E-Claire
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Zitat von Solitaryman:Ich will nicht akzeptieren, nachdem ich mir für alle den Ar. aufgerissen habe, nun aussortiert zu sein.
Das klingt schwer nach einer narzisstischen Kränkung, die bitte NICHT mit Narzissmus zu verwechseln ist. Wenn zu Trauer und Verlust auch noch eine tiefe Verletzung des Egos hinzukommt und man nicht gelernt hat, das eine vom anderen zu trennen, dann kann das zu einer Verbitterungsstörung führen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Posttraum...%C3%B6rung
Daran kann man natürlich selbst herumdoktorn und die Weigerung sich Hilfe zu suchen, ist in diesem Fall besonders groß, weil der "andere" ja eigentlich Schuld an dieser Gefühlslage ist, aber wie bei jeder Erkrankung mit chronischem Verlauf, wird es ersten nicht besser je länger man zuwartet und zweitens sollte halt an irgendeiner Stelle dann eben doch auch die Selbstverantwortung wieder einsetzen.
Wenn ich auf einem Fußgängerüberweg völlig zu Unrecht über den Haufen gefahren werde, ist zwar der andere Schuld, es hilft mir aber nichts, weiter blutend und ohne Versorgung auf der Strasse liegen zu bleiben, ins Spital sollte ich halt schon.
Zitat von Solitaryman:Nachtag, ja es ist vielleicht krank, aber in meinem Herzen soll sie bleiben.
Das ist tatsächlich nicht gesund. Gesund wäre, sich der schönen Zeit erinnern zu wollen, aber eben auch Abschluss zu finden und einen neuen Lebensabschnitt zu wagen.
Du arbeitest da mit passiver und offener Aggression. Die du sowohl gegen Dich selbst, aber eben auch gegen sie richtest.
Die Idee, so scheint mir, ist, würdest Du einen neuen Lebensabschnitt wagen, dann würde das bedeuten, daß die dir zugefügten Verletzungen überwindbar wären und damit würdest Du zugeben, daß das ja vielleicht alles nicht so schlimm war und das geht weder vor Dir selbst noch vor ihr.
Gehört in meinen Augen zu den völlig legitimen Arten und Weise sich das eigene Leben zu ruinieren, macht aber im Gegensatz zu einer Suchterkrankung nicht mal am Anfang Spaß.
Kennst Du den Satz: An Zorn festzuhalten, ist wie Gift trinken und darauf zu hoffen, der andere möge daran versterben?
Klar ist das alles nicht einfach, und wie der eingefügte Link ja zeigen soll, das ist schon ein sehr, sehr ernstzunehmendes Krankheitsbild. Und wie bei jeder Erkrankung kommt es dann eben auf Krankheitseinsicht und Gesundungswillen an. Es gibt da schon sehr viele Menschen, die machen es sich durchaus auch im sekundären Krankheitsgewinn bequem, was ich persönlich gut nachvollziehen kann.
Es ist halt wirklich, wirklich Sche*ße, erst Opfer zu werden und sich dann auch noch um Gesundung hart bemühen zu müssen. Mit zudem nicht garantierten Ausgang.
Im Grunde ist es letztlich eine Frage der Grundhaltung, die einem lehrt, welcher Mensch man tatsächlich ist. All diese Glückskeksweisheiten und großen moralischen Sprüche zur Überwindung von Unglück etc, woraus wir wirklich geschnitzt sind, wissen wir tatsächlich erst, wenn es uns wirklich betrifft.