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Plötzliche Trennung nach ü20 J - ich bin fassungslos

Sretsnovicx
@Juli007 und warum glaubst du ihm nicht wenn er sagt du sollst dir keine Sorgen machen? Er muss sich ja auch keine machen laut seiner Aussage. Warum sollte er nicht mehr das Kindeswohl berücksichtigen? Sieh es als Geschenk dass du die Kidds aufwachsen sehen konntest und nicht im Büro am Schreibtisch sitzen musstest. Klingt immer wie der Traum aller Männer, lieber im Büro zu sein als mit den Kindern Erlebnisse zu haben. Naja Männer denken da ja eher egoistisch 🥴

#91


alleswirdbesser
@hotte Fakt ist die TE ist nicht glücklich und die aktuelle Situation ist für sie schwer erträglich. Der Mann scheint auch nicht glücklich zu sein und ist sich möglicherweise nicht im Klaren, was seine Ambivalenz bei der TE verursacht. Dass sie sich dabei als ein Spielzug fühlt, welches er je nach Bedarf aus der Kiste rausholt oder wieder weglegt, ist nicht verwunderlich, sondern nachvollziehbar. Seine Absicht oder Intention dahinter ist egal. Warum sollte die TE in so einer Beziehung verharren und sich eventuell damit trösten, dass er das nicht böse meint und lediglich keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat?

x 1 #92


A


Plötzliche Trennung nach ü20 J - ich bin fassungslos

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Sretsnovicx
@Juli007 also eine therapeutische beratung leisten zu wollen und nicht verstehen zu können, dass ein Ehemann mit viel Druck und burnout/depressionen eben einfach eine Leere spürt, sollte doch auch für den Laien zumindest mit einem
Blick von außen schlüssig sein oder? Ich habe eher das Gefühl, dass er mehr Druck und weniger Verständnis d war in seiner Welt. In solchen Momenten klingt alles als Vorwurf. Und ein Mann der nie zuhause ist und sich aus allem anteilslos eher mitschleifen lässt, wird es sicherlich nicht leichter fallen im
Depressiven Zustand der Frau die Angst zu nehmen und etwas Druck abladen zu können. Der nervige schnarchsack der lieber arbeiten geht, bekommt dann vielleicht nicht die emotionale Schulter die er brauchen könnte. Soll Situationen geben, da ist eine Umarmung, Zuspruch oder das Gefühl begehrt zu werden, wichtiger als deinen Anteil der Kinderbetreuung zu bewerten und ihm verdeckt vorzuwerfen, er hätte nur gearbeitet.

#93


J
Zitat von alleswirdbesser:
Dass sie sich dabei als ein Spielzug fühlt, welches er je nach Bedarf aus der Kiste rausholt oder wieder weglegt, ist nicht verwunderlich, sondern nachvollziehbar.

Ich danke dir. Ich kann mir auch ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das jemand in dieser Situation nicht so empfinden würde.

Zitat von Sretsnovicx:
Sieh es als Geschenk dass du die Kidds aufwachsen sehen konntest und nicht im Büro am Schreibtisch sitzen musstest.

Ich sitze ebenso im Büro am Schreibtisch. Irgendwie fließt bei dir immer ein Ungleichgewicht der Geschlechter ein.

Zitat von Skyflye:
Da gibt es safe eine Neue.

Haltet mich für naiv, den Gedanken hatte ich ja durchaus auch schon, aber den habe ich aus unterschiedlichen Gründen mittlerweile verworfen. Natürlich kann man sich nie sicher sein, aber das Thema habe ich mit ihm nun wirklich unendlich durchgekaut.

Zitat von Scheol:
Dann würde ich ihm das auch so sagen das du kein Spielzeug bist.

Das habe ich ihm gesagt, allerdings nicht mit diesen Worten. Er hat das auch verstanden.

Zitat von hotte:
das du keinerlei Kraft mehr aufbringen kannst um Verständnis für deine Mann aufzubringen

Das ist so nicht ganz richtig. Das, was ich hier schreibe, ist ja nicht das, was ich ihm exakt so mitteile. Wir achten beide sehr auf einen respektvollen Umgang und sind so eng im Austausch wie gefühlt noch nie und das gelingt derzeit erstaunlich gut. Aber das Forum hier betrachte ich als einen sicheren Ort, an dem ich Dinge ungefiltert loswerden kann, die ich in dieser Form vielleicht nicht kommunizieren würde. Und natürlich hat er mir sehr viel erklärt und ich habe auch sehr viel verstanden. Genauso wie andersrum.

Zitat von hotte:
Nichts desto trotz ist es wichtig das du nun auch auf die achtest

Ich weiß. Da hast du absolut recht. Das ist mir die letzten Tage wirklich überhaupt nicht gelungen. Heute zumindest schon ein kleines bisschen.

Zitat von Sretsnovicx:
dem Partner für die eigene Vernachlässigung die Schuld zuzuschieben

Wer hat sich vernachlässigt? Ich habe mich gewiss nicht vernachlässigt. Er hat sich auch nicht vernachlässigt. Das Problem ist hier bei uns keine eigene Vernachlässigung. Auch hier lese ich ein gewisses geschlechterbezogenes Schubladendenken heraus. Das ist bei uns kein Thema.

Zitat von Sretsnovicx:
und warum glaubst du ihm nicht wenn er sagt du sollst dir keine Sorgen machen?

Weil er womöglich nicht der erste ist, der Dinge verspricht, die man dann im Nachgang womöglich doch nicht hält. Ich bin nicht gutgläubig.

