Effekt der Trennung (obwohl ich es als "postitiv" erst jetzt bezeichnen kann): ich konnte durch viel Reflektieren und das Nachlesen zum Thema "Selbstfindung" mich besser verstehen warum ich überhaupt in diese Beziehung geraten bin, warum ich so reagiert habe, was bin ich, was fehlt mir, was ist mein Leben, von wem und von was bin ich im Leben umgeben, ist es das, wonach ich mich sehne, was für einen Mann möchte ich haben usw.
Die Zeit nach der Trennung war mit einer Lebenskrise vergleichbar. Ja, ich habe den Menschen verloren, den ich mit Haar und Haut liebte. Aber ich habe durch die Trennung viel für mich Neues gelernt. Ich habe neue Erkenntnisse über mich selber gewonnen, die mich hoffentlich weiterbringen. Das Letztere liegt aber in meiner Hand.
Mir wurde mal gesagt: regelmässiges Reden, Reden, Reden nach einer Trennung mit verschiedenen Menschen sei wie ein Verbandswechsel bei einer Wunde. Man guckt sich die Wunde immer wieder an (= redet, erzählt) und verbindet sie neu (= schüttelt ein wenig die seelische Last weg). Daher redet, schreibt drüber so oft wie möglich!
Was m.E. noch sehr hilft (aber nicht in der Anfangszeit, mir ca. 1,5 Monate nach der Trennung): entschlossen zu sein, sich nicht im Schmerzzustand lange zu suhlen, sondern den Willen/Wunsch haben unbedingt vorwärtszukommen. Sich einerseits Zeit geben die Trennung zu verarbeiten, aber zugleich sich ein wenig selber schubsen, sich nach vorne pushen (mit Freunden treffen, auch wenn es einem nicht danach ist, spazieren gehen, egal was unternehmen: diese Bemühungen werden einen ankotzen, aber später merkt man es, die Handlungen zeigen ihre Wirkung). Zieht Euch selber aus dem Sumpf raus. Denkt dran, der Expartner verschwendet keinen Gedanken für euch, er geniesst das Leben, und ihr leidet wegen ihm und schadet nur Euch selber damit.
1 Monat später nach der Trennung habe ich mich in einem Fitness Studio angemeldet und habe mich gezwungen mich auszupowern, um nach Hause zu kommen und vor Müdigkeit gleich einschlafen. Klar, ich wachte mitten in der Nacht immer wieder auf, aber ich konnte wenigstens einschalfen. Körperliche Belastung bis auf sein Limit hilft wirklich enorm.
Zum Schluss vielleicht noch was: man wird noch viel Tiefs /Durchhängertage erleben bis man über die Trennung hinweg kommt, erinnert euch bei den Tiefs aber immer daran, dass es Hochs kommen werden. Man muss die Phase des Tiefs druch sich durchgehen lassen, den Schmerz aushalten. Der lässt nach einer gewissen Zeit nach. Mit der Zeit werden die Tiefs kürzer und weniger zerstörend. Immer und immer wieder durchläuft man dieselben Gedanken- und Gefühlskreisläufe. Das hat aber einen Zweck: man baut dadurch den Schmerz und Kummer ab und solange bis der Schmerz komplett "rausgewaschen" ist. Weint ruhig, das hilft, den Schmerz/den Druck zu mindern,
Was die KS angeht: halet sie ein. Ihr werdet nach 2 Monaten ohne Kontakt viel weiterkommen. Und noch dazu: stolz auf sich selbst sein!
Kämpft Euch durch, die Arbeit- auch wenn sie mühsam ist - wird sich definitiv lohnen. Ihr werdet Euch in 3 Monaten nicht mehr so fragil fühlen. Es bleibt noch die Leere, die Wehmut für eine gewisse Zeit erhalten, aber auch das wird nach einer Weile verschwinden. Ich habe es nicht mehr so oft (1 bis 2 Mal/Monat und ganz kurz).
Ich wünsche Euch allen mit Liebeskummer einen gemütlichen Abend.
Tut Euch was Gutes.