2000

Plötzlich Verlassen nach 5 1/2 Jahren

paul258
Habemus Bücherregale.
Sechs Monate nach dem Auszug wurden gestern neue Bücherregale geliefert, die ich auch gleich aufgebaut habe. Stellt euch zwei sehr große Regale vor die komplett vollgestellt sind mit Bücher.
Ich muss sagen, dass dadurch die Wohnung echt aufgewertet wird. Vorher standen/lagen die Bücher einfach rum bzw. waren in Kartons. Auch habe ich 2-3 Bilder und Poster angebracht und habe ich mittlerweile Teppich, Staubsauger, Pinnwand und schon alles gekauft, um im Frühjahr den Balkon zu bepflanzen Im Grunde fehlt mir nur noch eine Spüle in der Küche, ansonsten alles durch.

Dennoch ist mir vorhin etwas Merkwürdiges passiert: Ich habe mein Handy aufgeräumt und ich hatte ja schon längst alle Fotos usw. gelöscht. Bei Screenshots fand ich aber zwei Screenshots von Chat Gesprächen, die ich mit meiner Ex NACH meinem Auszug hatten. Sprich Ende Juni/Anfang Juli, also ca. 5-6 Monate her. Dort schickte mir meine Ex (genau wie in dem Brief zuvor) ein Foto von dem Kuscheltier, dass ich ihr zum Beziehungsanfang geschenkt hatte und ich schrieb ihr, dass ich nicht begreifen kann was bei ihr im Kopf abgeht. Das war schon alles…aber es hat mich irgendwie nochmal voll erwischt.
Ich musste sogar plötzlich weinen, ganz komisch. Ich habe viel nachgedacht und glaube immer noch nicht ganz genau erklären zu können was mich daran so getroffen hat. Es ist nicht so, dass ich meiner Ex hinterher trauere. Der Zug ist recht schnell abgefahren und ehrlich gesagt was das auch der Grund warum ich immer so schmallippig reagiert habe, wenn man einfach hört „Vergiss sie.“, weil es nicht mal ansatzweise an das herankommt was mich bewegt.
Erstmal ist „vergessen“ ein passiver Prozess, den man zwar befördern kann durch Umstände, aber niemals erzwingen. Würde das gehen, würde es keine Traumata (und vermutlich kaum Dro.) geben und alle Menschen wären immer glücklich…daher halte ich nicht viel von dieser Phrase.

Andererseits war und ist es nie sie gewesen was mich so erschüttert hat. Vielleicht nicht mal das Ende der Beziehung, weil ich ja weiß, dass es mir ohne sie besser geht und gehen wird. Sondern einfach wie das alles ablief. Es fühlt sich einfach nicht greifbar an. So ein wenig wie wenn man an die Unendlichkeit des Universums nachdenkt. Ich verstehe vieles und rational kann ich mir vieles erklären – aber am Ende steht man doch da mit einer großen Leere im Kopf.

Ich habe diesen Menschen in über 20 Jahren niemals etwas Negatives getan. Im Gegenteil, ich hätte ihr den Mond vom Himmel geholt. (Ich weiß, beziehungstechnisch ein Fehler - aber es steht dennoch für etwas. Dass ich ihr immer zugewandt war, bis zur letzten Sekunde).
In der Beziehung war es sogar so, dass ich mir wegen z.B. Corona oder Krieg (Ukraine usw.) ehrlich gesagt niemals einen Kopf gemacht habe. Das einzige was wichtig für mich war, war diese Beziehung. Womit nicht mal das als Beziehung im klassischen Mann- Frau – Sinn gemeint ist, sondern, dass da einfach ein Mensch war, der mir sein dunkelstes Geheimnis anvertraut hat. Dem ich alles gesagt habe. Mit dem ich Stunden und Stunden zusammen lachen und reden konnte. Der immer da war und der auch wusste, dass ich immer da bin.

Ein Trennung erschien für mich so dermaßen unrealistischer, dass ich nicht mal daran dachte. Sie bestätigte das ja auch permanent – „Noch nie jemand ist so wichtig für mich wie du!“ usw. habe ich ständig zu hören bekommen.

Und wenn ich mir dann anschaue wie das alles ablief falle ich vom Glauben ab. Es war das komplette Gegenteil von „normale Trennung“ und auch das völlig ohne Grund. „Es ist mir egal ob du obdachlos wirst!“. Es ist einfach so unvorstellbar, dass das alles so kam.

Vor ca. genau ein Jahr lag sie wegen einem Routine Eingriff im Krankenhaus und ich habe sie die ganze Zeit besucht. Vor 11 Monaten haben wir meinen Geburtstag gefeiert, so wie die Jahre davor auch immer. Waren dann mit Freunden feiern usw. Alles entwickelte sich gut, alles ging voran.
Ich weiß nicht, ob klar ist was ich meine, aber traumatisch trifft es vielleicht am besten.

Was übrigens nicht heißt, dass die Trennung nicht richtig war! Denn das war sie zu 100% und auch viel zu spät. Und ich würde auch niemals wieder mit dieser Frau zusammenkommen, oder gar befreundet sein. Mein Leben hat sich dermaßen verändert in den letzten Monaten wie wohl vorher noch nie – und ich finde es gut. Ich bin älter geworden, weiser, würde ich behaupten. Es geht in eine gute Richtung, egal ob beruflich oder privat. Der Kompass zeigt in die richtige Richtung und das gibt mir sehr viel Kraft.

Dennoch sind 6 Jahre 6 Jahre. Ich verglich das neulich im Gespräch mit einer Freundin so:
Stell dir vor du stehst jetzt auf, gehst aus dein Leben raus, ziehst in eine kleine Hütte nach Alaska und dort lebst du mit einem anderen Menschen in dieser Hütte. Ich versteht euch gut, streitet euch aber auch. Es gibt nur euch. DU und DIESER MENSCH. Ansonsten niemanden. Ihr habt euren Alltag, über 2000 Tage lang redet ihr jeden Tag, erzählt euch alles, lacht zusammen, weint zusammen, besteht Krisen zusammen, Tod, Krankheit, Leid, Freude, Zäsuren des Lebens. Eigentlich nur ihr zwei, sonst keiner. Nur ihr zwei gegen den Rest der harten Welt.

