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Partner mit Bindungsangst

Worrior
Zitat von Liv225:
Dessen wird man sich erst bewusst, wenn man es verstanden hat, und heilen konnte.

Vielleicht muss man erst durch die Hölle gehen um diesen Wahnsinn zu erkennen, weil man es vorher nicht glaubt?

x 2 #181


M
Zitat von Worrior:
Vielleicht muss man erst durch die Hölle gehen um diesen Wahnsinn zu erkennen, weil man es vorher nicht glaubt?

Der Mensch lernt am meisten durch schlechte Erfahrungen. Insofern ist die Fahrt "einmal Hölle und zurück" sogar sehr lehrreich.

x 2 #182


A


Partner mit Bindungsangst

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Liv225
@Margerite @Worrior

Stimmt alles.

Man läuft wie auf Eierschalen.
Wie wird er drauf sein, wenn er heimkommt…
Was kann man tun, damit es/er
friedlich bleibt.

Und man merkt nicht, dass diese Welt, in der man steckt ver-rückt ist…
Im wahrsten Sinne.

x 3 #183


PapaEmeritus
@Liv225

Verstehe ich absolut. Das schlimme ist ja, dass solche Menschen nicht böse sind wie ein Filmschurke, die können ja wunderbar switchen und plötzlich wieder nett sein. Und am Ende weiß man nicht mehr, was real ist. Und wenn man dann mit Außenstehenden spricht, schütteln die oft nur mit den Schultern. Nehm ich auch niemandem übel, man hat ja selbst extrem zu tun, zu checken, was passiert. Und auch das mit der Angst kann ich nachvollziehen. Ich bin zwar ein Mann, könnte mich quasi wehren, aber wenn ein Mensch keinerlei moralische Bremse hat, ist alles möglich. Und da ist es wahrscheinlich egal, ob dieser Mensch männlich oder weiblich ist.

x 3 #184


M
Zitat von PapaEmeritus:
@Liv225 Genau, man überbewertet positives, und denkt sich auch lange, das kann doch gerade nicht wirklich so passieren. Ist sicher ne Phase, oder überfordert, oder verletzt, oder was weiß ich. Die üblichen Ausreden halt. Die Vorstellung, dass manche Dinge wirklich bewusst so gemacht werden, war auch lange sehr ...

Wobei ich ehrlich sagen muss: wenn einem sowas passiert hat man meist einen auch einen blinden Fleck.
Bei mir waren es Muster aus der Ursprungsfamilie die mich AUTOMATISCH in die kognitive Dissonanz haben gehen lassen, wenn es um frühe Warnsignale ging. Und ich behaupte die gibt es immer!
Also bei mir gab es die immer: zB ein ungutes Gefühl. Das Gefühl einer dunklen Wolke über der Beziehung. Das Gefühl von Honig im Kopf oder Verwirrung nach Gesprächen. Oder einfach wie jemand zB über andere Menschen spricht!
Aber ich hatte gelernt zu nehmen was ich bekomme und den Rest schlicht auszublenden.
RÜCKBLICKEND gab es von Anfang an Hinweise. Aber ich war die Dynamiken aus meiner Ursprungsfamilie gewohnt und vermutlich von Geburt an reflexartig gewohnt, Signale oder gewisse Instinkte abzuschalten, die zwar da waren, ich aber nicht als Aufforderung zum Handeln! gesehen habe.
Ich denke viele haben das wenn auch in unterschiedlichen Bereichen. In meiner Familie war zB Alk. kein Thema. Daher war das auch in Beziehungen nie Thema. Ich war hier immer klar und hab mich gut geschützt.
Bei den "Familienthemen" Narzissmus, Manipulation, Benutzen und Missbrauch war ich komplett abgespalten von mir selbst. Und ich sehe das auch immer in den Biographien meiner Klienten. Man rennt in das Vertraute und es greifen die früh erlernten Coping Strategien, oft auch die Dissoziation. Bis man es versteht. Dann kann man sich schützen. Es ist ein Prozess und die TE geht da gerade durch. Ich fürchte es gibt hier auch keine Abkürzung.
Und der ursprüngliche Schmerz oder Verletzung muss teils auch in aller Heftigkeit gefühlt werden. Weil wer sich wieder fühlt in ehemals betäubten Bereichen fühlt auch seine Grenzen viel schneller und kommt garnicht erst so tief wieder in ungesunde Beziehungen rein. Ich behaupte wer ganz tief! in so ne Beziehung "reinrutscht" (begegnen kann jedem sowas die Frage ist ja wie weit gehe ich mit) war schon VORHER bestimmte Themen betreffend in der Dissonanz. Entweder aus der Ursprungsfamilie oder auch aus früheren Beziehungen. Manchmal vielleicht auch aufgrund eigener Bedürftigkeit und unerfüllten Sehnsüchten, die als Angriffspunkt der Manipulation dienen.

