MissLilly
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Eure Beziehung ist aus meiner Sicht toxisch und euer Kind ist auf dem besten Wege dahin eure daraus resultierenden und wechselhaften Launen auszubaden. Wenn euch das nicht stört dann müsst ihr nur genau so weitermachen.
Dein Verständnis von Liebe scheint zu sein, dass Liebe eine Leistung ist. Wenn man die Vita deines Mannes so liest, könnte man den Eindruck bekommen, dass du ihn praktisch aus der "Gosse" gezogen hast, als du ihn damals vollkommen abgebrannt bei seinen Großeltern eingesammelt hast. Da warst du noch die selbstlose Retterin und der Lichtblick für ihn, weil du ihm damit suggeriert hast, ihn genauso zu nehmen wie er ist/war. Mit all seinen Problemen im Gepäck, für die er selbst aber nicht wirklich etwas konnte. Es waren schließlich andere die sich nicht im Griff hatten und ihn damit aus dem Gleichgewicht gebracht haben.
Ja, die frisch gebackene Mutter seines ersten Kindes hatte eine Wochenbettdepression die jenseits von gut und böse war. Sicherlich wollte er ihr helfen, aber sie ließ es einfach nicht zu und so. Was blieb dem armen Kerl auch anders übrig als zu seinen Großeltern zu flüchten und sich dabei wie ein geprügelter Hund vorkommen zu müssen.
Und dann kamst du mit deiner ganzen Selbstlosigkeit. Hast ihn aufgegangen, unterstützt und motiviert, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und sich neu aufzustellen. Hast ihn durch die Insolvenz geschleppt und ihm als Belohnung dafür das ER mit dir am Minimum lebt auch noch ein Motorrad finanziert. Und euer Sohn ist natürlich sowieso die Krönung euer unfassbaren, großen Liebe zueinander und nebenbei auch seine ganz persönliche Rehabilitation in Bezug auf das Trauma, was er erlebt hat, als er zum ersten Mal Vater wurde.
"Wenn du mich brauchst, dann bleibst du bei mir" ist das was vielen Menschen irgendwann einmal auf die Füsse fällt. So wie dir gerade jetzt. Du kannst nichts dafür, denn du bist so aufgewachsen und erzogen worden. "Aufmerksamkeit und Liebe" gab es nur gegen Leistung. Du hast das deiner Mutter aber nicht übel genommen, denn sie hat das nicht absichtlich gemacht oder böse gemeint. Sie konnte einfach nicht anders , weil sie ja einfach nur so fertig und überfordert gewesen ist. Du hast daher verinnerlicht:" Wenn ich helfe, dann hat Mama gut Laune und läuft nicht weg." Das scheint auch heute noch so zu sein, wenn man bedenkt wie toll deine Mutter ihren stets hilfsbereiten Schwiegersohn findet.
Es ist leicht jemanden zu "lieben" der einem das Leben abnimmt und selbst dabei kaum Ansprüche stellt. Und das geht meist so lange gut bis die emotionale Tankstelle des permanenten Zuflusses aufgebraucht ist und man selbst um Zufluss bitten muss. An dieser Stelle kippt dann das mühselig aufgebaute Gerüst, wenn man schmerzvoll feststellen muss, das man emotional die ganze Zeit austauschbar gewesen ist. So wie du jetzt.
Fazit: Ich wünsche mir für dich und euren Sohn, dass die Ereignisse mit deinem Mann dich erkennen lassen, das niemand anderes über deinen Wert bestimmt als DU SELBST und du jetzt die Möglichkeit hast, die alten Ketten zu sprengen und dir ein Leben zu schaffen, indem du um deiner selbst Willen geliebt wirst und nicht für das was du zu geben hast.