Nalf
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Vielleicht hilft es Dir ja auch, Dir selber eine Timeline zu setzen, bis zu der Du für Dein Kind und Dich Klarheit und Verlässlichkeit brauchst.
Ob Du die dann an Deinen Mann kommunizierst oder sie nur für Dich einhältst, würde ich mit einer Psychologin, vielleicht ja der von eurer abgebrochenen Beratung, klären.
Aber vielleicht nimmt es Dir ja etwas den Druck, das Familienleben noch "hinbiegen" zu wollen, wenn Du für Dich selbst z.B. sowas hier festlegst:
Ich schau mir das jetzt noch maximal 6 Monate an. Bis zum 21.6. schreibe ich mir auf, wie häufig er nachts verschwunden ist, Termine, die auch mich oder das Kind betrafen, kurzfristig abgesagt hat, wieviele Male er mit schlechter Laune die Familienstimmung verhagelt hat und was er alles unternommen hat, um an diesen Zuständen etwas zu ändern. Und am 21.6. sehe ich die Tendenz, ob noch was besser wird oder er sich in diesem Verhalten verfestigt hat. Bis zum 21.6. sage ich ihm zwar stets, was mich stört und was ich für unmöglich halte, mache aber keine Lösungsvorschläge, Rettungsversuche oder große Vorhaltungen mehr, frage ihn nicht, ob er uns noch liebt oder die Familie will, denn Verhalten ist eine Sprache.
Denn Du hast mit Deiner letzten Nachricht an ihn alles gesagt und ausgek*tzt, was es zu sagen gab. Du kannst das nächste halbe Jahr jetzt entweder um seine Launen herumkreisen und ständig das gleiche Fass aufmachen. Oder ihn in dem, was er gibt, beobachten und Dich so umstellen, dass Du nicht mehr auf seine Kooperation angewiesen bist und Dich sein Verhalten nicht mehr treffen kann und Kraft kostet.
Und in einem halben Jahr schaust Du dann, ob er nur Kraft nimmt oder auch Kraft gibt bzw. in welchem Verhältnis seine Störung Deines Seelenfriedens und des Grundvertrauens eures Kindes zu seinen Zeiten, in denen er ein liebevoller und verlässlicher Partner und Vater ist, stehen.
Dann ist Deine Entscheidung nicht von seiner Tagesform abhängig sondern von dem, was wirklich zwischen euch beiden die letzten 6 Monate vorgefallen ist.