x 6 #185


M
Zitat von Margerite:
Der Mensch lernt am meisten durch schlechte Erfahrungen. Insofern ist die Fahrt "einmal Hölle und zurück" sogar sehr lehrreich.

Manche überleben es auch nicht...gesundheitlich oder seelisch..

x 1 #186


Liv225
@PapaEmeritus @merretich

Ob Mann oder Frau, ich denke auch, das gibt sich nichts.
Der emotionale Missbrauch wird von beiden Geschlechtern beherrscht.
Und handgreiflich werden, können Frauen auch.
Wie die unsere Köpfe und Gedanken verdreht haben…
Das ist nochmal ganz was anderes als „normal“ getrennt zu werden.

Und ja, es kommt auch aus der Kindheit.
Obwohl mein Vater ein sehr lieber Opa ist und jetzt auch Papa, war er ein sehr strenger Vater. Und dieses „auf Eierschalen gehen“ kannte ich auch von früher.

Das zumindest bringt so eine Beziehung mit sich, man hinterfragt mehr und lernt sein Inneres besser kennen.

Und - man sollte gleich auf seinen Bauch hören, beim ersten Treffen hatte ich da schon ein komisches Gefühl, hab es aber nicht ernst genommen, konnte es nicht einordnen.

Ich denke auch, nochmal würde das, wenn man es aufgearbeitet hat, nicht passieren.

x 1 #187


M
Zitat von Liv225:
@PapaEmeritus @merretich Ob Mann oder Frau, ich denke auch, das gibt sich nichts. Der emotionale Missbrauch wird von beiden Geschlechtern beherrscht. Und handgreiflich werden, können Frauen auch. Wie die unsere Köpfe und Gedanken verdreht haben… Das ist nochmal ganz was anderes als „normal“ getrennt zu werden. ...

Das Gute daran ist, dass man anschliessend ja weiss, dass man seinem Instinkt vertrauen kann!
Ich weiss nicht ob es einem dann nicht nochmal passiert.. mir sind manche Dinge mehrfach passiert. Aber mit jeder "Schleife" hab ich schneller und besser und gesünder reagiert. Aber manchmal braucht es diese Wiederholungen bis man ein Thema verstanden hat. V.a. wenn es eine frühe Prägung ist oder einem früh ein Reflex übergestülpt wurde aufgrund ungesunder Umgebung. Das verlernt sich nicht von heute auf morgen sondern Schritt für Schritt.

x 3 #188


PapaEmeritus
@merretich

Ich kann dich da beruhigen. Du musst keinen blinden Fleck haben, um an solche Menschen zu geraten. Wird eben immer nur gern erzählt, auch um sich selbst stark zu reden. Es wird ja gern erzählt, das ist nur passiert, weil du co abhängig bist, oder einen unsicheren Bindungsstil hast, oder deine Kindheitsprobleme mit deiner Mutter nicht aufgearbeitet hast und deswegen warst du empfänglich für sowas. Das muss nicht unbedingt so sein. Man muss sich einfach damit abfinden, dass es Menschen gibt, die nicht nach den „Regeln spielen“, die wir gesellschaftlich und zwischenmenschlich als sinnvoll erachten, vorgeben das aber zu tun, und dich dann auf die ein oder andere Art und Weise ausbeuten. Aber nicht, weil deine Kindheit schlimm war, oder deine Bindung zu deinem Vater nicht stark genug war, der Mensch hat einfach die Möglichkeit genutzt.
Und wenn du das erste Mal mit dem Gedanken spielst, das Ganze zu verlassen, bist du durch intermittierende Verstärkung schon soweit biochemisch gekidnappt, dass du einfach nicht gehen kannst. Es wirkt wie eine Sucht bei einem Spielsüchtigen. Der spielt auch in der Hoffnung, dass er beim 10. Durchgang 100 Euro gewinnt, hat bis dahin aber schon 2000 Euro verloren.
Ich bin zB ein ganz normaler, durchschnittlicher Typ, und ich hab dem Menschen einfach geglaubt. Hatte auch lange keinen Grund, das nicht zu tun.
Man kann immer seine eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten hinterfragen, aber man sollte sich nicht zu sehr geißeln.

