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Plötzliche Trennung nach ü20 J - ich bin fassungslos

hotte
Zitat von Juli007:
Was sagt ihr dazu? Ist das sinnvoll? Achte ich dabei zu wenig auf mich und grenze mich zu wenig ab? Oder ist gerade richtig, ihn zu unterstützen und für ihn da zusein?

Das ist eine entscheidung die du für dich selber treffen musst.

Ich möchte dir gerne etwas aus meinem letzten Jahr mitgeben. Kurz nachdem die Situation hier vollkommen eskaliert und ich bezüglich depressionen und angstzuständen auf einem tiefpunk war. Ein Freund war selbst einmal in einer solchen situation und hat eine stationäre Therapie gemacht, die ihm sehr gut geholfen hat. Ich war also am überlegen das auch zu machen, hatte aber Angst das meine NochFrau das dazu nutzt um auszuziehen etc.-.. (damals war noch der Standpunkt das ich sie nicht verlieren wollte etc. weil ich von Angst zerfressen war).

Auf jeden fall habe ich ihr damals diese Angst gestanden und sie hat mir ehrlich gesagt das sie mich nicht verlassen würde während ich weg wäre. Das war tatsächlich etwas, das mich beruhigt hatte. Letztenendes ist es nicht zur stationären Therapie gekommen aber ich dachte ich erwähne das mal hier.

Das was du beschrieben hast, kann ich mir nur so erklären das er alle Kräfte mobilisiert hat um den Abend "gut" zu machen, weshalb am nächsten Tag direkt ein Loch kam. Er muss selbst einsehen das dies kein Dauerzustand sein kann und da er nun psychatrische Hilfe in Anspruch nehmen möchte scheint er das erkannt zu haben. Ich halte Medikamente in einer Akutsituaton für eine hervorragende Methode um etwas Ruhe rein zu bringen.

Aaaaaaaaber.... das sind alles dinge für ihn. Bitte achte auf dich. ich weiß nicht ob ich es schonmal erwähnt habe.. es gibt Selbsthilfegruppe für angehörige von Patienten mit Depression (und für Trennungsthemen und noch vieles andere). Das Forum hier ist gut aber glaub mir, der direkt austausch mit Menschen in einem geschützen Umfeld (also nicht Freunde und Familie) ist grandios. Üblicherweise haben solche Gruppe ein bis zweimal im Monat ein treffen in den Abendstunden. Es kostet also noch nichtmal viel Zeit.

• x 1 #106


A


Plötzliche Trennung nach ü20 J - ich bin fassungslos

x 3


Stella31
Zitat von Ella:
aber es kann nicht sein, dass er das als erwachsener Mann nicht besser hinbekommt, als völlig unkontrolliert auf seine Partnerin abzuwälzen. Die Gefühle völlig ungefiltert auf andere loszulassen ist echt ein Unding

Du hast offensichtlich noch nichts von schweren Depressionen gehört oder?
Das hat mit erwachsen sein nichts zu tun

• x 2 #107


Stella31
Zitat von hotte:
Aaaaaaaaber.... das sind alles dinge für ihn.

Sehr guter Hinweis!

Ich sehe es auch zweigeteilt.
Sehr wahrscheinlich hat dein Mann @Juli007 eine schwere Depression.
Deshalb ist er so total neben der Spur und schwankt hin und her.
Einerseits möchte er dir nicht zur Last fallen und redet von Trennung, anderseits will er sich nicht trennen und genießt kurzfristig eure Zweisamkeit.
Ich denke,es ist ein guter Schritt zum Psychiater zu gehen.
Und wenn du es schaffst,dann begleite ihn.
Aber, so wie Hotte sagt,ist es ebenfalls notwendig, dass du auf dich gut achtest.
Denn die letzten Tage) Wochen waren auch für dich hart.
Vielleicht kommt der Psychiater auch zu dem Schluss, dass dein Mann erstmal stationär behandelt werden sollte.
Das würde auch dir Zeit geben, um wieder zu Kräften zu kommen.
Wäre ja eine Möglichkeit, sowas mal anzusprechen, wenn du magst

• #108


DieSeherin
hallo @Juli007 wie geht es dir/euch denn mittlerweile? in einem anderen faden bin ich auf deine geschichte aufmerksam geworden... ihr feilt gerade an den rechtlichen rahmenbedingungen der trennung, oder?

