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Philosophische Hilfe, Sinnieren und Wortspielereien

Ajvar

Zitat:
Allerdings - Unterstützung von wo auch immer, sind nur Steigbügelhalter.
Die Umsetzung hat jeder selbst auf den Weg zu bringen.

Diverse "Hilfsmittel" in Anspruch genommen zu haben, war notwendig. "erforderlich" reicht nicht aus. Diese "Hilfsmittel" in Form von therapeutischen Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. das war ein hartes Brot. Heute weiß ich, dass das eine Lehrstunden par excellance war, die
ich für kein Geld der Welt missen möchte. Diese Frau war eine Schlüsselfigur. und ist sie bis
heute - sie weiß es nur nicht!

@kuddel7591
als ich begann mich mit meiner Geschichte und den ganzen Dramen zu beschäftigen gab es kaum Möglichkeiten der Unterstützung und in dieser Form des virtuellen Austausch´s schon gar nicht.
Eine Wegstrecke konnte ich allein schaffen und dann ging es nicht mehr weiter, ich habe mich festgefahren, stand mir selbst im Wege, andere waren Täter ich blieb Opfer.

In meiner größten Lebenskrise war es eine Verwandte, die mir so den Kopf gewaschen hatte, dass ich aufwachen und weitergehen konnte, es war auch der Inhalt eines Zitates welches sie an mich weitergab. "Alles geschieht zu seiner Zeit und wird dir dann zufallen"

So war es dann auch, es war mal eine Begegnung, ein Wort, ein Musikstück, die Natur, die mich zum innehalten einlud, ein Buch, eine Selbsterfahrungsgruppe u.a., auch meinem ersten langjährigen Partner habe ich viel zu verdanken, er war bereit sich mit mir zusammen weiter zu entwickeln, wir konnten uns viele Freiräume dafür lassen und es war oft sehr schmerzvoll, diese gefühlten Häutungen brachten viel "gesundes" wieder zum Vorschein.

Wir sind hier auf unterschiedlichen Wegen unterwegs und jeder hat einen anderen Standort, jeder bringt sein Päckchen mit und deshalb kann es hier auch wie im alltäglichen Leben zugehen, mit all den Missverständnissen, Projektionen, unterschiedlichen Wahrnehmungen, Wünschen und Bedürfnissen.
Jeder darf sein wie er ist und sich so zeigen können wie er möchte, solange er den anderen nicht bewusst damit schaden will und resepektvoll damit umgeht ist dagegen nichts einzuwenden.

13.01.2018 17:26 • x 3 #631


kuddel7591

kuddel7591

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@machiennelliy

eben las ich das mit den "zusammenpassenden Immunsystemen" - es passen niemals Immunsysteme zusammen, sondern Menschen, die sich verstehen.
Der Umgang mit sich selbst, egal worum es geht, beeinflusst das Immunsystem...das ist klar. Ein nicht intaktes Immunsystem kann dennoch bedeuten, dass die "Chemie" zwischen zwei Menschen stimmt.
Es erlebt zu haben, dass sich 2 schwer an Krebs erkrankte junge Menschen in einer Rehe-Klinik kennen- und lieben lernten, bestätigt das. Kinder sollten "folgen".

Meine "Geschichte" - Krebs-Patient lernt Krebs-Patientin kennen.

Wie das Immunsystem von Krebs-Patienten in der Akut-Phase aussieht - meist ein erbärmlicher Zustand. Daher ist das nicht richtig, dass Immunsysteme "sind finden und verstehen", sondern Menschen, deren "Chemie" zueinander passt.

Denn... eine sehr gute Freundin (Krebs-Patientin) von mir hat ihren Mann bei einer Geburtstags-Fete
kennen- und lieben gelernt. Beide waren zuvor geschieden worden.... und wurden bei der Fete "zusammengeführt".

Nein... es geht nicht, dass irgendwelche Dinge von einem selbst übertragbar sind. Was ich z. B. an "Härte", Disziplin, Einsatz, Umsetzungsvermögen, Willen, Kraft einbringe, können, wollen andere
nicht in der Intensität. Der eine ist konsequent...Andere gehen lax an etwas heran. Einige wollen Tiefe
in den Beweggründen, warum sie etwas zu verändern gedenken - andere kommen mit der Tiefe nicht klar - sie "machen einfach" und schauen/warten ab, was passiert.