x 2 #189


M
Zitat von PapaEmeritus:
@merretich Ich kann dich da beruhigen. Du musst keinen blinden Fleck haben, um an solche Menschen zu geraten. Wird eben immer nur gern erzählt, auch um sich selbst stark zu reden. Es wird ja gern erzählt, das ist nur passiert, weil du co abhängig bist, oder einen unsicheren Bindungsstil hast, oder deine ...

Ich sag ja jeder kann jederzeit an ungesunde oder gar gefährliche Menschen geraten!
Ich für mich halte mich und wird mir auch oft gesagt für einen psychisch absolut stabilen Menschen.
Da ist kein "Fehler" oder Schuld die es zu geisseln gäbe.
Aber zweifelsohne- ich rede von MEINEN Erfahrungen- bin ich manch ungesunde Beziehung (nicht nur romantische, manches hat sich auch auf beruflichen Bereich oder Freundschaften übertragen) länger eingegangen, weil ich gewisse Verhaltensmuster als Kind in meiner Wahrnehmung abspalten MUSSTE um zu überleben (und das teils so früh dass es wie ein Reflex war) und deshalb Anzeichen übersehen habe und sei es nur ein Gefühl, das etwas grundlegend nicht stimmt, was ich verdrängt habe.
Jeder redet hier ja von seiner Perspektive. Und das ist meine persönliche Erfahrung.
Da gehts für mich auch eher darum mich selbst zu verstehen und beim nächsten Mal meine Instinkte oder Wahrnehmungen ernster zu nehmen um eingreifen zu können, nicht darum dass ich schuld wäre, wenn jemand andres ein Vollhonk ist oder sich wie einer verhält, ob Männlein oder Weiblein.
Ich persönlich habe niemanden zwei Jahre absolut liebenswert und dann plötzlich als toxisch erlebt.
Aber durchaus habe ich es geschafft, mehrere Jahre nur die liebenswerten Seiten sehen zu wollen und viel andres was offensichtlich war (auch wenn es vielleicht nicht mich betraf sondern andere Menschen, vielleicht auch ganz klare Aussagen oder "Warnungen" vom Betreffenden selbst oder ein schlechtes Gefühl) solange auszublenden bis ich es nicht mehr konnte oder es mit Wucht auch mich betraf, zB aufgrund einer gesetzten Grenze oder einfach durch den Zeitverlauf. Wie gesagt MEINE Erfahrung.

x 3 #190


Liv225
@merretich
dann wünsche ich Dir, dass Du nur noch gesunde „Schleifen “ knüpfst.

Ich hatte ja die lange Jugendliebe plus Ehe, dann eine „normale“ Beziehung, die eben nicht gepasst hat. Und dann den wie oben beschrieben.
Also sehr unterschiedlich.


Aber diese Menschen wie @PapaEmeritus sagt, wirken wie eine Sucht.
Man ist ziemlich chancenlos, bis man dahinterschaut wie sie ticken.

Hauptsache, man findet raus und wieder sich selbst.

x 2 #191


PapaEmeritus
@merretich
Ich weiß, bei vielen gingen die Probleme eher los. Dieses typische Bild, dass so nach 3 Monaten alles schlimm wird, ist eher sehr allgemein dargestellt. Es gibt so „slow burn“ oder „high function“ Typen, die sind unfassbar lange vollkommen unauffällig. Solange alles stabil lief, gabs wahrscheinlich auch keinen Grund zu eskalieren. Oft „fällt die Maske“ erst dann, wenn das System unter Druck gerät, zB durch Kritik usw, du weißt was ich meine. Ich gehöre zB auch nicht zu denen, die diese typischen Schleifen 10 Mal durchlaufen mussten, bis sie merken, dass da gewaltig was schief läuft, und dass das nette Verhalten irgendwie nur die andere Seite der Grausamkeit ist. Trotzdem hab ich Monate gebraucht, um unter den Trümmern hervorzukriechen, weil der Schock über die Realität unfassbar groß war.

x 2 #192


M
Zitat von PapaEmeritus:
@merretich Ich weiß, bei vielen gingen die Probleme eher los. Dieses typische Bild, dass so nach 3 Monaten alles schlimm wird, ist eher sehr allgemein dargestellt. Es gibt so „slow burn“ oder „high function“ Typen, die sind unfassbar lange vollkommen unauffällig. Solange alles stabil lief, gabs ...

