Zitat von Scrawled: Ich verstehe die Kommentare der Usern hier nicht, die normalerweise schreiben, dass man eine kurzzeitige Affäre verzeihen kann. Hier doch nicht, weil ein Kind gezeugt wurde? Unterhalt hin und her. Vielleicht ist der Papa wohlhabend?
Es ist nunmal ein gravierender Unterschied, ob es einfach "nur" Fremdgehen war, oder ob ich dann für den Rest meines Lebens die Folgen dieses Fremdgehens vor Augen habe, ja auch noch sogar mittragen (aka mitkümmern) muss. Das Finanzielle wäre mir hier im ersten Moment auch zweitrangig. Der emotionale Verrat ist derart groß, ja es liest sich tatsächlich wie eine viel zu dick aufgetragene Daily Soap.
Die TE hat einen starken Kinderwunsch und die biologische Uhr tickt. In der Situation dann nach dem traumatischen Erlebnis der Fehlgeburt, jetzt noch ein Affairenkind vor die Nase gesetzt bekommen, das ist echt heftig. Zumal der Mann unmöglich in der Säuglingszeit und Kleinkind-Zeit einen regelmässigen Umgang haben kann OHNE regelmässigen Kontakt und Umgang mit der Kindsmutter.
Und sollte es bei Julikus dann nicht klappen mit dem eigenen Kind. Darf sie dann daneben stehen und zusehen, wie er sein Papa sein neben ihr auslebt? Bei der (Gott bewahre hoffentlich nicht) nächsten Fehlgeburt, die nächste anlabbert?
Da sind soviele Red Flags, dass ich gar nicht mehr weiss, wo ich zuerst aufzählen soll.
Zitat von Julikus: Er hat sich nicht gut kurz nach der Fehlgeburt verhalten, konnte mir keinen Trost schenken und Liebe geben, ...
Aber DAS ist bereits die erste gravierende Red Flag und da sind wir noch weit vom Betrug entfernt. Die wie ich vermute erste wirklich schwierige Lebenssituation und erlässt seine Partnerin im Stich. So ein schwaches, mickriges Männlein!
Was ist bei Problemen in der Zukunft (und die kommen garantiert) wenn ein Kind schwer krank wird, ein Unfall, wenn die Partnerin krank wird? Läuft er dann jedesmal weg oder ist emotional abwesend aka "krieg dich mal wieder ein, jetzt heulst du schon einen Tag lang?" Und nein ich male hier keine Horrorszenarien an die Wand. Das Leben wirft einem solche Steine schneller und öfter in den Weg, als einem lieb ist.
Zitat von Julikus: Ich denke begründet auf meinem Kinderwunsch und Ängsten vor der biologischen Uhr.
Liebe Julikus dieser Gedanke ist mir bereits beim Lesen deines Eingangspost in den Sinn gekommen. Aber ich denke wirklich, dass genau das hier bei dir der entscheidende Punkt ist, warum du ihm nicht stante pede einen Tritt verpasst hast. Und bei der Entscheidung ob du diese Beziehung wirklich fortführen möchtest, musst du versuchen diese beiden Punkte unbedingt zu trennen.
Du warst bereits dran mit der Kinderplanung, hattest die Zielline für deine Lebenswünsche und Zukunftsplanung vor Augen. Sich jetzt von dem Mann trennen, bedeutet natürlich nun erstmal die Kinderplanung wieder auf Eis legen.
Ich habe einige Freundschaften und Bekanntschaften in meinem Umfeld, wo Frauen genau wegen diese tickenden Uhr und Kinderwunsch bei ihrem Partner geblieben sind, und ich kann dir sagen...keine davon ist glücklich geworden, oder heute noch mit dem damaligen Partner zusammen.
Spätestens wenn dein Kinderwunsch erfüllt ist, und dieser innere Drang sich beruhigt hat, wirst du erkennen was für ein Würstchen du dann an deiner Seite hast.
Mit 36 Jahren hast du ja noch etwas Zeit, um etwas besseres zu finden. Im übrigen kannst du durchaus ein Kind bekommen ohne einen Partner an deiner Seite. Klar vielleicht nicht dein idealles Lebensmodell, Alleinerziehend zu sein. Aber mal ehrlich....bei der heutigen Scheidungsrate ist das ohnehin etwas, was jede Frau einkalkulierend sollte.