ysabell
Gast
Zitat:Und in Deinen Träumen, in denen sich Neddilein ausgebreitet hat, werde ich erst recht keinen Platz finden, so daß Du darüber erzählen und ich mich daraus deuten könnte.
wie kommst Du darauf?
Ich habe bereits von Dir geträumt.
Zitat:Noch schiefer kann es nicht mehr laufen, sonst fange ich zu fallen an.
verstehe ich nicht. Wie meinst Du das?
@Bekannte
Zitat:Zu Kriegen und vaterlos Aufgewachsenen möchte ich mal dran erinnern, dass die heute 60-80 Jährigen wegen des Kriegs mindestens gleichermaßen ohne Vater oder mit einem psychisch zerrütteten Vater aufwuchsen wie heutige Generationen.
Wenn junge Männer heute verwirrter, unschlüssiger oder weicher daher kommen als frühere Generationen, wird das wohl eher daran liegen, dass deren Leben nicht sicher vorgezeichnet ist oder voller Hoffnungen steckt. Der soziale Abstieg ist heute viel schneller möglich, die Aussortierung ist viel rigoroser. Mein Mathelehrer konnte noch damit drohen, dass der Fünferkandidat es nur zum Pförtner oder Müllmann oder "beim Benz ans Band" bringen würde. Pförtnerjobs gibts heute kaum noch und ein fester Job bei der Müllabfuhr nach Tarif liegt mittlerweile im sozialen Mittelfeld. Den "Benz am Band" Job hätten heute viele gerne.
sehr interessante Gedanken.
Zitat:Arbeitslose (Männer) nicht zu daten liegt nur zum Teil an der vermuteten geringen (finanziellen) Leistungsfähigkeit. Der größere Teil ist das, was Arbeitslosigkeit mit Menschen macht. Arbeitslosigkeit bricht Menschen, erklärt sie für (vorübergehend) entbehrlich, ausgeschieden, bedürftig, ungewollt. Und diese Konnotation macht Menschen klein und traurig - und manchmal auch sarkastisch bis bitter. Und wer würde einen sich klein fühlenden, traurigen, bitteren fest Angestellten oder Beamten daten wollen? Eben.
Die Frage ist aber doch, ob das Markierte überhaupt so sein muss.
Mir hat einmal meine betagte Vermieterin erzählt, wie unglaublich einfach es früher war, einen Job zu bekommen. Heute muss man schon für die schlechtbezahltesten Jabs nen fetten Lebenslauf und 5 Fremdsprachen hinlegen können..., damals war das ganz anders...
Nun leben wir aber nun einmal in einer Zeit, in der es (für viele) schwer ist, überhaupt noch einen Job zu finden. Da könnte das Umdenken ja dann mal beginnen. Ist es wirklich so schrecklich wenn jemand keine Arbeit hat? Es gibt sooo viele sinnvolle Tätigkeiten, auch ohne Bezahlung...Aber Menschen ohne Arbeit werden ja sogar schon diskriminiert. Diese Tatsache bzw. die Angst davor ist es doch, die aus einem Arbeitslosen einen so bitteren Menschen machen kann- aber nicht müsste.
Bestünde nicht ein so großer psychischer Druck wenn Arbeitslosigkeit eintritt, könnte man die freie Zeit für zahllose sinnvolle Tätigkeiten nutzen.
Ich empfinde es als eine Katastrophe, dass bezahlte Arbeit einen so hohen Stellenwert hat, dass ein Mensch tatsächlich zu brechen droht nur weil er nicht arbeitet.
Das Selbstverständnis ist viel zu sehr an die Arbeit gekoppelt. Lieber wird aus dieser Angst heraus über viele Jahre ein total sinnentleerter Job gemacht, ja manchmal das ganze Leben! nichts anderes getan, als etwas zu tun, das einem wirklich am Herzen liegt.
Meine große Liebe entschied sich dafür, jahrelang nicht zu arbeiten. Ich habe nie einen aktiveren, interessanteren Menschen als ihn kennengelernt. Und auf die teuren Reisen verzichte ich gerne, wenn ich dafür andere Abenteuer mit meinem Liebsten erleben kann (das eine schließt das andere natürlich nicht automatisch aus).
Zitat:Da sind die Fragen, ob man mit einer finanziell schwächeren Person unbefangen essen gehen und in Urlaub fahren kann bzw. wie man das anspricht und regelt, nur das Sahnehäubchen auf dem Berg an Gründen, warum Arbeitslosigkeit häufig auch zu Beziehungslosigkeit führt.
also ich gehe auch allein nicht unbefangen teuer essen

Danke. Ich habe heute schon länger überlegt, was ich zu Urmels Beitrag schreibe, aber es immer wieder verworfen. Was du schreibst, trifft es aber absolut. 