Und dann eines Tages wachst du morgens auf und bist in deine altes Leben zurück, ohne den anderen Menschen. Als hätte es ihn nie gegeben. Dein Leben ist gut und toll. Du hast viel gelernt…aber natürlich denkst du ab und an an die 2000 Tage in Alaska. Wie auch nicht?
Und dann triffst du den Menschen aus der Hütte irgendwann mal – und er tut einfach so als wenn er dich nicht kennt. Als hätte es die 2000 Tage nicht gegeben, als wären sie niemals passiert. Dabei weißt du ja, dass es sie gab. Es waren immerhin 2000 Tage. Die ganze Zeit, die Tränen. Es ist nicht schlimm, dass die Zeit vorbei ist, da es dir ja jetzt gut geht. Aber es war ein Teil deines Leben und der einzige Mensch, der diesen Teil auch gesehen hat tut so als seist du ein Fremder. Du zweifelst sogar an deinen Verstand - habe ich mir die 2000 Tage nur eingebildet? Aber nein, hast du nicht. Es ist wie in der Trueman Show, als Jim Carry bewusst wird, dass alles fake war. Eine Lücke im Lebenslauf, eine Leerstelle, die du dir einfach nicht erklären kannst.
Und die ganze Welt dreht sich weiter und dir geht es gut…aber irgendwie fühlt es sich komisch an manchmal.

Zitat von Femira:
Irgendwie hab ich es noch immer nicht verstanden... Hast du nun ein soziales Netz, von dem du dich getragen fühlst oder nicht?


Sagen wir mal so: Ich habe Freunde, ja. Vermutlich mehr als manch anderer vielleicht. Aber gleichzeitig ist es nicht so, dass ein aktiver enger Kreis wäre. Die Wochenenden verbringe ich regemäßig alleine. Also ganz alleine.
Nur absurderweise ist dieses Netzt schon viel, viel mehr als es in der Beziehung je war. Ich Depp habe ja im Grunde alles gekappt in der Zeit, fast auf 0. Genau das ist mir ja dann auch zum Verhängnis geworden und passiert mir auch niemals wieder.

Vielleicht trifft es das: Ich kenne sehr viele Menschen und würde auch behaupten, dass es einige Menschen gibt die mich mögen, die sich auch mal mit mir treffen wollen, mit denen ich Kontakt habe. Aber so richtig innig, wie man sich das wohl so bilderbuchmäßig vorstellt sieht es eher mau aus.

Zitat von Femira:
Denn Geld wird dich immer retten können. Im Zweifel sind Problemlösungen nämlich nur teuer. Das würde dir viel mehr Sicherheit in deinem Leben geben.


Das ist auch etwas was ich bisher falsch gemacht habe. Vorher dachte ich immer, dass das Glück und Gefühle wichtiger sind, mal salopp gesagt. Aber ich sehe ja wohin es mich gebracht hat. Der einzige Mensch dem ich mir bis zum Tod gewiss bin, bin ich selber. Also ist es auch sinnvoller alles dafür zu tun, dass es MIR gut geht. Dass ICH abgesichert bin. Dass ICH Geld verdiene. Vorankomme im Leben.

Wie schon mal angedeutet: Nach der Trennung bin ich ja vieles angegangen und ernte nun langsam die Früchte. Besseres Gehalt, mehr Sicherheit usw. Und das ist erst der Anfang. Nun heißt es dranbleiben und ich habe auch so sehr Bock darauf wie noch nie zuvor im Leben.

Zitat von Femira:
Das glaube ich auch. Dein Leben ist ja ein paar Mal zusammen gebrochen. Vielleicht hast du gelernt, dass du es immer wieder selbst aus eigener Kraft schaffst, dich raus zu ziehen. Das wäre doch schön.


Das stimmt schon. Nur wäre es mal schön, wenn mal nicht alle abgebrannt wird. Also ich weiß ja, dass man das Leben nicht vorhersagen kann, aber mein Bedarf an Drama ist erstmal gedeckt für die nächsten Jahre.

Zitat von Femira:
Es gibt Menschen, die trennen sich, fühlen ihre Gefühle, verarbeitetn diese, pflegen sich und es gibt andere, die nicht allein sein können oder die nicht gelernt haben, mit Emotionen umzugehen, die Spalten einfach. Deine Ex spaltet. Sie spaltet euch, ihre Gefühle und ihre Gedanken einfach ab. Um das tun zu können, musst du ganz raus aus ihrem Leben,


…aber am Ende sind wir doch alles Menschen mit einen Herz, oder nicht? Um es mal so platt auszudrücken. Ich verstehe ja, dass spalten (verdrängen, zerstören etc.) für manche eine Handlungsoption seien mögen… aber ich weiß nicht. Es impliziert ja zeitgleich eine enorme Egozentrik, weil es offenbart, dass es einen nur um sich selber geht. Und das finde ich schon krass und ekelhaft zu gleich – und genau deshalb werde ich das ihr von ihr an den Tag gelegtes Verhalten niemals verzeihen.

21.01.2024 22:34 • x 12 #931


Femira
Hey Paul,
Zitat von paul258:
gestern neue Bücherregale

Mega! Ich freu mich sehr für dich!
Zitat von paul258:
Besseres Gehalt, mehr Sicherheit usw. Und das ist erst der Anfang. Nun heißt es dranbleiben und ich habe auch so sehr Bock darauf wie noch nie zuvor im Leben

Gut. Ich empfehle dir das Buch Die Kunst über Geld nachzudenken. Ist zwar ein etwas patriarchalischer alter Mann, aber das ist vielleicht für einen jungen Mann wie dich leichter auszuhalten als für mich als Frau.

Zitat von paul258:
Ich weiß nicht, ob klar ist was ich meine, aber traumatisch trifft es vielleicht am besten.

