Zitat von Pinkstar: Ich kann verstehen, dass du davon nichts hältst.
Danke. Dazu OT: Vor relativ kurzem bin ich in die Notaufnahme gefahren, konkret zum psychiatrischen 24:7-Notdienst. Ich hatte 'ne Panikattacke und dabei auch Herzschmerzen, die natürlich die Panik noch verstärkten.
Ich bat also um eine körperliche Untersuchung, EKG oder so, um sichergehen zu können, dass zumindest mein Herz gesund genug ist, um mit Panikattacken fertigzuwerden.
Logisch? - Ja. Jedenfalls für normale Menschen.
Die diensthabende Psychiaterin aber war zu doof, das zu kapieren. Stattdessen hielt sie es für geboten, mir ein tiefschürfendes Gespräch über meine Kindheit und meine Beziehung zu meinem Vater aufzudrängen, weil auch er Panikattacken kennt und diese Neigung offenbar auf mich vererbt hat. Sie legte mir daraufhin eine längere "Therapie" ans Herz - das währenddessen unverändert raste und schmerzte. Mir aber mal den Blutdruck und Puls zu messen fiel der Psychiaterin nicht ein, und gar ein EKG hielt sie für völlig unnötig.
Das EKG erkämpfte ich mir dann doch, und es war völlig okay. Wenn mich also noch mal 'ne Attacke erwischt, dann tut es mir zumindest gut zu wissen, dass mir nichts passiert und ich darüber hinwegkomme. Das genügt mir schon. Auf die "Therapie"empfehlung dieser medizinischen Tieffliegerin pfeif' ich.
Ah, und noch was: Im Sommer 1994 landete ich mit Tatütata in der Notaufnahme eines kleinen Krankenhauses in Schleswig-Holstein. Mein Blutdruck war im Keller, denn es war ein recht heißer Tag, und ich hatte zum Frühstück zwar gut gegessen, aber auf meinen üblichen Kaffee verzichtet.
Der Arzt vom Dienst nahm meine Personalien und meine Anamnese auf: 25jährige schlanke Frau mit sehr niedrigem Blutdruck, ansonsten aber gesund und seit wenigen Tagen verheiratet.
Was würde jetzt jeder normale, logisch denkende Arzt fragen? Richtig: "Sind Sie schwanger?"
Dieser hier aber war mit Sicherheit ein Psychiater, denn er dachte nicht normal und logisch, sondern bestand vielmehr erst mal vehement darauf, dass ich Dro.konsumentin sein müsse. Warum? Wegen meiner Figur und weil ich an beiden Armen frische Einstichstellen hatte. Dass das lediglich die missglückten Versuche der Rettungskräfte waren, mir einen Tropf zu legen, nahm mir der Arzt nicht ab. Nein, nein, nein - das habe was mit Dro. zu tun.
Dann fragte er mich, ob ich nach dem Essen Brechreiz bei mir auslöse. - Nein, nie. Aber zu wissen, dass so was Bulimie heißt, machte mich erneut so verdächtig, dass der Arzt beschloss, mich stationär aufzunehmen.
Da protestierte ich.
Erst als einer der Rettungskräfte bestätigte, wovon meine Arme zerstochen waren und dass überhaupt nichts an mir für Dro.konsum spricht, beruhigte sich der Arzt und ließ mich gehen. Jedoch mit einem verschlossenen Brief und der Auflage, mir einen Hausarzt zu suchen und diesem diesen Brief auch verschlossen zu übergeben.
Ich haute schnurstracks ab und öffnete natürlich den Brief. Drin stand was von "V. a. Anorexia nervosa", also Verdacht auf Magersucht.
Als ich abends meinem Mann davon erzählte, wollte der sich totlachen. Denn ich bin von Mager-, Brech- oder Dro.sucht etwa so weit weg wie die Sahara von der Arktis.
Und woher ich den Begriff Bulimie kenne? Ganz einfach: Ich war in jungen Jahren Schreibkraft in einer Nervenklinik, interessiere mich seitdem für (forensische) Psychiatrie und kann sowohl lesen als auch Begriffe nachschlagen.
Aber das ist zu einfach, zu normal und zu logisch, als dass Psychofachleute es begreifen könnten.
Deshalb kann ich jeden verstehen, der auf die "Hilfe" solcher "Fachleute" schei... - pardon - dankend verzichtet.
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