Nein...es geht auch nicht, alles bis ins Detail zu hinterfragen, um etwas zu verstehen - niemand kann und wird alles verstehen können, Würden wir alles verstehen - brauchten wir dann diese Tortur? Dann wäre es doch angesagt gewesen, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

@ Ajvar

Das ist genau das, was mich geleitet hat und was mich seit knapp 20 Jahren leitet...es braucht einen "Stupser", den man selbst auffängt oder man wird gestupst....egal wie. Den Kopf gewaschen zu bekommen - wer kennt einen besser, als die besten Freund/innen!? Die dürfen das - sonst liegt eine falsches Verständnis von praktizierter Freundschaft zu "Grunde"...bewusst schreibe ich das so....

Verbohrt an etwas ranzugehen - das kommt immer mal vor. Sich selbst zu öffnen, bzw. "geöffnet" zu werden, ist schwierig genug. Was oder wer einen öffnet, spielt keine Rolle....wichtiger ist, dass es geschieht und das zulässt, dass man sich hart rannehmen lässt. Na ja... mal geht es nur mit Zuckerbrot...um zu öffnen, bzw.. geöffnet zu werden - mal braucht es die Peitsche! (Im Sinne von auch etwas "kräftigerer" Unterstützung!)
Ja...es gibt Menschen, da nutzt keine Kopfwäsche - nicht mal eine "Gehirn"-Wäsche würde etwas bewegen. Dann macht es keinen Sinn, eigene Kräfte zu überstrapazieren - dann müssen die Waffen gestreckt werden, um sich nicht selbst zu verlieren. Ja...ab und an muss fallengelassen werden - u. U. wie eine heiße Kartoffel. Das Gegenüber muss selbst "wollen", sollte "mitmachen"....allerdings - ohne missioniert zu werden. Das Gegenüber bestimmt das Tempo.

Ja... ein langer Weg ist das. Es ist mit einem Glas Wasser zu trinken nicht getan - mit mal einen Eimer Wasser zu trinken auch nicht. Es braucht Zeit, Geduld, harte Arbeit, Disziplin, Konsequenz...und eiserner Wille, sich selbst (und Anderen) nicht mehr auf den (negativen9 Geist zu gehen.

Wie erwähnt... ich beschreibe das aus Sicht eines Laien. Mir geht es darum... "was Andere machen und schaffen, schaffe ich auch, wenn ich das will". Freilich ist der Weg zum möglichen Ergebnis individuell. MEIN Weg, ist MEIN Weg, der für Anderen total falsch sein kann....

13.01.2018 19:00 • x 3 #632


Sabine

Sabine


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Zitat:
Ich lasse dir deine Herangehensweise, lasse du mir meine.


Schade, denn das wäre ein Austausch Wert gewesen. Denn ich möcht Dich verstehen. :roll:

Jemanden SEIN lassen kann ich wohl. :wink: Dennoch ist es auch etwas Wert, wenn man seine Wahrnehmung darlegt. Es heißt nicht den anderen verändern zu wollen, sondern konstruktiv sich auszutauschen, was du ja suchst. :kratzen: :knuddel:

Genau aus diesem Grund habe ich es in diesem Thread aufgenommenen, wie du es so in diesem Thread erwähnt hast. Sich auszutauschen ist also ein Thema, wenn man es so niederschreibt.

Es ist nicht als Kritik zu verstehen, sondern als meine Wahrnehmung.

Ich will Dich verstehen. Das geht dann nicht über das SEIN lassen. Sondern über den von dir erwähnten Austausch. :trost:

13.01.2018 19:30 • x 1 #633


kuddel7591

kuddel7591

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@ Machiennelilly

Zitat:
Ich will Dich verstehen.