Du liest dich da auch traumatisiert, finde ich. Also von der Art und Weise.
Mir drängt sich der Eindruck auf, dass das daran lag, dass du mit ihr symbiotisch warst und es gibt nur einen Moment, in der Symbiose psychisch gesund ist: als Baby und Kleinkind mit einer Bezugperson. Da hilft aber Therapie und das Leben auf mehrere Säulen stellen. Ich hatte dir ja den Link zur Karrierebibel und den Säulen des Lebens da gelassen.
Ich zeig dir mal, an welchen Stellen ich dieses symbiotische fest mache:
Zitat von paul258:
Das einzige was wichtig für mich war, war diese Beziehung.


Zitat von paul258:
Der immer da war und der auch wusste, dass ich immer da bin.

Immer da war....das ist ein kindlicher Blickwinkel auf die Mama.
Und dann in der Folge das hier
Zitat von paul258:
Ich habe diesen Menschen in über 20 Jahren niemals etwas Negatives getan

Du fühlst dich bestraft und suchst, was du falsch gemacht hast. Bezugpersonen strafen... Erwachsene gehen einfach aus dem Kontakt, wenn ihnen etwas missfällt. Da ist nichts mit strafen.
Ich habe den Eindruck, dein inneres Kind verwechselt da einfach was. Und deswegen ist es traumatisch.
Aber da du in Therapie bist, kommt ihr da sicher ran.
Zitat von paul258:
Es impliziert ja zeitgleich eine enorme Egozentrik, weil es offenbart, dass es einen nur um sich selber geht.

Eigentlich nicht. Eigentlich zeigt es nur, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist.
Du schreibst ja selbst, dass du der einzige bist, auf den du dich verlassen kannst und dass du dafür sorgen musst, dass es dir gut geht.
Zitat von paul258:
und genau deshalb werde ich das ihr von ihr an den Tag gelegtes Verhalten niemals verzeihen.


Musst du ja auch nicht. Aber eben dein Frieden mit dem Leben machen.... Dass es eben so gekommen ist, wie es gekommen ist. Das hast du meiner Meinung nach.
Zitat von paul258:
Ich kenne sehr viele Menschen und würde auch behaupten, dass es einige Menschen gibt die mich mögen, die sich auch mal mit mir treffen wollen, mit denen ich Kontakt habe. Aber so richtig innig, wie man sich das wohl so bilderbuchmäßig vorstellt sieht es eher mau aus.

Und was tust du aktiv, um das zu verändern? Vielleicht kannst du Menschen hier inspirieren, da es eben sehr häufig Thema ist

22.01.2024 08:24 • x 5 #932


A


Plötzlich Verlassen nach 5 1/2 Jahren

x 3


paul258
Zitat von Femira:
Eigentlich nicht. Eigentlich zeigt es nur, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist.


Sorry, aber da halte ich gegen. Also natürlich ist jeder für sich selbstverantwortlich usw. Keine Frage!

Aber das was du sagst würde ja jede Form von Egoismus in purer Radikalität tolerieren und sogar fordern. Darum ging es mir.
Konkret: es ist ja richtig, dass sie sich getrennt hat, wenn sie der Meinung war, dass das richtig sei.
Aber ihr ganzes Verhalten dabei war unter aller Sau und (wie mehrfach erwähnt) traumatisierend für mich...und völlig unnötig.
Die ganze Nummer von der Trennung, über meinem Auszug bis zum heutigen Tag hätte auch 1 zu 1 genau so ablaufen können ohne Beleidigungen von ihr, gaslighting, Diebstahl und der Androhung von Anzeigen. Das mein ich.
Das hat nichts mit Selbstfürsorge von ihr zu tun, sondern war einfach Mist und tut mir leid, ein sie hat auf sich geschaut finde ich dabei als Legitimierung etwas zu kurz.

Zitat von Femira:
Mir drängt sich der Eindruck auf, dass das daran lag, dass du mit ihr symbiotisch warst


Mag sein und wird viel dran sein.
Aber mal ganz blöd gefragt: wieso ist es dann so, dass es für mich sich so anfühlt und sie einfach weiterlebt als hätte es die letzten Jahre nicht gegeben?
Symbiose impliziert ja, dass es zwei Menschen sind/waren. Sie war doch die ganze Zeit dabei. Wie kann ein Mensch denn sowas erleben und dann einfach alles bewusst wegdrücken? Das ist doch krank...das geht mir die ganze Zeit durch den Kopf.

Und ich erwähne es nochmal: das heißt nicht, dass ich den jetzt Zustand falsch finde, im Gegenteil! Ich kann es nur wirklich nicht verstehen wie ein Mensch so sein kann.

Es ging ja in zwei Richtungen und wenn man ganz ehrlich ist, sogar mehr von ihr zu mir. Sie hat mir Sachen erzählt, die ich hier nicht mal schreiben kann. Wir haben Dinge erlebt...und dennoch kann man sich trennen, alles fein! - aber dann einfach so zu leben als sei alles nur ein Traum gewesen begreife ich nicht - und das schmerzt, weil es alles erlebte entwertet und sinnlos erscheinen lässt. Dabei ist es ja am Ende auch ein großer Teil meines Lebens gewesen.

22.01.2024 10:25 • x 6 #933


W
Zitat von paul258:
wieso ist es dann so, dass es für mich sich so anfühlt

Weil Du sozusagen die Rolle des Säuglings eingenommen hast. Der Säugling ist immer in der schwächeren und abhängigen Position. Das sind oft sehr subtile Prozesse und laufen nicht über das Bewußtsein. Deshalb kann es sein, daß der eine Part nur die schönen Seiten erlebt und sieht Mama ist da *glucks* während für den anderen Part die anstrengenden Dinge überwiegen jetztmußich dem schonwiederdiePamperswechseln, ihn stillen, ihn mit dem Kinderwagen herumfahren, aber auch das wird zumeist nicht bewußt wahrgenommen werden.

Eine Weile ist es ja auch schön und verschafft Erfüllung, ein Baby auf dem Arm zu tragen. Aber irgendwann kommt der Moment, da hat man genug vom Baby, es wird zu schwer, soll endlich groß, erwachsen werden...