• x 1 #109


J
@DieSeherin
Wie lieb, dass du fragst ❤.

Die letzten Monate waren wirklich mein persönlicher Albtraum. Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass in kurzer Zeit so viel passieren kann. Ehrlich gesagt bin ich momentan nicht so offen, was dieses Thema angeht, denn ich schäme mich so unfassbar für ihn. Ich weiß verrückt, aber ich finde ihn einfach nur armselig.

Ich mache kurz ein Brainstorming, dann kommt vielleicht das Chaos und der Schmerz etwas rüber:

- 3 mal getrennt, 3 mal zurück
- dann hatte ich die Nase voll und hab ihn rausgeworfen
- dann klare Regelung getroffen, 3 Tage zu Hause geschlafen, Rest auf der Arbeit, Termine beim Arzt und zwei Psychiatern
- Psychiaterin sagte mir ganz klar, dass ich ihn lassen soll, er müsste erst ganz am Boden ankommen, er sieht aktuell nichts ein (sie wollte, dass er direkt 3 Wochen in eine Klinik geht, aber hat alles abgelehnt, aufgrund seiner Firma blablabla 🙄)
- keine Gefühle mehr für seine Kinder
- Medikamente genommen, vorzeitig einfach wieder abgesetzt
- als nichts mehr ging und er in völlig anderer Welt war, es den Kindern gesagt (das schlimmste, was ich je erlebt habe, zumal er nicht mal in der Lage war das Gespräch mit ihnen zu führen, sofort danach abgehauen, während wir hier zu dritt heulend saßen)
- hat sich nicht am Finden von Regelungen beteiligt, hat alles nur abgenickt, selbst dass das Haus an mich geht, ist ihm alles egal (aber noch nicht unterschrieben)
- nahm von 6 Umgängen mit den Kindern 2 wahr
- dann passierten schlimme Dinge, die ich nicht erzählen möchte, weil es so erbärmlich ist und er für mich ein fremder Mensch
- seitdem hat meine jüngere Tochter keinen Kontakt mehr
- auch ich habe nach diesen Vorfällen von zuvor fast täglichen Kontakten auf komplett null umgestellt und obwohl mir Loyalität und weiterhin Zusammenhalt zuvor seeeehr wichtig waren, hat er es geschafft, dass ich aus jetziger Sicht keinen Kontakt mehr aufnehmen werde, außer logistisches (er denkt ich rege mich schon wieder ab - weit gefehlt, wird er noch merken)
- die Ruhe tut mir gut, aber ich bin wirklich gebrochen und sehr, sehr traurig 😢
- er macht einen auf Opfer, er wüsste gar nicht wie er so werden konnte und wirft mit Geld regelrecht um sich, um sich sein Gewissen freizukaufen
- er scheint völlig verpeilt zu sein, überweist mir Montag 900,- Euro, die ich wieder zurücküberweise, 2 Tage sind es dann 1.000,- Euro, die ich wieder zurückzahle. Er merkt nichts mehr…
- Der Mann ist einfach durch und verpeilt und ich will einfach, dass er den Notarvertrag unterschreibt, um dessen Inhalte er sich auch null gekümmert hat, und dann bin ich durch mit ihm, jedoch leider noch nicht emotional 😢.

• x 9 #110


Stella31
Ohje, das hört sich furchtbar an 😕
Ich habe mich schon gewundert, dass du nicht mehr geschrieben hast, dachte aber eher, dass es dir gut geht und es deshalb nicht brauchst.

Manchmal hilft es einfach, sich alles von der Seele zu schreiben und schämen brauchst du dich hier bestimmt nicht!
Schon gar nicht für ihn!
Er ist in der Verantwortung für dich und du für dich!

Leider ist es sehr traurig bzw tragisch, dass er eure Kinder so schlimm behandelt.
Das muss ein Trauma für alle sein!