Es ist nahezu unmöglich, einen Mensch in Gänze verstehen zu können! Jeder einzelne Mensch
ist so komplex, dass ein Verstehen im vollen Umfang nicht möglich ist. Nicht mal in bestimmten
Bereichen, die einen Anderen brennend interessieren, ist das möglich.
Mit jeder Antwort tauchen neue Fragen auf, tauchen neue Gedanken auf - bei beiden Beteiligten.
Es ist nun mal so, dass keine Antworten mehr kommen, obwohl noch ein riesiger Fragen-Katalog vorliegt.
Selbst bei einem nahestehenden Mensch - Ehepartner, Kinder, Freunde, usw. - ist es nicht möglich,
deren Art und Weise, deren Verhalten, deren Benehmen, deren "Ticken" zu verstehen. Wie oft ist
das alles nur "gestellt", um nicht aufzufallen - positiv wie negativ. Das gibt es nicht? Klar gibt es das!
Jeder Mensch hat seine bewussten und unbewussten "kleinen Geheimnisse", die ihr/ihm auch belassen bleiben sollten. Warum diese kleinen Geheimnisse - das macht doch das "Individuum Mensch" aus.
Es geht aber eher um die "größeren" Geheimnisse. Die sind es, die oft Unbehagen heraufbeschwören. Und wenn das geschieht, stimmt etwas nicht. Womit das zusammenhängt - das kann von beiden Partnern ausgehen. unbewusst natürlich. Es wird ein gesendetes Signal nicht erkannt, eine Situation falsch eingeschätzt, bzw. gar nicht erst wahrgenommen, es wird etwas gesagt, bzw. nicht gesagt, es wird etwas gemacht, bzw. nicht gemacht. und schon ist der Bock fett, ist das Theater da. Nicht zu vergessen - die jeweils eigenen Entwicklungen. Jeder entwickelt sich anders - und das ist nicht immer positiv (für Andere). Es gibt Prozesse, die eben NIChT bewusst ablaufen, sondern einem Lebensprozess entspringen, ohne Einfluss zu nehmen/zu haben. Und das geschieht bei knapp 8 Mrd. Menschen auf der Welt.

Da es kein Duplikat eines Menschen gibt, ist es nur mit "Arrangemant" möglich, eine möglichst breite Kompatibilität zu erreichen. Engagement ist gefragt. Kann das jemand? Ist das allen gegeben? Muss das herausgefordert werden? Geht das überhaupt? Ist es möglich bei einem Mensch, der von sich aus "dicht" ist, "dicht" bleibt, weil der Touch zur Veränderung nicht ausgeprägt genug ist? Frage - warum ist jemand nicht Willens, sich diesen Dingen zu stellen? DAS zu verstehen, dass es das AUCH gibt - im engsten Umfeld, beim Partner, bei den Kindern - ist nahezu unmöglich.

Daher. andere Menschen verstehen zu wollen, ist um ein Vielfaches komplizierter. Menschen sind, wie sie sind. durch andere Menschen unveränderbar. Wer sich nicht einlassen will - das muss zugestanden werden. Das muss niemand verstehen - das IST dann eben so.

Ja. wer mal so richtig mit dem Rücken zur Wand stand - meist gesundheitlich gravierende Anlässe - bekommt eine andere Sicht. Das ist vollkommen normal. Das schließt aber nicht aus, dass bei Einigen weiterhin Oberfläche "erhalten" bleibt, Tiefe keine Chance bekommt. Das verstehen zu sollen/zu können/zu wollen - no way? No way!
Meine Uhren ticken gänzlich anders - seit. ! Meine Uhren kann und wird niemand verstehen, der
nicht Ähnliches erlebt/durchlebt/überlebt hat. Ich bin froh um diese "neuen" Uhren. diese ticken für mich im richtigen Takt. Die ticken nicht für Andere.
Und nein - ich verhehle nicht, dass die Uhren Anderer anders ticken. Das ist gut so. sonst könnte
ich nicht lernen. Da einen Weg zu finden, um damit umzugehen - das ist es, was Leben so spannend macht. Wie das möglich ist - Kommunikation, Austausch, kontrovers diskutieren. OHNE "verstehen" zu müssen, ohne tolerieren zu müssen, sondern "einfach nur".