22.01.2024 10:42 • x 1 #934


paul258
Zitat von Wolfstanz:
Deshalb kann es sein, daß der eine Part nur die schönen Seiten erlebt


Also ich weiß ja nicht.
Irgendwie fühlten sich die letzten Jahre nicht so an, als wenn ICH mich einfach zurück gelehnt hätte. Eher im Gegenteil, ich habe ja permanent gemacht und getan (, was mich ja so aufgefresseen hat in vielerlei Hinsicht) und sie hat sich von mir bekümmern lassen. Ich war doch der Problemlöser.
Also um in dem Bild zu bleiben, dann habe ich eher ihr wortwörtlich den A. hinterhergetragen
Das war ja auch mein Fehler.

22.01.2024 10:48 • x 2 #935


Femira
Zitat von paul258:
Sorry, aber da halte ich gegen.

Darfst du bei mir immer und ohne dich zu entschuldigen! Das halte ich für unnötig. Es geht ja um einen offenen Diskurs und du oder andere müssen nicht meiner Meinung sein.
Zitat von paul258:
Das hat nichts mit Selbstfürsorge von ihr zu tun, sondern war einfach Mist und tut mir leid, ein sie hat auf sich geschaut finde ich dabei als Legitimierung etwas zu kurz.

Da hast du mich falsch verstanden oder ich war nicht klar genug oder so. Ich wollte es nicht legitimieren. Nichts von ihrem Verhalten. Ich versuche mit dir Erklärungen zu finden, weil du immer wieder schreibst
Zitat von paul258:
Ich kann es nur wirklich nicht verstehen wie ein Mensch so sein kann.

Und da versuche ich Impulse zu suchen, damit du schauen kannst, was dir stimmig erscheint.

Zitat von paul258:
Aber ihr ganzes Verhalten dabei war unter aller Sau

Ja.
War es. Und ich denke auch, dass da ungelöste Themen bei ihr sind und sie dieses Verhalten wiederholen wird, bis sie sich diesen Themen widmet.
Zitat von paul258:


Zitat von paul258:
und (wie mehrfach erwähnt) traumatisierend für mich...und völlig unnötig.

Und das hier ist deine Seite. Ihr Verhalten war nicht in Ordnung. Keine Frage, aber nicht bei jedem hätte es ein Trauma ausgelöst. Da ist etwas ungelöstes auf deiner Seite. Andere, die hier aufschlagen, die ebenfalls erleben, dass der/die Ex völlig verändert ist, empfinden beispielsweise Abscheu und es hilft ihnen. Also das Trauma... Dafür kann sie nichts. Das ist total positiv, denn so kannst du es ohne sie lösen!

Zitat von paul258:
und das schmerzt, weil es alles erlebte entwertet und sinnlos erscheinen lässt.

Auch das ist auf deiner Seite. Dass es schmerzt. Klar. Aber dass das Erlebte entwertet wird... Nein. Es hat nur für ihr jetziges Leben keine Bedeutung mehr.

Ich denke, da ist auf deiner Seite sowas wie:
- Ich hab mehr in die Beziehung gegeben als gut für mich war
(kein gutes Gefühl für eigene Grenzen und Bedürfnisse und in Erwartung, dass für dieses Verhalten Liebe als Gewinn steht)
- Ich habe nur noch für sie und die Beziehung gelebt
(das Leben außerhalb der Beziehung wird als weniger wichtig klassifiziert, was für ein schlechtes Ich-Gefühl steht)

Zitat von paul258:
wieso ist es dann so, dass es für mich sich so anfühlt und sie einfach weiterlebt als hätte es die letzten Jahre nicht gegeben?
Symbiose impliziert ja, dass es zwei Menschen sind/waren.

Weil Symbiose immer nur temporär gehalten werden kann. Dann macht es unglücklich.
Meiner Erfahrung nach trennt sich immer der Part, der abhängiger war, denn der ist weniger in der Lage, sich ein bisschen zu lösen und für sich selbst Verantwortung zu übernehmen.

Deine Ex hat radikal getrennt und ist in eine neue Symbiose, die temporär wieder als glücklich erlebt werden kann.

Du, mein Forengrund war auch so. Von einer Symbiose in die nächste. Er wird immer unglücklich bleiben. Denn die Antwort ist nicht Wenn die Richtige da ist, dann..., sondern wenn ich keine Symbiose mehr brauche, weil ich mich um mich kümmern kann, dann...
Beide S@tze werden mit werde ich glücklich sein. beendet.

Und damit dir dieser Mist nicht noch mal passiert, musst du aufhören, Symbiose zu suchen.

22.01.2024 10:56 • x 5 #936


W
@paul258 ich könnte mir auch durchaus vorstellen, daß es solche Abhängigkeits-Symbiosen wechselseitig gibt. Das also quasi beide mal Kind, mal Elternteil sind. Und wie Femira schreibt, ersetzt das keine Rechtfertigung für ungerechten Verhalten oder schlimmeres!

22.01.2024 11:24 • x 2 #937


paul258
Zitat von Femira:
Darfst du bei mir immer und ohne dich zu entschuldigen! Das halte ich für unnötig. Es geht ja um einen offenen Diskurs und du oder andere müssen nicht meiner Meinung sein.

Zitat von Femira:
Ich versuche mit dir Erklärungen zu finden, weil du immer wieder schreibst


Ja, ich bin ganz ehrlich: Ich nutze das hier auch vermutlich nicht mehr als das was es eigentlich ansonsten hier ist und was es für mich noch vor ca. 6 Monate war. Also, obwohl es ab und an Erinnerungen und Einschläge gibt, bin ich ja schon sehr weit aus der ganzen Nummer raus, vor allem im Vergleich zu manch anderen Themen hier. Ich schreibe hier nur manchmal gerne, weil ich es ungelogen cool finde Feedback auf Gedanken zu bekommen und ja netterweise auch immer wieder Leute schreiben

Also es ist kein Kampf ums Überleben mehr hier, sondern eher gemütliche Diskussion Runde Meine Schäfchen sind ja im Trockenen und auch wenn es mal dunkle Tage gibt - wenn ich ganz ehrlich bin geht es mir gerade so gut wie seit Jahren nicht mehr. Manchmal überkommt es mich und ich denke daran wie es vor ein oder drei Jahre war. Klar gab es da Schönes! Aber es gab auch sehr, sehr viel Stress und Streit und Kummer. All das ist ja jetzt nicht da. Meine größte Sorge heute ist es eine Spüle zu organisieren und endlich mal wieder Dostojewski zu lesen Echt angenehmer Kontrast zu meine Ex heult ständig, wir streiten uns, ihre Familie macht Stress, sie ist ständig unzufrieden und man muss aufpassen was man sagt.

