Zitat von Keto:
Wenn mehr Kinder in der Mittelschicht gewollt sind,- dann darf keine Mittelschichtsfamilie durch Kinder finanziell schlechter gestellt werden.
...das wir mal einer Meinung sind
Aber genau da sehe ich (zumindest hier zu Lande, aber ich denke, da unterscheiden wir uns nicht unbedingt) das große Problem: Dass die Mittelschicht Gefahr läuft, weg zu brechen. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit tut ihr Übriges dazu.
Und um jetzt den Bogen, zur Schwierigkeit die "perfekte" Beziehung zu finden, zu schaffen, komme ich zur oft zitierten Attraktivität des Mannes:
Der Mann sollte heute nicht nur gut aussehen (auch relativ neu diese Erkenntnis, nicht umsonst gibt es den Spruch "ein Mann, der schöner ist als ein Affe, ist Luxus), er soll erfolgreich sein, einen guten Job haben, der es ermöglicht den, vorgegebenen, Lebensstandard zu führen, die Sicherheiten bieten, dass er (im Notfall) die Familie alleine erhalten kann, er soll Zeit für Partner und/oder Familie haben aber trotzdem genug Geld verdienen, dass die Frau so lange wie möglich bei den Kindern bleiben kann.
Na bitte, wer kann sich das heutzutage noch leisten? Vielleicht bei einem Kind, aber wie sieht das bei 2 oder 3 Kindern aus?
Oder, es kommt die Karrierefrau (wobei wir hier auch nicht immer von CEOs reden sollten) die, in der Regel, nicht sagt "Das Geld wird eh von mir verdient" sondern einen "gleichwertigen" Partner aus der gleichen sozialen Schicht sucht aber trotzdem nicht auf ihren Kinderwunsch verzichten will. Wer bleibt dann beim Kind? Wie du richtig geschrieben hast, ist diese Entscheidung für Männer auch nicht immer einfach bzw. findet man selten Verständnis beim Arbeitgeber.
Jetzt sind das alle Dinge, die unsere Gesellschaft "vorgibt", korrekt.
Was ist die Lösung?
Ich sehe einen sehr guten Ansatz in einer befreundeten Familie. Seit Ewigkeiten zusammen, verheiratet, haben 2 Kinder (mittlerweile im Teenager-Alter). Hier wurden einfach andere Prioritäten gesetzt. Die Eltern waren nicht die Karrieremenschen, die Tag und Nacht arbeiten wollten, ihre (gemeinsame) Freizeit war und ist ihnen wichtig. Jetzt haben sie ihre Bedürfnisse runter geschraubt, was für sie aber kein Verzicht war, sondern sie leben nach anderen, eigenen Werten, die sie auch ihren Kindern beigebracht haben. Markenkleidung ist nicht notwendig, um eine schöne Zeit miteinander zu verbringen, muss man nicht unbedingt auf die Malediven fliegen und der Gebrauchtwagen bringt die komplette Familie auch (mehr oder weniger) zuverlässig zum Picknick in die Natur. Und es funktioniert! Aber leicht ist das nicht. Weder einen Partner zu finden, der diese Werte teilt (sie ihm "aufzudrängen" wird wohl kaum funktionieren), noch die Kinder so zu erziehen, dass sie so viel Selbstbewusstsein (als Kind !) mitbringen, ihren Mitschülern die kalte Schulter zu zeigen, weil sie nicht dem neuesten Smartphone-Trend folgen sondern nur ein Wertkartenhandy haben.
Ich möchte jetzt nicht urteilen, wer die glücklicheren Menschen sind, Probleme gibt es hüben wir drüben, aber wenn "wir" als Gesellschaft wollen, dass junge Menschen zusammen finden und Kinder in die Welt setzen, sollten wir heute damit beginnen, unsere Werte und Prioritäten zu überdenken!