Zitat:
. zu akzeptieren, zu respektieren.


. das andere Menschen anders sind und das auch sein sollen/dürfen/müssen. :wink:

Leben ist lernen - von Anderen, durch Andere, mit Anderen. durch Toleranz, Akzeptanz. :wink:

"Philosophische Hilfe, Sinnieren und Wortspielereien". es ist von allem etwas dabei - zumindest
habe ich mich bemüht, von allem etwas einzubringen. :wink:

14.01.2018 12:46 • x 3 #634


Sabine

Sabine


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Hallo in die Runde :gruppenkuscheln: :kaffee2:

Zitat von kuddel7591:
Mit jeder Antwort tauchen neue Fragen auf, tauchen neue Gedanken auf - bei beiden Beteiligten.
Es ist nun mal so, dass keine Antworten mehr kommen, obwohl noch ein riesiger Fragen-Katalog vorliegt.
Selbst bei einem nahestehenden Mensch - Ehepartner, Kinder, Freunde, usw. - ist es nicht möglich,
deren Art und Weise, deren Verhalten, deren Benehmen, deren "Ticken" zu verstehen.


Zitat von kuddel7591:
Leben ist lernen - von Anderen, durch Andere, mit Anderen....durch Toleranz, Akzeptanz....


Und Austausch. Denn etwas anderes gibt das Forum nicht her. Wer weiß, ob der andere es nicht nachvollziehen kann?
Wenn ich etwas verstehen will, kann ich es, wenn ich versuche dem Gegenüber seine Sichtweisen nachzuvollziehen. Ein 100 % gibt es dabei nicht. Der Wille reicht. Der Wille ist auch ein Zugeständnis, den anderen HÖREN zu wollen.

Wie anders sonst können Beziehungen funktionieren.

Jeder Mensch tickt anders und doch leben wir in Beziehungen. Damit ist nicht nur die partnerschaftliche Beziehung gemeint, sondern die Gesellschaftliche. Ist man mit anderen Personen mehr zusammen, zB. auf Arbeit, habe ich immer die Wahl, neben ihm zu leben oder mit ihm zu leben. Ihn verstehen zu wollen, seine Sichtweisen wahrzunehmen oder ihn abzulehnen oder SEIN zu lassen.

Mit der richtigen Portion Ehrlichkeit, zu sich selbst vor allem, ist das möglich, den anderen zu verstehen. Nicht zu 100 % aber nahe dran.

Wer will, findet Wege.

So Mittagessen. :essen2:

14.01.2018 12:56 • x 1 #635


Ajvar

Zitat:
Zitat von machiennelilly:
Es ist nicht als Kritik zu verstehen, sondern als meine Wahrnehmung.

Ich will Dich verstehen. Das geht dann nicht über das SEIN lassen. Sondern über den von dir erwähnten Austausch. :trost:

@machiennelilly
ich habe grundsätzlich nicht´s gegen konstruktive Kritik weil ich dadurch die Chance bekomme mich selbst zu überprüfen, es hat mich innerlich nicht berührt und deshalb kann ich deine Wahrnehmung nicht bestätigen, sofern du dich getriggert fühltest betrifft es dich.

Du brauchst nur zu verstehen, dass ich anders bin als du, so nehme ich dich auch wahr und das ist weder gut noch schlecht, es ist einfach so - ich habe nichts dagegen (gegen dich) einzuwenden.

Um mich mit Menschen austauschen zu können muss ich sie nicht unbedingt verstehen und
brauche es für mich nicht alles zu verstehen, auch das Leben nicht - ich möchte in Frieden mit mir und meinem Umfeld leben und mein Leben mit all meinen Sinnen geniessen, das sind meine Ziele, die ich etappenweise erreiche.

Zitat:
Zwei Menschen finden zu einander, weil sie sich gut riechen können. Weil, ihre Immunsysteme sich ergänzen.

Ich bin der Ansicht unser Unterbewusstsein spielt eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl, es kennt den eigenen gegengeschlechtlichen Anteil in sich selbst im anderen wieder, darum muss es genau diese Person sein, keine andere und so kann auch ein Gefühl der Ganzheit und Vertrautheit entstehen und dass macht auch die Anziehung aus und wir fühlen uns im Flow.