Zitat von Femira:
Und ich denke auch, dass da ungelöste Themen bei ihr sind und sie dieses Verhalten wiederholen wird, bis sie sich diesen Themen widmet.


Genau das denk ich auch und genau deshalb hatte es mich ja im Oktober so umgehauen, weil ich wirklich dachte, dass sie diese Themen angegangen ist im Sommer. Also am Abend der Trennung meinte sie ja selbst Ich muss erstmal 2-3 Jahre alleine sein um mein Leben zu ordnen! - und heute weiß ich, dass sie da schon den Neuen zu mindestens im Hinterkopf hatte als sie das sagte ach naja. Nicht mein B..

Zitat von Femira:
Da ist etwas ungelöstes auf deiner Seite. Andere, die hier aufschlagen, die ebenfalls erleben, dass der/die Ex völlig verändert ist, empfinden beispielsweise Abscheu und es hilft ihnen. Also das Trauma... Dafür kann sie nichts. Das ist total positiv, denn so kannst du es ohne sie lösen!


Ja das stimmt. Und ironischerweise hat sie unter dem Gesichtspunkt Recht, als sie meinte Ich sei abhängig von ihr, bzw. geht es in die Richtung. Warum sie dann absichtlich sich so daneben benehmen musste steht auf einem anderen Blatt und muss sie wissen. Aber ja, das war mein Fehler in der Beziehung. Ich habe einfach zu wenig auf mich geschaut. Mich zu wenig um mich gekümmert.

Zitat von Femira:
Ich denke, da ist auf deiner Seite sowas wie:
- Ich hab mehr in die Beziehung gegeben als gut für mich war
(kein gutes Gefühl für eigene Grenzen und Bedürfnisse und in Erwartung, dass für dieses Verhalten Liebe als Gewinn steht)
- Ich habe nur noch für sie und die Beziehung gelebt
(das Leben außerhalb der Beziehung wird als weniger wichtig klassifiziert, was für ein schlechtes Ich-Gefühl steht)


Lustig wenn ich das so lese, weil ich weiß, dass du zu 100% Recht hast und ich zeitgleich weiß, dass ich (so wie ich mich heute fühle) sowas von diesen Gedankengang entfernt bin Also das ist das was ich die ganze Zeit mit Entwicklung meine.

Ihr hättet mal den Paul von vor 12 Monaten lesen sollen Der hätte hier GANZ anders geschrieben

Zitat von Femira:
Du, mein Forengrund war auch so. Von einer Symbiose in die nächste. Er wird immer unglücklich bleiben. Denn die Antwort ist nicht Wenn die Richtige da ist, dann..., sondern wenn ich keine Symbiose mehr brauche, weil ich mich um mich kümmern kann, dann...
Beide S@tze werden mit werde ich glücklich sein. beendet.

Und damit dir dieser Mist nicht noch mal passiert, musst du aufhören, Symbiose zu suchen.


Im Zukunft bilde ich nur noch Symbiosen mit mir selbst und alle anderen können im Idealfall gern gesehene Gäste dabei sein

23.01.2024 20:45 • x 6 #938


paul258
Gruß in die Runde,

vorweg: es ist nichts neues passiert. Nur kreisen meine Gedanken in den letzten Stunden/Tagen enorm und ich dachte ich schreibe es mal hier hin.

Einerseits hatte ich vor einigen Tagen mal meinen PC aufgeräumt. Direkt nach der Trennung habe ich alle Bilder gelöscht, was auch echt clever war und mir half. Jedenfalls habe ich dann doch zwei Ordner entdeckt, die ich im Herbst 2022 gemacht hatte. Es sind Sicherheitskopien gewesen von meinem Handy und sie waren voll mit Bilder von meiner Ex und mir…und nun kommt das komische…es hat mich nicht wirklich umgehauen. Also es hat mich irgendwie „getroffen“, aber wo vor 6 Monaten noch große Tränen waren ist nun nur noch „Mhh, Schade wie es geendet ist“. Da sind lauter Bilder von uns zwei auf denen wir lachen und das trifft mich dann doch (und darum schreibe ich das hier auch und dazu unten noch mehr).

Was mir auch auffiel war wie enorm ich mich ins Negativ verwandelt habe ( - sie aber auch). Ich wog einiges an weniger Gewicht, hatte so gut wie keine grauen Haare, wirkte glücklich auf fast jedem Bild. Dann dachte ich mir „Oha, krass, das muss ja ewig her sein“ und dann schaue ich aufs Datum: Ca. 3 Jahre her. Drei JAHRE! Ich sehe da 10 Jahre jünger und viel besser aus. Ich war da also schon 31.

Dann habe ich viel darüber nachgedacht was passiert ist und kam nicht daran vorbei, dass es einfach diese Beziehung war. Dieses ständige Streiten, dieser ganze Stress jeden Tag. Ich habe hier ja nie alles weit aufgebreitet, aber es gab Situationen wie etwa: Wir unterschreiben einen Mietvertrag und zwei Minuten nachdem wir das getan haben fängt meine Ex an zu weinen, dass das ja alles so ungewiss sei und falsch. Oder wir beziehen unsere gemeinsame Wohnung und dort muss noch einiges getan werden. Meine Ex hat daraufhin 4 Tage (!) durchgeweint!...bis ich 3 Kumpels holte und wir das „alles“ in 4 Stunden erledigt hatten. Oder einmal hat sie ihr Handy verloren. Das ist nicht mal zwei Jahre her, sprich da war sie 33. Sie ging aus dem Haus, kam nach 10min wieder…und hat geweint wie ein Kleinkind das hingefallen ist. Sie hat gar nicht mehr aufgehört und das Bild habe ich tatsächlich manchmal noch vor Augen, weil es einfach so krass war. Also das war kein traurig sein, sondern ein Weinen als wäre gerade ihre ganze Familie gestorben – wegen einem 120Euro Handy.

