Zitat von Amorelius: zum anderen weiß ich nicht wie lange ich noch in dem Umfang für unsere Tochter sorgen kann, denn die sehkraft schwindet immer mehr und als voll blinder bekomm ich es nicht gebacken.
Deine Tochter wird dich aber auch noch brauchen, wenn du blind bist.
Sie ist fast erwachsen und hat kein gutes bzw. nahezu gar kein Verhältnis zur Mutter.
Wie stellst du es dir vor, nicht mehr für deine Tochter da zu sein, wenn du irgendwann blind bist ?
Ich habe erst vorgestern einen Artikel über ein blindes Paar gelesen, das gemeinsam zwei Kinder bekommen hat und diese ganz alleine großzieht.
Die Kinder sind inzwischen schon etwas größer und es ist alles gut gelaufen.
Ich kann so gut nachvollziehen, dass nicht jeder so etwas leisten kann, und darum geht es auch nicht...
Doch dein Kind ist ja fast erwachsen, und sie braucht dich doch nicht mehr, um ihr über die Straße zu helfen oder nach dem Essen den Mund abzuwischen.
Nahezu alles, was man mit seinen zwei Händen tun kann, kann sie inzwischen doch selbst.
Andere machen mit 16 eine Ausbildung und werden Krankenpfleger.
Insofern frage ich mich inwieweit du dein fast volljähriges Kind Nicht mehr betreuen können solltest?
Alles, was sie weiterhin von dir brauchen wird ist, dass du für sie da bist. Ihr zuhörst. Ggf. mit gutem Rat zur Seite stehst.
Tat... das können nicht alle Eltern leisten.
Ich hatte selbst auch eine kranke Mutter und einen Vater, der abwesend war als ich etwas größer war (Scheidungskind) und ich musste sehr sehr vieles alleine machen.
Meine Mutter war allerdings nicht nur physisch sondern auch psychisch sehr krank und daher nie wirklich für mich da oder erreichbar.
Was hätte ich darum gegeben, einen Elternteil zu haben, der mir wenigstens zuhört und mir mir spricht!
Interessanterweise war einer meiner liebsten Menschen mein quasi Patenonkel, der nahezu blind war (durch einen Unfall).
Er hörte mir zu. Hatte immer tolle Gespräche, Zeit und Rat für mich.
Er tat so viel für mich - obwohl er nichts sehen konnte und mich nie aktiv, mit Taten, hatte unterstützen können. Aber er war da. Und das zählte für mich immens viel. (Leider ist er viel zu früh gestorben.)
Gib deiner Tochter bitte nicht das Gefühl, sie müsste zu ihrer Mutter wenn du vollständig blind bist.
Das würde ihr mit Sicherheit mehr Angst und Sorgen bereiten als alles andere! Gerade, weil sie nicht wirklich eine Mutter hat (für sie muss es sich definitiv so anfühlen nach allem, was du schilderst) braucht sie dich doch umso mehr!
Lass dir/euch beiden bitte helfen! Es gibt so viel Hilfe für solche Einschränkungen...
Mein Patenonkel hatte da auch Probleme. Er konnte sein nahezu blind Sein niemals akzeptieren und schlug sich alleine durch.
Da er keine eigenen Kinder hatte, ging das auch irgendwie gut.
Aber du hast eins - und deine Tochter braucht dich!
Die egozentrische Mutter würde sie auch brauchen, aber ich würde mir keine Hoffnungen darauf machen, dass die Dame das auf absehbare Zeit in irgendeiner Form kapiert.
Alles Gute für euch zwei!