14.01.2018 13:09 • x 1 #636


kuddel7591

kuddel7591

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@

diese Diskussionen - sie haben was. Den Themen mehr Tiefe zu geben, ist hilfreicher, als die Breite
der Themen ausloten zu wollen. Wenn nicht irgendwo angefangen wird, Tiefe in eine Angelegenheit einzubringen, zu erlangen, macht es keinen Sinn - weil Oberflächlichkeit keinen Zweck hat.

Und vor allem... jemand Anderen dessen SEIN so zu belassen, wie es ist. Niemand muss - ich wiederhole mich - verstehen oder tolerieren! Akzeptieren "reicht", respektieren auch!

Vertrauen zu sich selbst wieder aufzubauen.... ich denke, dass das unerlässlich ist. Das Tempo
gibt der Verarbeitungsprozess vor.... und wenn es mal hakt, ist das okay. Auch zwischenzeitlich
abzuschalten, zwischenzeitlich sacken lassen...."Beine hoch".... um etwas aufnehmen zu können -
zur "Verarbeitung"...

Danke für die Diskussionen..... weiter so!

15.01.2018 01:11 • x 1 #637


Ajvar

Zitat von kuddel7591:
Und vor allem. jemand Anderen dessen SEIN so zu belassen, wie es ist. Niemand muss - ich wiederhole mich - verstehen oder tolerieren! Akzeptieren "reicht", respektieren auch!

@
ist es nicht das Schwierigste o.g. wieder neu zu erlernen ? Ich fand es von all dem, was ich verändern wollte am schwierigsten. Die Meisten von uns wurden wie ich davon geprägt das sie so wie sie waren nicht akzeptiert wurden, weder von Eltern, Lehrern, Partner u.a.

Mein Wunsch so sein und angenommen zu werden wie ich war - war mal so groß, dass ich fast alles getan habe nur um zu gefallen und nicht zurückgewiesen, abgelehnt oder nicht für gut genug gehalten und verlassen zu werden. Ich war es als Älteste gewohnt Rücksicht auf andere zu nehmen und mich hintenanzustellen, hatte mich selbst verleugnet, konnte meine Schattenseiten nicht annehmen und es hat mich viele Ängste und Mut gekostet um mich so annehmen zu können wie ich war und bin, nicht perfekt, aber genau richtig für mich.

Zitat:
Vertrauen zu sich selbst wieder aufzubauen. ich denke, dass das unerlässlich ist. Das Tempo gibt der Verarbeitungsprozess vor. und wenn es mal hakt, ist das okay. Auch zwischenzeitlich abzuschalten, zwischenzeitlich sacken lassen. "Beine hoch". um etwas aufnehmen zu können - zur "Verarbeitung".

Ja, ich finde es auch ganz wichtig sich dafür die Zeit zu lassen, denn es kostet auch viel Kraft sich dem zu stellen und es brauch auch eine Zeit um damit es wirken und verinnerlicht werden kann.

Mein schönstest und befreiendstes Erlebnis hatte ich vor sehr vielen Jahren mal nach einer Prüfung, ich habe damals oft Yoga und Meditation geübt und hatte mir ein verlängertes WE an der See gegönnt um wieder aufzutanken, einfach nur relaxen und Pause machen.