Mir würden noch seeeehr viele ähnliche Sachen einfallen und immer war es so in den letzten Jahren, dass es mich fertig gemacht hat. Ich ging vor zwei Jahren wegen Blutdruck in Behandlung, am Ende bekam ich auch zusätzlich Antideprissiva. Irgendwas war immer. Ich dachte mir das damals mal so „Es ist so, als wenn wir zwei in einem Boot aufn Ozean sitzen, hohe Wellen schlagen und anstatt dass sie rudert, sitzt sie nur weinend in der Ecke und bohrt Löcher ins Boot“. So fühlte sich mein Leben über Jahre an und mir wird langsam bewusst, wo ich nun raus davon bin, wie verrückt das alles war und wie sehr mich das alles kaputt gemacht hat.

Lustigerweise war es so, dass ich heute mal von Arbeit nach Hause gelaufen bin, was ein sehr lange Weg war. Dort habe ich viel nachgedacht…und irgendwann stehe ich so an der Ampel und sehe auf einmal auf der anderen Straßenseite den Bruder meiner Ex vorbei gehen. Er sieht mich 20 Sekunden lang an und geht dabei weiter. Kein Grüßen, kein nichts.
Das ist so irre irgendwie. Mit dem Menschen haben ich locker 50 Nachmittage verbracht, wir haben mal zusammen in einem Zimmer übernachtet, saßen im kleinen Auto eng aufeinander und haben über Star Wars gesprochen – und nun reicht es nicht mal zum kleinen Kopfnicken.

Das ist auch das was ich oben mit den Fotos meinte:
In den letzten Tagen kommen mir immer wieder Gedanken. Ich vermute, dass es daran liegt, dass ich in paar Tagen Geburtstag habe. Ich bekomme jedes mal ein Knoten im Kopf, wenn ich mich frage warum das alles so gelaufen ist. Wobei wichtig ist: ich meine damit nicht die Trennung. Da kann ich mir einiges zusammenreimen, auch wenn sie niemals was gesagt hat. Aber ich meine damit…ich weiß nicht. Ich hatte ja schon Beziehungen und Freundschaften im Leben und bisher war es immer so, dass man sich entweder auseinandergelebt hat, oder etwas krasses vorgefallen ist (Verrat). Aber hier passen diese Schablonen nicht und das macht mich ganz kirre!

Wir haben bis zu letzt zusammen gelacht. Also ganz direkt: 10min bevor wir Schluss gemacht hatten standen wie zusammen in der Küche und haben herzhaft lachend trashige 90er gehört. Am Abend vorher haben wir zusammen im Bett gekuschelt eine Komödie geschaut. Noch ein Tag vorher hatten wir S.. Ein Monat vorher waren wir an meinem Geburtstag essen und sie hat mir coole Sachen geschenkt. Eine Woche vorher waren wir im Theater und sie hat während der Veranstaltung meine Hand genommen und ihren Kopf auf meine Schulter gelegt - eine Woche vorher! (Und heute weiß ich, dass da mein Nachfolger schon zumindestens im Kopf anwesend war, wenn nicht mehr). Also versteht ihr? Und auch ansonsten: In all den Jahren ist soviel passiert und wir haben soviel zusammen durchgemacht…
…nicht falsch verstehen: Das soll nicht heißen, dass ich irgendwas bereue oder so. Die Trennung war richtig! Überfällig! Längst!

Mir geht nur nicht in den Kopf warum das alles SO ablaufen musste.

In den 6 Jahren habe ich ihr niemals etwas getan. Bin niemals laut geworden, selbst wenn sie es wurde. Habe sie nie beleidigt. Sie hingegen hatte einige Male ihre Ausraste, hat einmal einen Wecker an die Wand geworfen.
Ich verstehe nicht was das sollte alles. Vielleicht kommt mir der Gedanken auch jetzt, weil ich nun seit ca. 4 Wochen einfach endlich mal safe bin und ich wieder ein gutes Leben führe. Mir kann absolut nichts passieren. Dennoch habe ich nun ca. 9 Monate meines Leben damit verbracht zu überleben (wortwörtlich). Fast ein Jahr hin.

Auch wie sie bei der Trennung meinte „Eigentlich wollte ich mich schon vor Jahren trennen!“, „Ich hatte schon Zweifel als wir vor zwei Jahren hier eingezogen sind!“, Ich habe mich schon vor fünf Monaten auf eine Arbeitstelle weit weg beworben (, worauf ich meinte, ob sie nun Applaus haben möchte, dass sie mich angelogen hat, weil sie ja immer meinte, dass sie glücklich ist) – daran muss ich gerade oft denken und es macht mich echt sehr sauer, weil es einfach ein Eingeständnis ist, dass sie mir Lebenszeit gestohlen hat, die ich niemals wiederbekomme. Sie hatte ja mich seitdem schon abgeschrieben und einfach nur auf den passenden Ersatz gewartet/gesucht, egal was ich tue. Ich war ja auf dem aufsteigenden Ast zum konkreten Zeitpunkt der Trennung (Beförderung, jeden Tag Sport usw.)….wo würde ich heute stehen, wenn wir uns schon vor 2-3 Jahren getrennt hätten? Hätte ich weniger graue Haare?

Und wieso dieser ganze Terror. Ich habe ihr wie gesagt niemals etwas getan und bin auch ein sehr friedvoller Mensch. Meine letzte Schlägerei war in der Grundschule und ich bin auch gerade mal 1.75, keine imposante Erscheinung…warum dann dieser ganze Quatsch mit „Paul stalkt mich!“, „Er kommt mit der Trennung nicht klar!“, „ Ich muss zum Anwalt gehen!“? Mag lapidar sein, aber: Womit habe ich das verdient? Ich habe ihr niemals etwas schlechtes gewollt – selbst nach der Trennung war ich, trotz Schmerz und Streit, immer „für sie da“, war ehrlich zu ihr, immer entgegenkommend, alleine was das Thema Wohnung anging.

