Zitat von unbel Leberwurst: Ich meine damit aber auch, dass sie sich nicht in Deinen Armen ausheult oder so...
Gib ihr Zeit und ein gewisses Mass an Normalität.
Ist ein schmaler Grat und wahrscheinlich schwierig, es da jetzt richtig zu machen...
Ja, so habe ich das auch vor. Aber "zum Glück" habe ich ja eh fast nichts mehr zu verlieren, wenn die Beziehung ohnehin so gut wie zerstört ist. Im schlimmsten Fall hocke ich demnächst bei meiner Notunterkunft und schreibe mit euch darüber wie ich über den Verlust hinweg kommen kann, ohne S. in einem Anfall von Rachsucht Arme und Beine abzureißen.

Zitat von Likos24: Nochmal für Dich zur Bestätigung:
DU BIST AN GAR NICHTS SCHULD !
Das sage ich mir größtenteils doch auch. Ich meinte damit nur, dass wenn ich jetzt einknicke sie nur noch mehr in dem Irrglauben bestätigt wird, dass das ganze Problem allein bei mir liegt.
Zitat von aequum: Fakt ist jedoch, dass sie ihre Bedürfnisse und das Verlangen nicht einfach so abschalten kann
Sie soll das auch gar nicht einfach so abschalten. In meiner Idealvorstellung soll sie erst einmal ihre selbst versemmelte Jugend verarbeiten und dann nochmal ganz genau in sich hinein horchen, ob Polyamorie oder eine offene Beziehung wirklich ihr Problem lösen würde. In meinen Augen ist sie nämlich nicht polyamorös, sondern bei ihr ist in der Jugend gehörig etwas in die Hose gegangen. In diese Richtung gibt es eben zu viele Warnsignale, die mir diesen Eindruck vermitteln. Eines davon ist zum Beispiel die "Unfähigkeit" Menschen loszulassen. Das habe ich ja eindrucksvoll bei ihrem Bruder erlebt, als der darüber nachdachte eine neue Wohnung zu suchen und meine Freundin als erstes panisch äußerte, dass er bloß fußläufig erreichbar bleiben soll. Sowas habe ich noch nie gehört, nicht einmal von Leuten die wirklich in polyamorösen Beziehungen leben. Selbst bei denen gibt es Trennungen, wenn was nicht mehr passt. Bei ihr riecht mir das alles viel mehr nach Bindungsängsten, Verlustängsten, whatever. Meine Freundin glaubt halt, dass sie mit einer offenen Beziehung, oder Polyamorie ein Pflaster gefunden hat, was man auf diese alten Wunden kleben kann. Klingt ja auch besser sich als Polyamor zu bezeichnen, als sich einzugestehen, dass man einfach nur einen an der Klatsche hat. Um es mal ganz platt zu sagen.
Zitat von thegirlnextdoor: Dass sie plötzlich polyamurös ist, das Märchen glaube ich immer noch nicht ganz, sie wird mit jemand neuem sicher erstmal monogam glücklich sein.
Bin ich bei dir. Für mich hat sie einen an der Klatsche (das meine ich wertfrei), nur eben nicht amtlich. Angeblich (das hatte sie mir mal ganz zu Anfang gesagt) hatte sie auch schonmal Dr. google danach befragt, konnte sich im meer der Diagnosen aber nirgends wiederfinden und entdeckte dann den Begriff Polyamorie. Erinnert mich an mich selbst, als ich damals merkte da stimmt was nicht. Ich bin mit Dr. google damals auch auf die dollsten Erklärungen und Weltbilder gekommen, bevor meine damals wirklich gute Psychaterin mir tief in die Augen blickte, mich fragte ob ich sie verar...en wolle und mir anhand vieler gut argumentierter Punkte erklärte was wirklich mit mir los war.
Zitat von thegirlnextdoor: Vermutlich weil er sich selbst die Schuld an der Situation gibt, fatal in meinen Augen, da ihn absolut keine Schuld trifft.
Die einzige Schuld die ich mir wirklich von ganzem Herzen gebe ist inzwischen die, dass ich damals S. anrief und ihn NICHT zur Sau gemacht und schon da die Kontaktsperre eingefordert habe. So habe ich (wie ich finde) überhaupt erst diese "platonische Freundschaft" ermöglicht. Schade... da denkt man, man handle erwachsen und macht alles nur noch schlimmer.