Zitat von Perzet:Es gibt diesen Abschnitt in deinem Eingangspost, der irgendwie untergegangen zu sein scheint.Denn aus heiterem Himmel ist ihre aktuelle Entscheidung ...
Ja, das wird mir mittlerweile auch alles immer mehr deutlich. Ich habe halt die ganze Zeit gedacht, dass sie mir konkret sagt was ihr Problem sei. Was sie ja durchaus hätte machen können. Aber sie konnte es nicht, warum auch immer.
Dabei liegt es mittlerweile vor mir klar. Ich habe in den letzten Jahren einfach aufgehört zu leben. Ich bin nicht stagniert oder hätte mich gehen lassen. Im Gegenteil, ich habe ja auch an mir gearbeitet. Aber all diese Arbeit war, wenn ich nun ehrlich bin, recht oberflächlich.
Ich bin 34 und hätte schon viel, viel weiter im Leben sein können. Nun ist es so wie es ist und auch ich bin nur ein Produkt meiner Vergangenheit. Und zur Wahrheit gehört auch, dass ich ein Großteil meiner Energie in jemand anderes gesteckt habe. Dafür kann sie aber ja gar nichts, das war mein Irrglaube. Ich hätte stattdessen viel mehr meine Ziele angehen sollen. Da gibt es Sachen die ich seit Jahren mit mir her schleife und eher verwalte, als wirklich löse. Während sie zeitgleich an sich gearbeitet hat und vorankam. Das meint sie sicherlich auch, wenn sie sagte dass sie „Ankommen möchte im Leben“. Wie hätte sie das schaffen können mit mir, wenn ich mich keinen Zentimeter bewege.
Ich gebe mir nun nicht die Schuld. So ist das Leben und zur Wahrheit gehört ja auch, dass auch sie viele Wege erstmal gehen musste und dabei sehr wohl meine Hilfe angenommen hat, wenn nicht gar gebraucht hat. Nur ist sie den letzten Sprung dann doch selber gegangen, während ich weiterhin vor mich hindümpelte.
Das ist nun nicht gut und nicht schlecht. Aber diese Erkenntnis fühlt sich sehr groß an. Vieles wird mir bewusst, was falsch lief in meinem Leben woran ich selber aktiv Schuld habe und mir das nie eingestehen wollte (und damit meine ich nicht diese Beziehung).
Das Gute aber, was mir Hoffnung und Mut gibt ist, dass ich ja mich und meine Veranlagung kenne.
Ich stehe ja nicht bei 0% oder 10%, sondern bei 85% der Strecke. Das ist noch ein Stückchen zu gehen und wird sicher anstrengend, aber ist ja auf jeden Fall meisterbar.
Und wie schon gesagt nehme ich aus der Beziehung mit, dass mein Verständnis von Liebe und Leben etwas verschroben war. Ich dachte wie gesagt immer, dass ich ganz dolle Lieben muss und dann automatisch zurück geliebt werde. Und eine Zeit lang war das auch genauso. Aber dann habe ich eher aufgehört zu leben, während sie gerade anfing richtig zu leben, Probleme zu klären und anzugehen. Das war ein gewaltiges Ungleichgewicht, welches natürlich kippen musste, das ist mir nun klar.
Nicht Liebe bringt Liebe. Liebe bring Leben. Und Leben bringt Liebe. Aber ohne Leben, auch kein Platz für Liebe.