Zitat von DieSeherin: du könntest doch mal damit anfangen, dass du nicht weißt, wie du damit umgehen sollst. dass du total überrumpelt warst und irritiert.
Das finde ich an sich auch eine gute Idee, danke!
Ja ... im Endeffekt stimmt es schon, ich muss mit ihm sprechen. Fragt sich nur, ob ich genug Courage aufbauen kann, um das so ruhig, oder sagen wir mal, abgeklärt, abzuliefern, wie ich es mir vorstelle.
🤣 Zitat von DieSeherin: du bist doch emoional instabil, eben weil du nicht mit ihm redest, oder?
Vielleicht unter anderem, aber vor allem, wegen anderem Krams, die Trennung, meine Eltern/Familie und so weiter ...
Mit ihm zu reden hilft (im Allgemeinen) dass ich mich besser fühle, ich will halt nur nicht, dass es zu viel ist. Denn wie hier im Thread auch schon besprochen, kann (und muss) ein Partner das ja auch nicht immer leisten.
Zitat von DieSeherin: wieso hast du eigentlich ständig dieses gefühl, dass er "eh schon belastet" ist? weil du kinder hast?
Auch, ja. Kinder bringen halt Stress mit sich, den er vorher nicht kannte. Natürlich mehr für mich, als für ihn, aber wenn ich z. B. irgendetwas in der Schule klären muss, dann brauche ich ja auch jemanden, bei dem ich das rauslassen kann.
Und dann auch, wenn ich dann ein hundertstes Mal vor ihm sitze und mich ausheule, weil meine Mutter nicht mit mir redet, oder weil mein Vater irgendetwas Abfälliges über mich (auch wenn er mich ebenfalls seit 2+ Jahren nicht gesehen hat) zu meinen Kindern sagt usw ...
Zitat von DieSeherin: so ganz in deiner "gleichgeschlechtlich welt" bist du noch nicht angekommen, oder?
Ich muss ehrlich sagen, als ich den Teil des Kommentars heute Nachmittag gelesen habe, saß ich erstmal fünf Minuten da und hab an die Wand geschaut, haha.
Und da mich meine intensive Reaktion auf die Worte tatsächlich sehr beschäftigt hat, musste ich das gleiche erstmal meinen Partner fragen. (Der mich an ein paar peinliche Sachen erinnert hat)
Die Wahrheit ist, nein. Bin ich wohl nicht.
Ich glaube nicht, dass mein Schw.ulsein etwas Besonderes oder Wichtiges ist, wahrscheinlich ist es das am wenigsten Interessante über mich, nur bringt es mir momentan einfach noch einige Probleme (nicht einmal so sehr intern wie extern). Manchmal - auch wenn ich das niemals laut aussprechen würde - frage ich mich schon, wie es wäre, wenn ich es einfach für mich behalten hätte und bei meiner Exfrau geblieben wäre.
Total peinlich! Aber einer der Gründe, warum ich mich nicht gerne mit der einen Freundesgruppe meines Partners treffe (abgesehen von denen, die ich schon genannt habe), ist, dass sein Exfreund ein totaler Flirt ist. Ständig kommt irgendein Spruch, nicht nur gegenüber meines Partners, sondern auch an mich gerichtet, er packt einen ständig an beim Reden (an der Schulter, am Bein) und damit kann ich einfach (noch?) nicht umgehen.
Als ich meinen Partner danach drauf angesprochen habe, meinte er "das wäre ja nur Spaß" und "ach so ist er halt", schön. Aber ich bin so nicht. Und wenn ich ihn sehe, dann frage ich mich sowieso, wie es sein kann, dass wir beide meinen Partner gedated haben/daten, denn wir sind extrem unterschiedlich.
Und dann macht es mich unsicher, dass ich so unsicher bin. Denn anscheinend steht er ja - wie an seinem Exfreund deutlich wird und auch an den ehemaligen Partnern, an die ich mich von ihm erinnern kann, als wir noch nur befreundet waren - eigentlich auf selbstbewusste Männer, die wissen, was sie wollen, die wissen, wer sie sind. Und nicht auf Typen wie mich. Mein Partner nimmt das mit Humor und hat mir auch sofort positiv zugeredet. Gemeint, dass das ja auch klar ist, weil er so viele Jahre Vorsprung hatte und ich (zeitlich) jetzt erst so lange über meine Sexualität Bescheid weiß, wie er als er 14 war.
Er nimmt es mit Humor und hat mich auch noch nie zu etwas gedrängt und voll und ganz meine Grenzen akzeptiert und respektiert. Sogar als ich zusammengezuckt und 'nen Meter zur Seite gesprungen bin, als er das erste Mal nach in der Öffentlichkeit nach meiner Hand gegriffen hat.
🤦♂ Es hat sich zwar etwas gebessert, aber so einen kleinen "Sicherheitsabstand" halte ich trotzdem zu ihm, sobald Leute in der Nähe sind.
Das Schlimmste daran ist, dass ich nicht einmal weiß, vor wem ich mich eigentlich verstecke. Meine Familie weiß Bescheid und hat ihre Konsequenzen daraus gezogen, alle Menschen, die mir in meinem Leben wichtig sind, wissen Bescheid und wie Kleinstädte/Dörfer es so an sich haben, wissen auch andere Bescheid.
Vor wem renne ich weg und
warum?