Ich hatte um diese Jahreszeit den Strand fast für mich allein und hab oft im Sand gesessen und einfach auf´s Wasser geschaut und fühlte irgendetwas in mir fliessen, es drängte sich förmlich nach aussen und ich wollte dem noch mehr Bewegung geben, fing an den kleinen Waldrand am See entlang zu walken, plötzlich fingen während des Walkens meine Beine, mein ganzer Körper an zu zittern, in mir stieg ein unbeschreibliches, sehr helles, heiteres, weites, leichtes Gefühl auf, meine Wahrnehmung veränderte sich, alles war ganz klar, Farben nahm ich anders wahr, es war eine besondere Art von Glückseligkeit, die ich in dieser Form noch nie erlebt hatte und bis heute so auch nie wieder erfahren durfte. Es war als stände mein ganzer Körper in Flammen und würde brennen, noch Wochen danach trank ich sehr viel Wasser, manchmal bis 5 Liter am Tag um diesen Durst zu stillen, das meinte ich damit als ich hier vorher mal schrieb "wir könnten verbrennen wenn wir innerlich in diesen Dauerzustand Liebe sind", es brauchte danach auch Wochen bis ich meinen Alltag wieder richtig leben konnte, denn auch meine Sinnenwahrnehmungen waren so geschärft, das Gerüche, Farben, Laute viel zu heftig für mich schienen.
Ich sprach mit meinem Yogalehrer darüber, er meinte es könnte ein Kundalini-Aufstieg gewesen sein, als es nach Wochen nicht aufhörte zog ich auch einen Arzt hinzu, er konnte nichts feststellen, ausser das mein Stoffwechsel gut arbeitet, möglicherweise ist dabei wirklich vieles entgiftet und ausgeschwemmt worden, denn in der Zeit davor hatte ich viel Psychomüll verarbeitet.
Was auch immer es war, es war genau richtig für mich und nachdem sich langsam alles wieder normalisiert hatte war ein großes starkes Gefühl der Befreiung in mir entstanden, es gab mir die Kraft, die ich für weitere Wege brauchte und es machte mir bewusst wie wertvoll keine Auszeiten sind, Phasen in deinen einfach nur gelebt wird, ohne etwas zu tun, denn genau da kann vieles passieren.

15.01.2018 22:35 • x 1 #638


kuddel7591

kuddel7591

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@ Ajvar

es ist ein schwieriger Weg, "zu akzeptieren, zu respektieren, zu tolerieren, zu verstehen" und
das Ganze auch noch zu unterscheiden, wann was wo "zum Einsatz" kommt.

Der Weg dahin ist schwierig, versucht immer wieder Zähneknirschen - aber...worum geht es denn?
Es geht darum, wie ich selbst mit "Dingen, Situationen, Menschen" klar komme, die sich in meinem
Leben ergeben - positiv wie negativ.

Was ich nicht verstehe, könnte ich tolerieren. Reicht Toleranz auch nicht, bleibt nur die Akzeptanz
und/oder der Respekt - Dingen, Situationen, Menschen; Ereignissen gegenüber.

Nein...Frau/Mann "schwebt" nicht über allem, wenn der "Bogen" gefunden zu sein scheint, das eine
vom anderen zu unterscheiden. Es war ein langer Prozess und es wird weiter ein Prozess bleiben.
Es geht nicht darum, das eine zu huldigen und das andere zu geißeln...es geht darum, den eigenen Weg im Umgang damit zu finden - egal worum es sich handelt.

Klar.... es bleibt nicht aus, auch immer mal wieder aus der Haut zu fahren. Das wirkt aber nicht mehr so lange nach, wie das früher der Fall war.

Sich immer mal sich selbst zu stellen... warum nicht. Wie der Körper-Hygiene Rechnung getragen wird - warum soll da Psycho-Hygiene hinten anstehen?

Diesen Aspekt hab ich hin und wieder mal in verschiedenen Threads eingebracht - fällt immer wieder durch das Sieb, weil das mit einem selbst zu tun hat, sich mit Psycho-Hygiene zu befassen. Das ist für viele Menschen offenbar ein tiefes schwarzes Loch. Ich sehe es als Gewinn.
Ob sich Betrüger/innen der Psycho-Hygiene stellen wollen? Ob sich Geliebte der Psycho-Hygiene stellen wollen? Und Betrogene? Es gehört Mut dazu. Denn - es bricht einiges weg, was sonst auf Andere und Anderes projiziert wurde. Fremde "Feindbilder" verschwinden...die Eigenverantwortlich-keit wird bewusster.

