Ricky
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Zitat von Kaetzchen:Also da fühle ich mich jetzt persönlich angegriffenund muss daher etwas dazu sagen, weil das so ganz einfach nicht wahr ist. Mein Ex-Mann war damals für mich die ganz große Liebe, und das war und blieb er auch viele Jahre lang, obwohl die Beziehung für mich nie "ideal" war oder so, wie ich sie mir gewünscht hätte. Aber ich habe ihn geliebt.
Allein hier frage ich mich dann: Warum war es denn nie "ideal"? Was fehlte denn so sehr, dass es nicht mal für ein "ideal" reichte? Und wenn doch Liebe (die vielseits beschriebene Allmacht) vorherrscht, wieso richtet es dann nicht?
Zitat:Ich hatte keinen Kinderwunsch, unser Kind ist damals "passiert" und das auch noch zu einem für mich beruflich extrem ungünstigen Zeitpunkt. Mein Mann war damals sehr viel glücklicher darüber als ich, denn wir waren schon ein paar Jahre zusammen, aber er hatte immer Angst, dass ich ihn verlasse. Das Kind war für ihn DIE Bindung, die er sich immer gewünscht hatte.
Und? Warum gewann er diesen Eindruck? Weil Du es vermutlich immer vorhattest? Ein Kind ist passiert... puh... Im Zeitalter der Aufklärung kann ich ehrlich gesagt nur noch mitm Kopf schütteln.
Zitat:Und so hat er sich dann danach, nach Kind und Heirat und Hausbau, eben auch benommen mir gegenüber. Frei nach dem Motto: da muss ich mich jetzt nicht mehr kümmern, die hab ich mir ja gesichert, die Frau, die kann ja gar nicht weg. Er wusste auch, dass ich nie gegangen wäre, dafür war mein Wunsch nach heiler Familie - die ich schließlich von zu Hause aus auch so kannte - einfach zu groß. Also hab ich geackert wie blöd, um diese Beziehung für mich irgendwie lebbar und aushaltbar zu machen, denn das habe ich mir gewünscht, eine für immer dauernde, schöne Beziehung, eine heile Welt, und das habe ich leider alleine getan. Viele Jahre lang.
Oder das ist einfach nur Dein Eindruck und Deine Seite der Geschichte und in Wirklichkeit sah es ganz anders aus. Und die heile Welt willst Du ja jetzt offenbar auch nicht mehr. Komisch, wie sich das alles so wandelt, hm? Gehässig könnte ich jetzt sagen: Wie es einem gerade in den Kram passt. Urmel würde das sofort mit einem "Emotionen nur für den Moment etc. etc." kommentieren.
Zitat:Bis Kind und Leidensdruck dann parallel so groß geworden sind, dass ich einfach nicht mehr konnte. Und erst da ist er "aufgewacht" - aber da war es natürlich schon einige Jahre zu spät. Wir haben viele Krisen (berufliche, private, familiäre) miteinander durchgestanden in all den Jahren. Ich habe IMMER hinter ihm gestanden, immer. Ganz egal, was war, und da war so einiges. Und als bei mir dann ein einziges Mal was "war" und ich ihn wirklich gebraucht hätte, da griff ich ins Leere. Und da war mir klar, dass ich offenbar ganz allein in einer Beziehung war.
Da ist dann auch wieder für mich die Frage. Wie konnte das so lange so gehen, wenn Du offensichtlich schon "Jahre" damit zu kämpfen hattest, dass hier ein Kommunikationsproblem vorherrscht. Und da ist das "Liebe"-Argument auch mehr Totschlag als alles andere. Aber das wird heute ja gern mal rangezogen: "Ich hab ihn halt geliebt". Hier wäre Urmel dann mit einem Emotion = Realität zur Stelle. Ich nenn's mal n bisschen schwachsinnig. Aber hey, jedem das Seine.... jeder das Ihre?
Zitat:Ich habe meine ganze Geschichte hier nie aufgeschrieben, es wäre auch viel zu viel und es ist inzwischen für mich ok und durchgearbeitet, aber ich wehre mich entschieden dagegen hier als eine Frau abgestempelt zu werden, die sich irgendeinen "Versorger" (ich war in 16 Jahren Ehe z.B. deutlich öfter die Versorgerin als umgekehrtgeschnappt hat, um mit ihm ein Kind zu kriegen, und dann aus Jux und Dollerei (oder wegen irgendwelcher Hormone) den armen Mann zu verlassen, um mich auszuleben. Das ist definitiv nicht der Fall. Ich habe viele Jahre gekämpft wie eine Blöde, ich fühle mich davon immer noch erschöpft und leer, deshalb musste ich gehen, sonst wäre ich restlos ausgebrannt.
Nicht Versorger... einen "Erzeuger" (kommt meist von Ostmüttern, der Begriff scheint da geprägt worden zu sein). Du kannst nunmal kein Kind ohne Mann machen, egal, ob der real da ist oder ausm Reagenzglas kommt. Sorry, aber da ist es eigenes Versagen nicht vorher mal abgecheckt zu haben, was eigentlich so schief läuft bei Dir, bei ihm etc. Und das "Ausgebrannt"-Argument ist ja althergebracht, das gibt's ja seit den 90s zu Hauf. Da wäre seine Seite halt echt mal spannend. Aber die werden wir eben nie hören.
Zitat:Und jetzt weißt Du zumindest von mir ansatzweise, was bei MIR schief gelaufen ist, dass ich vorerst gar nichts mehr will. Weil es mir alleine so viel besser geht als vorher. Ich habe und brauche meine Kraft für mich, und das fühlt sich für mich gerade sehr gut und richtig an. Und solange da niemand kommt, der MIR Kraft und Energie und Halt geben kann, bleibt das auch so.
Das kann aber auch alles nur Deine emotionale Wahrnehmung sein, die Dir da die Sicht verhagelt und objektiv gesehen vllt. gar nicht so bitter, wie Du es gerade schilderst. Und genau diese emotionale Wahrnehmung sehe ich im Beruf ja sehr häufig auf ner ganz falschen Ebene angesetzt. Deshalb schreibe ich, wie ich eben schreibe. Natürlich mag es bei Dir tatsächlich so sein, aber dann ist eben die Frage: Warum so lange ausgeharrt? Du Doof.