Ja der Schock kann heftig sein. Eben weil der andere einem ja so nahe war.
Ich nehm als Beispiel gerne, dass ich vor paar Jahren mal einen Mann gedatet hab. Er war charmant, gut aussehend, hatte ähnliche Interessen etc. BEIM ERSTEN DATE stieg er aus dem Auto und ging auf mich zu.
Und in diesem Moment sagte etwas in mir: "lass es". Da war irgendwas in der Ausstrahlung und im Gangbild, was mein System alarmiert hat. Was soll ich sagen, er war nett, angenehm im Gespräch, hatte scheinbar alles was ich damals gesucht hab. Nach drei bzw. sechs Monaten stellte sich heraus, dass er bei der kleinsten Kritik oder Grenzsetzung meinerseits total durchdreht! Ich bin schnell ausgestiegen. Es ist auch kein Schaden entstanden und ich hatte ihn schnell vergessen und die netten Unternehmungen im Sommer mit ihm einfach als schöne Abwechslung eingestuft. ABER ich hab es irgendwo schon beim ersten Treffen gewusst. Mich selbst aber nicht ernst genug genommen. Ich habe einfach- hat vielleicht auch nicht jeder- eigentlich einen sehr guten Instinkt. Aber ich wurde jahrelang trainiert ihn zu ignorieren bzw nicht als handlungsleitend zu betrachten. Eigentlich ist das ein Geschenk. Betrifft wie gesagt nicht nur Beziehung sondern auch Freundschaften oder jobs oder so. Und ich hab jetzt auch schon sehr lange nicht mehr dagegen gehandelt 😜

x 2 #193


PapaEmeritus
@merretich

Im Nachhinein erinnert man sich dann natürlich an bestimmte Dinge, die erst im Nachhinein Sinn ergeben. In meinem Fall hat sich der Mensch zB von Anfang immer so als Opfer dargestellt, diese Menschen haben ja immer diese Opfermentalität. Oder dieses schnelle aufbauen von Nähe, von 0 auf 100, auch schnell so die ersten „Eingriffe“ in mein Privatleben, aber alles noch so, dass es irgendwie ambivalent war, nicht wirklich klar übergriffig, aber auch nicht so, dass ich nicht drüber nachgedacht habe. Hat aber irgendwann aufgehört. Das erste Mal bin ich wirklich aufmerksam geworden, als ziemlich invasives Kontrollverhalten einfach so aus dem nichts kam, inklusive Überprüfung von Arbeitszeiten und sowas. Und diese unsäglichen Double Binds (Doppelbotschaften). Die erste Abwertung war dann schon ein Schock, dieses Silent Treatment immer war unfassbar zerstörerisch, und als dann noch an meiner Wahrnehmung rumgespielt und immer mehr die Realität verzerrt wurde, war mir klar, hier stimmt gewaltig was nicht. Man kommt aber eben nicht so einfach raus, weil man ja den netten Menschen für den echten Menschen hält, und den Rest für Ausrutscher, problematische Phasen usw. Man kommt ja lange nicht auf die Idee, dass die Realität tatsächlich eher umgekehrt ist.

Heute sag ich mir, wenn mir ein Mensch zeigt, wie er ist, glaub ich ihm das beim ersten Mal.

x 1 #194


Liv225
@PapaEmeritus
Wenn Du so schreibst, da sehe ich den Menschen, der hier bei mir war, so genau vor mir.
Diese immer schlimmer werdende Kontrolle, Silent Treatment, Verdrehungen, und immer mehr Wut ..und immer wieder „entschuldigt“… weil er ja auch so gut in der „Opferrolle“ war..
Und auch
@merretich Kritik ( und die wirklich nicht groß) wurde zum Riesendrama. Nachtragend ohne Ende. Immer wieder dieselben Sachen ( die zu dem noch nicht mal wahr waren)

Gut, dass wir raus sind.

x 3 #195


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