@braunbärchen:
Es passt für mich - nach meinem jetztigen Wissen darüber - ins Bild.
Menschen mit Bindungsängsten wissen selbst nicht, dass sie bindungsängstlich sind. Im Gegenteil, sie sehnen sich sogar sehr nach Nähe, Liebe und Partnerschaft.
Bindungsangst wird vom Betroffenen eben nicht als "ANGST" empfunden und schon gar nicht als solche im Kontext zur Liebesbeziehung!
Eher entsteht schleichend ein diffuses "Unwohlgefühl", innerer Stress, Druck, Frust bishin zu plötzlichen massiven Unruhe - und Fluchtgedanken, innere Erstarrung/Versteinerung mit vermeintlich plötzlich abgestorbenen Gefühlen dem Partner gegenüber.
Es ist ein Reflex, ein Muster, welches immer wieder (!) abgespult wird, wenn zu große Nähe entsteht.
Bindungsangst = Angst vor Nähe = Angst, verletzt und verlassen zu werden.(bei dennoch vorhandener Sehnsucht nach Bindung!)
Der Abbruch/Ausbruch, die Flucht, der Wunsch nach absoluter Distanz (oftmals mit Eiseskälte durchgezogen) ist nichts anderes als Selbstschutz und dient der Selbstregulation, der Stabilisierung des fragilen, ängstlichen "Ichs".
Und geschieht immer dann, wenn eine Beziehung sehr eng, sehr harmonisch und sehr verbindlich geworden ist.
So wie Du es schilderst und wahrgenommen hast.
Bindungsangst ensteht meistens bereits in der Kindheit und wie schon erwähnt - Der "Näheflüchter" nimmt es rational nicht als Angst vor Verletzung/vor dem Verlassen werden wahr!
Zu Deiner Frage:
Ja, oft ist es dann so, dass diejenigen nach genügend Distanz die Welt selbst nicht mehr verstehen, die liebenden Gefühle für den Expartner wieder "fühlbar" werden und er zurück möchte.
Beziehungen mit Bindungsängstlichen sind oft die klassischen On/Off-Beziehungen, bis einer nicht mehr kann/will.
Auf grosse Nähe muss wieder Distanz her und dann wieder von vorn usw.
Ein Teufelskreis.
Du kannst ihm leider dahingehend nicht wirklich helfen.
Wenn bei ihm Bindungsangst sein "Lebensthema" ist, muss er es selbst erkennen und es ggfs. mittels Therapie aufarbeiten.
Es gibt natürlich verschiedene Abstufungen in der Ausprägung.
Manche müssen erst vieles zerstören und anderen (sowie sich selbst) unendliches Leid zufügen um aufzuwachen und sich zu ändern.
Manche schaffen es nie und verbleiben als "einsamer Wolf" oder "die Prinzessin im Elfenbeinturm, welche endlich gerettet werden will".
Lange Rede kurzer Sinn: Lies das Buch