Ich hoffe, dass du mit deinen Kindern so gut im Kontakt bist, dass du sie soweit auffangen kannst bzw wenn du das nicht schaffen kannst, du dir Hilfe holst.
Denn keiner von euch kann für diese Situation!
Aber die Folgen können Jahre oder Jahrzehnte Auswirkungen haben, wenn das nicht richtig aufgearbeitet wird.
Ich lass dir ne Umarmung da Küssen

• x 1 #111


DieSeherin
Zitat von Juli007:
Die letzten Monate waren wirklich mein persönlicher Albtraum.


oh himmel, das klingt wirklich grässlich und schmerzhaft, was du da gerade durchmachst... aber im endeffekt ist es jetzt wahrscheinlich schon einfach zu tragen, seit eine entscheidung getroffen ist, oder? das hin und her war bestimmt die schrecklichste zeit, oder? Tröstender Smiley

• x 2 #112


J
@DieSeherin
Rückblickend war alles seit März grausam. Am schlimmsten ist jetzt, dass er irgendwie gar nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Das sage ich nicht nur lapidar daher, sondern das merkt man in ganz vielen Facetten. Aber ich muss mich nun von der Verantwortung frei machen. Er ist ein erwachsener Mann. Und ich bin eine erwachsene Frau, die jetzt irgendwie die Ärmel hochkrempeln muss und irgendwie heilen muss und ihre Kinder dabei unterstützen muss.
Ich glaube, wenn der Notarvertrag endlich unterschrieben ist, kann ich zu mindestens etwas aufatmen.

• x 4 #113


FoolishHeart
Zitat von Juli007:
Ich glaube, wenn der Notarvertrag endlich unterschrieben ist, kann ich zu mindestens etwas aufatmen.

Nach deiner Beschreibung stellt sich bei mir die Frage, ob er dazu in der Lage ist. So wie du ihn beschreibst stellt sich die Frage, ob er gegenwärtig überhaupt geschäftsfähig ist...

• x 1 #114


J
@FoolishHeart
Also er ist in der Lage den Sachverhalt zu erfassen, zumal wir ihn persönlich auch mehrfach durchgesprochen haben und der Vertrag nichts anderes beinhaltet. Er bekommt ihn vorher zugeschickt und kann ihn mit unseren Vereinbarungen abgleichen. Ob er dazu in der Lage ist, sich entsprechend damit auseinanderzusetzen, weiß ich nicht und ist mir ehrlich gesagt auch egal. Das ist nun nicht mehr meine Verantwortung und es hat mich sehr viel Kraft gekostet, ihm diese Verantwortung zurückzugeben. Da werde ich jetzt keine Rolle rückwärts mehr machen!

• x 1 #115


FoolishHeart
@Juli007 Das habe ich auch nicht gemeint. Im Gegenteil. Das du den Schlussstrich ziehen musst ist klar. Aber ich habe das Gefühl, dass das ohne "Druck" auf ihn sich nicht so schnell abschließen lassen wird, wie du es erhoffst und wie es dir zu wünschen wäre.

• x 1 #116


J
Da ich persönlich angeschrieben wurde, wollte ich nur noch mal den aktuellen Stand für alle Interessierten mitteilen.

Es ist tatsächlich Ruhe eingekehrt und die tut mir sehr gut. Das macht alles, was geschehen ist, natürlich nicht ungeschehen und man denkt natürlich immer noch oft und viel darüber nach, aber die Situation hat sich für mich psychisch definitiv etwas entspannt.

Juristisch ist nun alles geklärt und es tut verdammt gut, diese Zukunftsängste einigermaßen loslassen zu können, nachdem nun alles in trockenen Tüchern ist. Die Situation bei den Kindern ist unverändert. Ein Kind hat Kontakt, ein Kind nicht. Letztendlich ist es meine Pflicht, jedes Kind dort abzuholen, wo es steht und es zu unterstützen, was manchmal nicht so leicht ist.
Unser Umgang miteinander ist aufgrund meines radikalen Rückzugs sehr minimalistisch. Ich versuche, ausschließlich sachlich zu bleiben, weil ich auch einfach finde, dass ihn es nichts mehr angeht, was in mir vorgeht. Er lässt immer nochmal durchblicken, wie schlecht es ihm doch geht. Aber sorry, selbst Schuld! Obwohl ich ein sehr empathischer Mensch bin, kann ich da so gar kein Mitgefühl mehr für aufbringen. Dafür hat er zu viele schlimme Dinge getan….