Leider wird immer viel zu viel überlegt, "gedacht" und damit zerdacht! Ausprobieren, machen - nicht nur ein paar Stunden, Tage, Wochen...sondern über längere Zeiträume, damit das vom Kopf ins Herz übertragen werden kann - keine Sorge ...das geschieht automatisch ;-)

15.01.2018 23:48 • x 2 #639


kuddel7591

kuddel7591

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"Ich verlange/erwarte nicht viel von anderen Menschen.
Ich zwinge niemandem, mich zu mögen oder zu lieben.
Aber eins, eins erwarte ich von den Menschen....
....Ehrlichkeit!"

24.01.2018 14:35 • x 2 #640


Sabine

Sabine


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Wenn einer nicht einmal schafft, zu sich selbst ehrlich zu sein, wie dann zu anderen. Erwartest du da nicht doch zu viel :roll: :mrgreen:

24.01.2018 18:41 • #641


Ajvar

Zitat von kuddel7591:
Aber eins, eins erwarte ich von den Menschen....
....Ehrlichkeit!"

@kuddel7591
Ehrlichkeit um jeden Preis ?

Ich bin unbedingt auch dafür ehrlich miteinander umzugehen und doch hat mich einmal ein Zitat
sehr nachdenklich gemacht, es ging ungefähr so :

"Manchmal kann jemand besser mit einer barmherzigen Lüge leben,
als an der harten Wirklichkeit zu zerbrechen."

Gibt es da Grenzen ? Wenn ja, wo fangen sie an und wo enden sie ?

24.01.2018 23:30 • x 2 #642


kuddel7591

kuddel7591

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3013
Zitat von Ajvar:
@kuddel7591
Ehrlichkeit um jeden Preis ?

Ich bin unbedingt auch dafür ehrlich miteinander umzugehen und doch hat mich einmal ein Zitat
sehr nachdenklich gemacht, es ging ungefähr so :

"Manchmal kann jemand besser mit einer barmherzigen Lüge leben,
als an der harten Wirklichkeit zu zerbrechen."

Gibt es da Grenzen ? Wenn ja, wo fangen sie an und wo enden sie ?


@ Ajvar

es gibt Bereiche des Lebens, da ist Ehrlichkeit unentbehrlich.
Es gibt Bereiche des Lebens, da ist Ehrlichkeit eine Bürde, wird zu einer Hürde.

Kann "harte Wirklichkeit" vermieden werden? Wann? Abhängig vom Alter? In welchen
Bereichen? Im menschlichen Bereich? Im gesundheitlichen Bereich? im wirtschaftlichen Bereich?

Ehrlichkeit ... in Verbindung mit Lügen oder in Verbindung mit "schweigen/verschweigen"?
Lügen, um nicht ehrlich sein zu müssen? Schweigen/verschweigen, um nicht ehrlich sein zu müssen?
Selbstschutz? Schutz eines anderen Menschen?

Ehrlichkeit einem schwer erkrankten Mensch gegenüber - sie umsetzen? Dem Erkrankten besser
nicht "alles" sagen, um ihn nicht noch mehr zu beunruhigen? Aktuelle Situation - ein Mensch, 90 Jahre, Niereninsuffizienz 3. Grades. Nicht aufzuhalten, schleichender Prozess, irgendwann Dialyse. Soll DER Erkrankte informiert werden, soll da "Ehrlichkeit" greifen, um den Erkrankten auf seine letzten Tage zusätzlich zu beunruhigen?

Weitest mögliche Ehrlichkeit? Worauf beschränkt? Was ist, wenn es um elementare persönliche Angelegenheiten geht? Was ist, wenn durch ein verändertes Verhalten jemand auffällig wird, aber
nicht darüber reden will, um ggf. gemeinsam einen Weg finden zu können?

Klar...jeder hat das Recht auf "Nicht-Information"!

Aber... über welche Situationen wird hier im Forum diskutiert? Kann da mit Ehrlichkeit gespielt werden? Wie oft wird fehlende Ehrlichkeit angeprangert...gerade in diesem Forum? Oder hat das
dann wieder den Touch des Verschweigens?

Im menschlich/zwischenmenschlichen Bereich erwarte ich Ehrlichkeit - denn das Gespür verrät
meist, dass es ggf. "unehrlich" zugeht, bzw. ge- und/oder verschwiegen wird....

