Zitat von alleswirdbesser:Nicht jede Familie zerbricht wegen der Kinder, meist passiert es wegen der dritten Person, die dann auch noch zu der neuen Bezugsperson für die Kinder werden soll. Ob das den Kindern gut tut? Oder man hat sich auseinander gelebt, eine MLC bekommen oder oder…. Die Kinder als Trennungsgrund der Eltern habe ich hier ...
Für mich ist die Tatsache, dass eine dritte Person in eine ehe oder
Beziehung eindringen kann, ein Zeichen, dass die Beziehung nicht mehr
gesund und als "wertvoll" gesehen wird.
Wie gesagt habe ich selber keine Kinder.
Aber seit einigen Jahren sehe ich in meinem Umfeld permanent die
Familien zerbrechen.
Und oft deswegen, weil eben tatsächlich das Kind deutlich
über den Partner gestellt wird, oder wahlweise der Job.
Die Beziehung eben nicht mehr gepflegt wird oder ein
geschützter Raum dafür geschaffen, Rituale.
Es ist für mich keine Frage, dass Kinder Liebe und Zuwendung
brauchen. Aber sie leiden enorm unter einer Trennung.
Daher sehe ich auch Partner in der Pflicht! egal, ob Patchwork
oder nicht, eine gute, liebevolle Beziehung zu haben.
Es beruhigt die kinder, gibt ihnen Sicherheit und sie
lernen im besten Fall, wie Respekt und Fairness geht.
Daher finde ich die Einstellung, ein Kind sei "wertvoller" als ein
Partner gefährlich.
Klar geworden ist mir das tatsächlich v.a. durch die Paartherapie,
die ich mit meinem Ex mal gemacht habe.
Es ging nicht nur um uns als Paar, sondern auch darum, dass er
Schwierigkeiten hatte, sich gegenüber den Kindern abzugrenzen,
mal Zeit für sich, für uns, oder einfach für seine eigene
Erholung einfordern. Jedes Bedürfnis der Kinder war wichtiger.
Und da erzählte der seit bestimmt 20 Jahren tätige Therapeut,
dass er täglich Paare in der Praxis hätte, die den Kindern
alles hinterhertragen, keine Grenzen, Zeiten und Räume für die
Pflege ihrer Beziehung setzen, und sich dann wundern, wenn
beide "wertlos" füreinander werden.
Nach Trennung kämpfen sie dann erst recht um die Gunst
der Kinder, weil sie ja sonst niemanden mehr haben.
So entstehen solche Glaubenssätze wie: "Partner kommen und
gehen, Kinder bleiben". Dabei hat man es ja auch n Stück weit
selber in der Hand, den Partner als wertvoll zu sehen.
Und ich glaube die meisten Menschen wünschen sich im Herzen,
eigentlich mit dem anderen Elternteil gemeinsam alt zu werden wenn
man sich für ein Kind entscheidet. Und die Liebe der Eltern ist ja das
Fundament, auf dem das Kind steht. Psychisch vor allem.
Ich selber habe zB auch die Erfahrung gemacht, dass wenn es
gut lief zwischen meinem Ex und mir, die kinder richtig aufgeblüht
sind. Obwohl wir sie nie in Streits reingezogen haben oder so.
Aber allein athmosphärisch bringt es eine ungeheure Entlastung für
das Kind, wenn die Paarebene funktioniert.
Daher finde ich persönlich einen Partner nicht nur ebenso
wertvoll wie ein Kind. Sondern im besten Fall nährt sogar die
Liebe zwischen den Eltern das Kind und stabilisiert es.
Ich lerne gerade einen Mann kennen, der gerne noch ein Kind hätte.
Mit ihm kann ich es mir auch vorstellen. Weil er sehr respektvoll und
reflektiert ist. Und ich weiss, sollten wir Familie gründen, bräuchte ich
ihn dringend als gutes Vorbild und Unterstützung für das Kind.
Wie käme ich da auf die Idee, ihm seinen Wert abzusprechen?
Und zu sagen, jetzt hab ich ja n Kind, Mutter bleibe ich, das ist jetzt
wichtig. Er nimmer. Ich fände das fast eine Versündigung auch am Kind,
das ja im besten Fall zwei harmonierende Elternteile braucht, die
sich unterstützen, statt sich zu bekämpfen oder abzuwerten.