Ich habe ja viel im Internet und viel im Forum hier gelesen, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass es hier verkehrte Rollen waren. Normalerweise ist es ja so: A trennt sich und B ist verletzt. Entweder es geht einigermaßen erwachsen über die Bühne, oder (nicht selten) B ist komplett entrückt und macht vielleicht sogar dummen Mist. Vom Stalken, über den Neuen bedrohen über was weiß ich.
Hier ist es aber so, dass A verlässt B. B ist traurig, aber A ist es die komplett Gaga wird und eskaliert – und das obwohl ja alles so kommt wie sie es will.

Und natürlich ist es der Treppenwitz: Vor mir hatte sie vier langjährige Beziehungen. Die erste (mit 19) endete damit, dass der Typ das Fahrrad ihres Neuen demolierte.
In der nächsten war es das erste mal so, dass sie verlassen wurde was sie hart getroffen hat. (Funfact: Die Frau für die sie damals verlassen hat war jene Frau mit der ich neuerdings wieder regelmäßig Kontakt habe, was meine Ex natürlich (denk ich) nicht weiß. Die ist mit dem Typen von damals schon lange nicht mehr zusammen - aber dennoch lustig irgendwie. Die Welt ist ein Dorf).
Die Beziehung darauf war mit einem „komischen Typen“ aus der alternativen Szene. Also eigentlich das komplette Gegenteil meiner Ex. Mit dem ist sie auch im großen Streit auseinander und hatte auch niemals wieder Kontakt, obwohl sie Jahre zusammen waren.
Dann mein Vorgänger, ein ziemlicher wohlhabender Spießer. Heute weiß ich, dass er einfach Probleme hatte über seine Gefühle zu reden, aber auch ihn sägte sie einfach ab. Die hatten eine Wohnung hergerichtet für 8.000Euro usw. Nach der Trennung ging er nochmal steil, lauerte den Eltern auf, um diese gegen sie aufzustacheln usw.
Und nun ich. Der, der von allen fünf am wenigstens am Ende überhatte und der ihr am wenigstens getan hat – und der dann Brief vom Anwalt bekam.

Will sagen: ich erkenne schon ein Muster dabei wie sie mit ihren Ex Partner umgeht – aber dennoch haut es mich noch immer um irgendwie. Ich kann einfach nicht begreifen wie ein Mensch so sein kann. Ein Mensch mit dem ich so intime Gespräche geführt habe, der mir soviel erzählt hat und dem ich nichts getan habe. Warum das alles SO Laufen musste.

Warum ich das vielleicht alles schreibe ist, dass es mich konkret gesagt komplett fuchsig macht, dass ich mir solche Gedanken mache. Ich WILL das nicht mehr. Ich weiß, dass es mir heute besser geht als in den letzten 3-4 Jahren…aber dennoch muss ich daran denken. Ich weiß auch, dass ich an meinem Geburtstag die ganze Zeit dran denken werde, ob sie sich meldet, obwohl natürlich zu 100% klar ist, dass nicht und ich auch hoffe, dass sie es nicht tut! Aber es wabbert mir die ganze Zeit durch den Kopf: Warum ist es denn überhaupt so eskaliert? Was habe ich denn falsch gemacht? Wieso ist es da angelangt wo es ist? Warum kann man sich nicht einfach kurz grüßen, wenn man sich sieht? Es würde soviel erleichtern (Gemeinsame Bekannte usw.). Warum hat sie diesen Weg gewählt, so völlig ohne Zwang?

Und ich will da NICHT dran denken. Ich lerne mittlerweile ab und an Frauen kennen, habe Freunde, habe Spaß – ich will da nicht mehr drüber nachdenken, aber es kommt manchmal um die Ecke geschossen, wie so ein ekelhafter Ohrwurm der nicht weggeht.


Naja, keine Ahnung was ich mit dem Beitrag hier aussagen wollte. Aber ich wollte es mal rauslassen.

Ich hoffe jedem der das liest geht es gut und wünsche ein schönes Wochenende!

02.02.2024 20:01 • x 12 #939


P
Zitat von paul258:
Er sieht mich 20 Sekunden lang an und geht dabei weiter. Kein Grüßen, kein nichts.

kurze Frage, hast Du ihn gegrüßt?
Vielleicht hat er darauf gewartet und hat deshalb so lange geguckt?

02.02.2024 21:14 • #940


paul258
Zitat von plietsche_deern:
kurze Frage, hast Du ihn gegrüßt? Vielleicht hat er darauf gewartet und hat deshalb so lange geguckt?


Ehrlich gesagt habe ich erstmal 10 Sekunden gebraucht zu schnallen was los ist, weil ich Kopfhörer drin hatte, ihn nicht erkannt und nicht mit ihm gerechnet habe. Ich habe ihm dann zugenickt, keine Ahnung ob er das wahrgenommen hat. Aber wie gesagt: sowas geht ja in zwei Richtungen und er hätte ja auch aktiver werden können.
Das meint ich ja damit: Früher hätte er locker mit einer Hand rüber gewunken noch bevor ich auch nur die Augenlieder aufgemacht hätte....

Und mir ist schon klar: vielleicht hat er gewartet - aber dann stellt dich die Frage warum? Kann ja nur sein, dass sie irgendwelche Fantasie Horrorgeschichten über mich erzählt hat...was mich zu meiner Frage zurück führt - warum das alles so?

Er ist übrigens Bodybuilder und könnte mich mit einen Hieb in die Steinzeit boxen

02.02.2024 21:21 • x 1 #941


S
ist wie eine Seuche heutzutage, das ist irgendwie standart geworden, dass die Leute so miteinander umgehen. Traurig.