25.01.2018 00:13 • x 2 #643


kuddel7591

kuddel7591

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3013
Charlie Chaplin zum seinem 70. Geburtstag in 1959:

"Als ich mich selbst zu lieben begann.

1
Als ich mich selbst zu lieben begann,
fand ich heraus,
dass Angst und seelisches Leiden
nur warnende Zeichen sind,
nicht gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das ist AUTHENTISCH SEIN.

2
Als ich mich selbst zu lieben begann,
verstand ich, wie sehr es jemanden kränken kann,
diesem Menschen meine Wünsche aufzudrängen,
wohl wissend, dass die Zeit nicht reif und der Mensch nicht bereit war,
und obwohl ich selbst dieser Mensch war.
Heute nenne ich das RESPEKT.

3
Als ich mich selbst zu lieben begann,
hörte ich auf,
mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles, was mich umgab,
mich einlud zu wachsen.
Heute nenne ich das REIFE.

4
Als ich mich selbst zu lieben begann,
verstand ich, dass ich mich ausnahmslos immer
zur rechten Zeit am rechten Platz befinde
und dass alles im genau richtigen Augenblick geschieht
So kam ich zur Ruhe.
Heute nenne ich das SELBSTVERTRAUEN.

5
Als ich mich selbst zu lieben begann,
ließ ich es sein, mir meine eigene Zeit zu stehlen,
und hörte auf, großartige Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute tue ich nur, was mich froh und glücklich macht,
Dinge, die ich wirklich gern tue und die mein Herz erfreuen,
auf meine Art und in meinem Rhythmus.
Heute nenne ich das EINFACHHEIT.

6
Als ich mich selbst zu lieben begann,
befreite ich mich von allem,
was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von allem, was mich runterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich diese Einstellung gesunden Egoismus
Heute weiß ich, es ist SELBSTLIEBE.

7
Als ich mich selbst zu lieben begann,
ließ ich es sein,
immer im Recht sein zu wollen,
und seitdem war ich seltener im Unrecht.
Heute habe ich entdeckt,
dass das BESCHEIDENHEIT ist.

8
Als ich mich selbst zu lieben begann,
weigerte ich mich,
weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um die Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur für den Augenblick,
in dem ALLES geschieht.
Heute lebe ich jeden Tag einen nach dem anderen
und nenne es ERFÜLLUNG.

9
Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich,
dass mein Denken eine Last sein und mich krank machen kann.
Doch als ich es mit dem Herzen verband,
wurde mein Verstand ein wichtiger Verbündeter.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

10
Wir müssen uns nicht mehr fürchten vor Auseinandersetzungen,
Konflikten oder Problemen, sei es mit uns selbst oder anderen.
Selbst Sterne kollidieren und aus ihrem Zusammenstoß
werden neue Welten geboren.

Heute weiß ich - DAS IST LEBEN!"

. und wenn es immer so einfach wäre, sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen.

Ehrlich im Umgang mit sich selbst zu sein - das ist möglich, kostet nichts. Es braucht
Mut, Willen, Disziplin. Mit sich ehrlich zu sein - was brauche ich? Oder aber - was brauche
ich WIRKLICH - außer mich selbst?
Nein, das hat nichts mit Egoismus zu tun, hat nichts mit Selbstsucht zu tun, ist nicht eigen-
brötlerisch. Viel mehr hat es mit Selbstachtung, mit Selbstwertschätzung zu tun.

Allerdings - was macht es so schwierig? Die Angst vor einem Ergebnis? Die Angst davor,
ein Mensch zu sein, auch "nur" ein Mensch zu sein?

"Als ich mich selbst zu lieben begann. !"

Auch sehr interessant:

https://www.anke-evertz.de/als-ich-begann

"Als ich begann, meiner Seele die Führung zu übergeben !"

25.01.2018 10:57 • x 4 #644


Doing

Doing

823
7
872
Wow echt schön von Chaplin. Ich bin ja fast gewillt mir das auszudrucken und wo hin zu hängen.

25.01.2018 11:18 • x 1 #645






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