Zitat von unbel Leberwurst: Daneben bin ich mir gar nicht sicher, ob die Freundin wirklich polyamorös ist oder sich "nur" in S. verknallt hat in Verbindung mit ihrer Angst, etwas verpasst zu haben.
Das ist halt auch mein Verdacht. Was von ihr halt dabei noch als "Bedürfnis" geäußert wird ist, dass sie letztes mal unter Tränen davon sprach, dass sie doch nur verstehen will wie das alles funktioniert, wie Liebe funktioniert, was das zwischen uns eigentlich ist und wie sie da so hinein passt.
Zitat von thegirlnextdoor: Puh... wenn ich das so lese... Micha, warum um alles in der Welt machst du das nur mit..?
Das grenzt ja schon fast an Masochismus... ich könnte diese "Argumentationen" keine zwei Wochen am Stück ertragen.
Helfersyndrom? Keine Ahnung... Ich weiß, es ist bescheuert aber bis zu einem gewissen Grad fühlt es sich für mich besser an wenn ich leide, als die welche ich liebe. Wie gesagt... bis zu einem gewissen Grad und der ist inzwischen leider fast zur Vollständigkeit erreicht.
Zitat von unbel Leberwurst: Und wie genau vertieft das die Beziehung?
Woher soll ich das wissen? Meiner unmaßgeblichen Meinung nach führt der ganze Kram ohnehin eher zu einer Verwässerung der Hauptbeziehung und der Gefahr, dass man dazu übergeht künftig ständig nach dem Gras auf der anderen Seite des Zaunes zu linsen, anstatt sich einfach damit abzufinden dass es den perfekten Partner nicht gibt. Aber das können andere Leute von mir aus anders sehen. Nur möchte ich mit denen mein Leben nicht teilen.
Zitat von unbel Leberwurst: Ist hier eigentlich mal zur Sprache gekommen, wie es um euer Liebesleben in der letzten Zeit bestellt ist?
Ich glaube, dass hatte ich schon früher mal erwähnt. Aktuell geht es dank dieser Sch... nicht ganz so prickelnd zur Sache. Anfangs war das noch anders, aber mit jedem neuen Streit um S. merkte ich schon, dass es bei uns immer schlechter wurde.
Zitat von DieSeherin: das finde ich ja so erstaunlich.... dass du immer noch wohlwollend bist! mir wäre das mittlerweile viel zu blöd!
Die Liebe ist halt nicht verschwunden, auch wenn sie da doch eigentlich nur noch von dem Rest an Hoffnung am Leben erhalten wird. Und dann muss ich immer daran denken, dass meine LP halt keine anderen Erfahrungen gemacht hat und manche Dinge daher vielleicht auch wirklich nicht richtig einordnen kann. Wobei mir dann auch immer andere Beispiele von Frauen in der selben Erfahrungslage meiner LP in den Sinn kommen, die offensichtlich kein Problem damit zu haben schienen. Meine eine Arbeitskollegin wusste ja auch was es bedeutet sich fremd zu verknallen, auch ohne dass ihr Mann sie an die Hand nahm und quasi den Lehrer spielte. Die entschied sich auch immer wieder neu für Familie und Ehemann, trotz der vorhandenen Neugier auf fremde Haut und einem temporären Bedürfnis nach Erfüllung. Und die hat die 40 auch noch nicht hinter sich gelassen.
Zitat von DieSeherin: also, nichts von dem, was bei euch dikutiert wird, läuft für mich auf eine offene beziehung mit gemeinsamen regeln raus!
Nö, absolut nicht. Wenn ich meine LP ärgern wollen würde, so könnte ich ihr ja mit den Regeln 1) Nur ONS und 2) Keine gemeinsamen Freunde/Bekannte entgegen kommen. Aber da dies ohnehin gelogen wäre, da ich nun mal eine monogame Beziehung führen möchte, spare ich mir das. Alles andere wäre nicht nur unfair, sondern auch albern.
Zitat von unbel Leberwurst: Ich denke, da ist eher beiderseitige Angst, dass sie danach keinen anderen Partner mehr finden würden.
Oder schlichte Bequemlichkeit oder fehlende Kraft, auch nur danach zu suchen, wie Micha ja selber zugibt...
Da kann ich nun wirklich nur für mich sprechen: Bei mir ist es eine definitiv Mischung aus Angst und Kraftlosigkeit. Auch wenn wir nicht mehr in den 50ern oder so leben ist es noch immer eine große Herausforderung mit dem Hintergrund "War mal in der Psychatrie und es wurde was chronisches diagnostiziert." eine Partnerschaft zu finden. Selbst wenn man wirklich gut mit seinen Narben umgehen kann, so reicht meinen Erfahrungen nach vielen schon der Stempel "Psychatrie" um Reißaus zu nehmen. Das habe ich in der Zeit vor meiner jetzigen LP auch ein paar mal erleben dürfen und das tut dann wirklich in mehrfacher Hinsicht weh, weil man sich wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt fühlt.