02.02.2024 21:33 • #942


P
@paul258

menno, hab nen ellenlangen, wahnsinnig klugen Beitrag verfasst, bin dann auf irgendeine blöde Taste gekommen: alles wech.
GRMPF!

Neuer Versuch morgen, jetzt bin ich nämlich beleidigt! hehe ...

Gute Nacht

02.02.2024 22:00 • x 2 #943


alleswirdbesser
Zitat von plietsche_deern:
@paul258 menno, hab nen ellenlangen, wahnsinnig klugen Beitrag verfasst, bin dann auf irgendeine blöde Taste gekommen: alles wech. GRMPF! Neuer ...

Wenn man mit dem Handy schreibt, kann man es eventuell retten, wenn man oben rechts auf Disketten Symbol klickt.

02.02.2024 22:04 • x 3 #944


Klio
Guten Abend Paul

Nach all dem was du erlebt hast, Erlebtes, das dir nie ein Gedanke war, finde ich es nicht verwunderlich, dass ab und an noch etwas aufflammt. Gerade nach so einer Begegnung, die noch vor einer nicht allzu lange Zeit ganz anders verlaufen wäre. Das schmerzt.

Zitat von paul258:
Ich kann einfach nicht begreifen wie ein Mensch so sein kann. Ein Mensch mit dem ich so intime Gespräche geführt habe, der mir soviel erzählt hat und dem ich nichts getan habe

Diese Gedanken sind mir bekannt von dir. Sie würden mich auch begleiten, ich wäre enttäuscht.
Es ist schwer mit sich zu vereinbaren, dass ein Mensch gegen jemanden dann so handeln kann.
Aber du weißt, dieses Verhalten hat nichts mit dir zu tun?
Die Möglichkeit besteht, dass sie sich ebenso verhalten hätte, wenn ihr diese Gespräche nicht gehabt hättet.

Zitat von paul258:
Womit habe ich das verdient?

Ja gar nicht : )
Ich hoffe dir ist das bewusst und ihr wird es das auch sein.
Manchmal leben Menschen ihre ungeklärten Verletzungen auf ihrem Gegenüber aus.
Manchmal fällt es manchen Menschen sehr schwer ihr verletzendes Verhalten anzunehmen und müssen bei dem, dem es trifft noch immer weiter einen drauf setzen, um sich von ihrem eigenen Unvermögen abzuspalten.
Vielleicht.
Und dazu passend -}
Zitat von paul258:
Hier ist es aber so, dass A verlässt B. B ist traurig, aber A ist es die komplett Gaga wird und eskaliert – und das obwohl ja alles so kommt wie sie es will.

Ist gar nicht so selten zu betrachten, dass A so handelt.

Zitat von paul258:
Wir haben bis zu letzt zusammen gelacht

Mhm ja, ich kenne dieses Phänomen.
Man fragt sich dann doch noch unwillkürlich, aber sie/er hat doch noch was für mich empfunden?
Das macht es schwer.
Und ich fände es immer noch interessant eine Antwort darauf zu hören von einigen, die so gehandelt haben. Mich interessiert dieser Vorgang.
Ich könnte jemandem nimmer so nah sein, wenn ich keine Gefühle mehr hätte und oder schon für jemand anderen.
Ich fragte nach dem Warum. Antworten waren - das war doch alles nur noch gespielt. Ich wollte noch einen schönen Abschied für mich.
Hmm.
Vielleicht können sich manche besser abspalten.
Vielleicht müssen sich andere erst sicherer sein, dass es auch wirklich etwas mit dem neuen Partner wird, und halten den anderen dann noch warm.
Und oder es liegt dem Verlassenden auch noch etwas an dem anderen, die Entscheidung zur Trennung ist dennoch unverrückbar.

Zitat von paul258:
Also das war kein traurig sein, sondern ein Weinen als wäre gerade ihre ganze Familie gestorben – wegen einem 120Euro Handy.


Zitat von paul258:
Meine Ex hat daraufhin 4 Tage (!) durchgeweint!.

Habt ihr darüber geredet was in den Momenten in ihr passiert?
Woher das kommt?
Auf mich wirkt das als eine Lebensüberforderung; die bei so etwas eher weniger Tragischem zu Tage kommt.

Zitat von paul258:
Auch wie sie bei der Trennung meinte „Eigentlich wollte ich mich schon vor Jahren trennen!“, „Ich hatte schon Zweifel als wir vor zwei Jahren hier eingezogen sind

Ja liegt in ihrer Verantwortung.
Und witzig, dass dies dann in Formulierung und Ausdruck gegen einen verwendet wird.
Er sagte auch zu mir, dass er schon gezweifelt habe, als wir meine Wohnung gekündigt haben, wie seine Finger gezittert haben und er sich fragte, ob das jetzt eine gute Idee ist : )
Es bleibt unreif und verantwortungslos, unsicheres Inneres. Denke ich.
Und ich verstehe deinen Gedanken, dein Gefühl selbst an Zeit verloren zu haben. Wird einem das im besten Fall vom anderen ja auch noch vorgeworfen, dass sie ihre Zeit nun nicht mehr weiter vergeuden wollen etc.
Ich habe dieses Gefühl aber nicht mehr.
Er kann das ruhig denken; ich mochte die Zeit.
Und am Ende wissen wir nicht wo wir jetzt wären, für was die gemeinsame Zeit noch gut war.
Auch die extremere Trennungserfahrung. Zwei Jahre zuvor ohne neue Whg, wäre eure Trennung wahrscheinlich auch anders verlaufen ohne einen anderen in der Reserve.

Zitat von paul258:
Ich war ja auf dem aufsteigenden Ast zum konkreten Zeitpunkt der Trennung (Beförderung, jeden Tag Sport usw.)….wo würde ich heute stehen, wenn wir uns schon vor 2-3 Jahren getrennt hätten? Hätte ich weniger graue Haare?

Vielleicht wärst du alleiner ohne Freunde und unglücklich im Beruf
Du hast das alles gut mit dir gemeistert lieber Paul. Du bist mit dir auf einem guten Weg.
Sportlich betätigen kannst du dich jetzt auch : )


02.02.2024 22:47 • x 4 #945


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