Zitat von Kaetzchen:Hä?!
Vergiß es!
In meinem nächtlichen Zustand verschmilzt mir die Welt zu einer einzigen, und dann bedenke ich gar nicht, daß Österreich, wo man das versteht, ja nicht die ganze Welt ist.
Es geht sozusagen um ein etwas männerfeindliches Kulturgut, in einem übertragenen Sinn verstanden

.
Die Gedanken zu Anziehung und Verbundenheit habe ich sehr interessant gefunden.
Bei meiner Ex und mir war es ja so, daß wir von Anfang an eine tiefe Verbundenheit verspürt haben, und das, obwohl wir uns im Internet kennengelernt haben (wie schon einmal erwähnt, hatte die Plattform nichts mit Liebe, Beziehung, S. usw. zu tun), uns real also anfangs in keiner Weise kannten. Ich habe das gar nicht als Anziehung erlebt, sondern tatsächlich als eine Verbundenheit, von der man nicht weiß, woher sie kommt. Und ihr ist es nicht anders ergangen. Gerade so, als würde man sich wiederbegegnen nach einer langen Zeit, und alle Gefühle, alle Vertrautheit, alle Liebe wären sogleich wieder da. Oder waren auch nie weg. Sondern seien vielmehr nur wieder ganz aktuell geworden, als kehrte jemand von einer längeren Reise zurück. Man braucht von sich eigentlich gar nicht viel zu erzählen, weil man sich in gewissem Sinne ja schon kennt, in einer vertieften und vertrauten Weise. Man erzählt sich vielmehr vor allem von der Reise, von den Ereignissen während der Abwesenheit.
Z. B. die Frage der s.llen Anziehung: Sie war ein ziemlicher Angstmensch, und einmal, noch bevor wir uns real getroffen hatten, meinte sie ganz aufgeregt und aufgelöst, sie müsse mir unbedingt etwas sagen, auch wenn das nun alles zunichte machen könnte. Sie sei beim Friseur gewesen, und die Friseurin habe sie mit einem Rasiermesser leicht geritzt. Und nun fürchte sie, dadurch mit HIV infiziert worden zu sein, und das müsse sie mir sagen, weil wir dann ja keinen S. haben könnten. Und ich habe dazu nur gesagt, selbst wenn wir keinen S. haben könnten, würde ich sie nicht weniger lieben und dennoch mit ihr eine Beziehung haben wollen. Und das war durchaus auch nicht geschwindelt. Das war mein vollster Ernst.
Auch wenn wir dann auch in ero. Hinsicht niegekannte Höhenflüge erlebt haben, war es gar nicht so, daß das die Anziehung ausgemacht oder eine irgendwie herausragende Bedeutung in unserer Beziehung gespielt hätte. Es war, würde ich sagen, ein wunderbarer Nebeneffekt. Aber diese Verbundenheit wäre, dessen bin ich mir sicher, auch ohne S. keine andere gewesen, weil sie auch schon da war, bevor wir an S. auch nur dachten.
Aus diesem Grund glaube ich, daß man durchaus nicht naiv sein muß wie ein Zauberhut-Kaninchen, wenn man der Überzeugung ist, daß es - wenn auch selten - eine Verbundenheit gibt, eine Art natürliche tiefe Verbundenheit, die auf ganz anderen Wegen daherkommt als üblich. Die nicht erst entstehen muß, sondern die einfach da ist. Anders kann zumindest ich es mir nicht erklären, obwohl ich durchaus nicht arm bin an allen möglichen Erklärungen.
Gerade das eben erscheint mir auch als das Geheimnis hinter jeder ernsthaften Liebe - diese Verbundenheit, die ihren Grund gar nicht kennt, ein gegenseitiges Kennen und Erkennen ohne vieler Worte.
Ich habe daran auch bereits gedacht, als Kätzchen früher sinngemäß meinte, sie kenne ja Männer, die an sich ganz ihren Vorstellungen entsprechen, aber der Funke springe einfach nicht über. Und ich glaube, das liegt eben daran, daß sich diese eigenartige Verbundenheit nicht aus bestimmten Eigenschaften heraus ergibt, die man an sich als anziehend und für einen bedeutungsvoll und wesentlich erachtet, sondern aus dem Wesen und der Natur der beiden Menschen insgesamt.
Eben das macht ja auch den Unterschied: Man "liebt" dann nicht bestimmte Eigenschaften, sondern tatsächlich diesen Menschen. Und dann werden auch die Fragen nach Anziehung, Sicherheit, Vorteilen, diesen und jenen favorisierten Eigenschaften ganz bedeutungslos, und man fragt auch nicht mehr nach der Ergiebigkeit oder Unergiebigkeit einer Liebe. Was ist, braucht sich nicht zu beweisen.
Und was nicht ist, sich aber dennoch beweisen will, fährt ohnehin früher oder später geradewegs in die Binsen.