Zitat von Wurstmopped:Keine These, so denke ich....Tinder und co machen es so einfach.
Es ist oder wird immer beliebiger und die Auswahl macht ein "umherspringen", die Suche nach dem optimalen Partner vermeintlich immer einfacher. Warum in eine Beziehung investieren, daran arbeiten, sie entwickeln wollen, wenn 3 Klicks entfernt ggf. der absolute Traumpartner möglich wäre. Die Singlebörsen sind überfüllt, trotzdem ist es heut zu Tage schwieriger den je, den richtigen Partner zu finden. Ist die Auswahl einfach zu groß oder sind es die Erfahrungen der "User"prägend? Ich denke zweiteres und das führt immer mehr dazu, dass in einer anbahnenden Beziehung mehr Zeit mit der Suche nach dem noch besseren Partner vergeudet, als sich ernsthaft auf was einzulassen. Interpoliert man das, dann prägen diese Verhaltensweisen und Erfahrungen auch in Beziehung die dann doch zu Stande kommen und länger halten.
Das wir Menschen alles nur kleine Sünder sind...geschenkt. Trotzdem gibt es auch Menschen mit einem ausgeprägten Wertekompass und viel Emphatie, nur weil es zur Zeit in Vogue scheint, dass eigene Ego abfeiert und die Individualität ausleben muss, zum Lebensziel erhoben hat, ist und bleibt es trotzdem sch...e !
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sich bei Tinder & Co einzureihen, geschieht doch auf freiwilliger Basis. Wer das macht, weiß doch
im Grunde, worauf sie/er sich einlässt. Niemand wird gezwungen, da mitzumachen - egal welche Intentionen verfolgt werden.
Du sprichst den Wertekompass an: Wann greift der denn? Greift der überhaupt noch? Wenn es um
eigene Vorteile geht - kann es sein, dass der "Kompass" dann doch nicht mehr soooooooooo wichtig erscheint? Mitreden wollen, mitmachen wollen, "en vogue" zu sein. Um "dabei" zu sein...das ist es
doch, was den Wertekompass nicht mehr soooo gefragt erscheinen lässt. Wer den Wertekompass
einsetzt - grenzt sie/er sich nicht z. T. selbst aus? Aber...was ich wichtiger - "mitmachen, um mitreden zu können/zu wollen/zu dürfen"?
Empathie sprichst du an - es ist nahezu unmöglich, zu allen und jedem Empathie walten zu lassen. Das geht einfach nicht. Einen GUTEN Umgang miteinander zu haben/zu pflegen, reicht vollkommen aus. Ich will mich z. B. NICHT in jede/n hineinversetzen können - das bedeutet "Empathie". Ich will
NICHT jede/n "verstehen/tolerieren"...und weil ich das nicht will, bin ich "empathielos"? Es "reicht", das Gegenüber zu akzeptieren - und zwar SO, wie sie/er ist, auch wenn mir dessen Nase nicht passt.
Die Schlagworte aus der Diskussion rauszunehmen, die die Trauben viel zu hoch zu hängen versuchen, würde der Diskussionskultur gut tun.
So gesehen - die TE hat ihren ONS dem EM gebeichtet. Es war IHR Weg, sich vom Druck zu befreien, der sich durch ihren Ausrutscher bei ihr aufgebaut hat. Ob ich das "sympathisch/empathisch" finden muss - nee! Es war IHRE Entscheidung.
Im Thread hat ein Mann erwähnt, dass ER seinen ONS seiner EF gebeichtet hat - mit für ihn sehr unangenehmen Folgen. Einige Jahre liegt der ONS zurück. Ob ich den Mann jetzt "sympathisch / empathisch" finden muss, ob ich ihn bedauern muss - es war SEINE Entscheidung, seiner EF den Ausrutscher zu beichten.
Die jeweiligen Entscheidungen gilt es zu akzeptieren - "verstehen" muss ich davon nix. Was den Wertekompass angeht...wer hat sich daran gehalten - vorher, während, danach!? Schadenbegrenzung? Für wen? Für sich selbst? Für die EP?, Für die Familien? Für die Kinder?
Ja...wer Mist baut, muss dafür gerade stehen....und es bleibt zu hoffen, dass oben Genannte ihren
Weg finden werden....egal in welcher Konstellation mit den EP, den Familien, mit den Kindern, usw.
Nach "meiner" langjährigen Affäre - nicht mit einem ONS vergleichbar - habe ich meinen Weg finden müssen....wie viele Andere auch ihren Weg finden mussten, bzw. immer noch auf der Suche nach einem Weg sind. Daher.... jemanden zu verurteilen, der den Wertekompass nicht beachtet hat - ist
das angesagt?