Mit dem klären der rechtlichen Bedingungen habe ich einen Schlussstrich gezogen. Dieser Lebensabschnitt ist nun endgültig vorüber. Das ist hart, aber irgendwie auch befreiend.

Trotzdem, wenn ich zurück denke, vor sieben Monaten hätte ich nicht ansatzweise erahnt, dass mein Leben so verläuft. Aber es ist wie es ist und ich hoffe, ich kann damit manchen Betroffenen Mut machen, dass man irgendwie wieder zu Kräften kommt. Es ist nicht leicht und wird mich sicherlich auch mein Leben lang begleiten, aber so übel ist mein jetziges Leben auch nicht 😊.

• x 3 #117


E
Danke für den Update. Es freut mich, dass du die Weichen so gestellt hast, dass du wieder ausatmen kannst.

• x 1 #118


M
Zitat von Juli007:
Aber es ist wie es ist und ich hoffe, ich kann damit manchen Betroffenen Mut machen, dass man irgendwie wieder zu Kräften kommt. Es ist nicht leicht und wird mich sicherlich auch mein Leben lang begleiten, aber so übel ist mein jetziges Leben auch nicht

Das freut mich wirklich für dich. Es ist im Endeffekt unerklärlich was in ihm abläuft und welche Störungen, Depressionen oder was auch immer er hat. Krankheiten können jeden ereilen, auch psychische.
Der Mann einer Freundin war auch schwer depressiv. Jobverlust, wenig Geld, Existenzsorgen und er lag auf der Couch und starrte Löcher in die Luft, Wenn sie ihn ansprach, sagte er, hole mir einen Strick ...

4 Wochen Therapie stationär. Ich dachte mir gleich, das ist zu kurz, das funktioniert nicht. Er kam wieder und sah aus wie ein Zombie, ein völlig eingefrorenes Gesicht ohne einen Anflug von Lachen oder Weinen. Totale Starrte, die sich im Gesicht widerspiegelte.

Es dauerte nicht lang und sie lieferte ihn wieder ein. Dann war er einige Monate weg und kam als ein Anderer wieder nach Hause. Es hatte ihm geholfen sich diese Zeit zu nehmen und wahrscheinlich musste er auch viel drauf zahlen. Einzelzimmer, Therapie, wieder in kleinen Schritten Lebensfreude finden, Medikamente richtig einstellen. Heute ist er bis auf weiteres stabil und macht wieder einen guten Eindruck.
Die Ehe hat es ausgehalten, Kinder haben sie nicht. Aber wer eine Depression hatte, ist gefährdeter. dass sie wiederkommt.

Und immer sind es die Frauen, die Mütter, die sich um alles kümmern und schauen, das kenternde Schiff doch noch zu retten.
Ich verstehe dich sehr gut, dass dir und auch den Kindern die Ruhe gut tut, weil ihr diesem Stress nicht mehr ausgesetzt seid. Es ist schade und irgendwie auch unbegreiflich, was mit ihm passierte, aber du musstest auch mal an dich und das Wohl der Kinder denken.

Meine Kollegin fährt morgen nach München, um die beiden Kinder ihrer Nichte zu betreuen. Mama muss für einige Tage auf eine Fortbildung. Ihr Mann ist Alk.. Erst alles Sonnenschein, Haus gebaut, hoch verschuldet, 2 Kinder und mit der Zeit setzte sich die Sucht durch. Er war schon familiär vorbelastet durch die Mutter. Auch das gibt es, trinkende Mütter.
Er arbeitet noch, aber wenn er so weiter macht, wird er sich völlig ruinieren. Er randalierte des öfteren, die Polizei kam, fuhr wieder. Jugendamt schaltete sich ein. Jetzt endlich, nach Jahren konnte sie eine Wohnung für sich und die Kinder beziehen, die auch bezahlbar ist. Sie sagt nach wenigen Tagen schon, die Kinder sind ruhiger, die neue Umgebung wirkt sich positiv aus. Wenn sich einer tot saufen will und obendrein noch Dro. konsumiert, bist du machtlos und kannst nur Schadensbegrenzung betreiben.

Ich wünsche dir alles Gute für dich und die Kinder und vielleicht findet er ja eines Tages doch wieder aus dem Loch, aber Männer sind mental meist instabiler als Frauen wie mir scheint.

• x 1 #119


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