Zitat von Sretsnovicx:
sollte doch auch für den Laien zumindest mit einem
Blick von außen schlüssig sein oder?

Mit keinem Wort habe ich gesagt, dass ich seine Depression nicht verstehen kann oder kein Verständnis aufbringen kann! Niemand weiß, welche Unterstützung er diesbezüglich seit Jahren von mir erhält. Das heißt aber nicht, dass das eine Entschuldigung für alles ist und das ich die ganze Sache auf die leichte Schulter nehme und nicht unfassbar traurig und verletzt bin.

x 2 #94


hotte
@Juli007

Zitat von Juli007:
Das ist so nicht ganz richtig. Das, was ich hier schreibe, ist ja nicht das, was ich ihm exakt so mitteile. Wir achten beide sehr auf einen respektvollen Umgang und sind so eng im Austausch wie gefühlt noch nie und das gelingt derzeit erstaunlich gut. Aber das Forum hier betrachte ich als einen sicheren Ort, an dem ich Dinge ungefiltert loswerden kann, die ich in dieser Form vielleicht nicht kommunizieren würde. Und natürlich hat er mir sehr viel erklärt und ich habe auch sehr viel verstanden. Genauso wie andersrum.

Danke das du das so ausgeführt hast, nun verstehe ich das geschriebene auch etwas besser und ja, das Forum ist ein Safe Space wo du selbstverständlich auch einfach mal "venten" kannst.

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J
Zitat von hotte:
@Juli007 Danke das du das so ausgeführt hast, nun verstehe ich das geschriebene auch etwas besser und ja, das Forum ist ein Safe Space wo du ...

Genauso habe ich es gemeint. Danke für dein einfühlsames Feedback.

#96


Verzweifelt79
Liebe @Juli007 ,
ich habe mir gerade das alles mal hier durchgelesen und es ist fast schon erschreckend, wie ähnlich unsere Situation ist und wie ähnlich wir uns verhalten. Ich verstehe jeden Beitrag von dir. Deine Gedanken, deine Gefühle, deine Zweifel, die körperlichen Reaktionen, die Gefühle deinen Kindern gegenüber und das große Unverständnis - das könnte alles von mir sein.
Fühl dich ganz fest gedrückt. Ich versuche einfach ganz fest zu glauben, dass es irgendwann besser wird auch wenn ich es mir jetzt nicht vorstellen kann. Ich hatte bisher im Leben immer den Leitspruch: Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende. Gerade fällt es mir schwer, das zu glauben aber alle sagen einem, dass die Zeit die Wunde heilen wird. Ich wünschte nur, dass die Zeit bitte schneller umgeht, damit mein Leben mir nicht mehr wie ein Albtraum vorkommt.

x 3 #97


hotte
Zitat von alleswirdbesser:
@hotte Fakt ist die TE ist nicht glücklich und die aktuelle Situation ist für sie schwer erträglich. Der Mann scheint auch nicht glücklich zu sein und ist sich möglicherweise nicht im Klaren, was seine Ambivalenz bei der TE verursacht. Dass sie sich dabei als ein Spielzug fühlt, welches er je nach Bedarf aus der ...

Ich glaube das kam anders rüber als ich es gedacht hatte. Die TE hatte ja schon geschrieben das sie ihm gegenüber soetwas nicht äussern würde. Für mich las sich das so als wenn da ein zutiefst verunsicherter Mann nun auch noch damit konfrotiert wird das seine Partnerin sich "wegen ihm" schlecht fühlt.

Natürlich ist dem so und natürlich hat sein Verhalten eine Auswirkung auf seine Partnerin aber er ist gerade mit seinem eigenen Leben überfordert und braucht (professionelle) Hilfe. Weitere Schuldgefühle könnten hierbei schnell einer Verschlechterung herbeiführen.

Ich bin der Meinung das beiden eine Pause gut tun würde. Der Kontakt zwischen beiden macht es in meinen Augen gerade nicht besser da BEIDE ihre eigenen Herausforderungen haben.

#98


alleswirdbesser
Zitat von hotte:
Für mich las sich das so als wenn da ein zutiefst verunsicherter Mann nun auch noch damit konfrotiert wird das seine Partnerin sich "wegen ihm" schlecht fühlt.

Sie als Partnerin wird aber auch alle paar Tage bis täglich mit Trennung und Versöhnung konfrontiert. Wenn sie noch nicht kaputt ist, dann wird er es damit erreichen. Und deshalb darf sie sich wehren und ihm klipp und klar sagen, was das mit ihr macht. Samthandschuhe helfen IHR auch nicht weiter. Vielleicht stellt er das dann ein und zwar jetzt. Sollte er irgendwann zur Therapie gehen, wird diese auch nicht sofort greifen und alles verändern, das dauert und nicht zu knapp. Die TE darf sich aber jetzt schon wehren, weil ihr dieses hin und her nicht gut tut. Räumliche Trennung von heute auf morgen zu vollziehen ist meist schwierig. Außer er nimmt viel Geld in die Hand und zieht ins Hotel oder eine Ferienwohnung.

x 1 #99


hotte
Zitat von alleswirdbesser:
Sie als Partnerin wird aber auch alle paar Tage bis täglich mit Trennung und Versöhnung konfrontiert. Wenn sie noch nicht kaputt ist, dann wird er es damit erreichen. Und deshalb darf sie sich währen und ihm klipp und klar sagen, was das mit ihr macht. Samthandschuhe helfen IHR auch nicht weiter.

Ja, guter Punkt. Ich denke es ist wirklich schwierig.

Die Frage die sich mir hier stellt ist ob beide einander Lieben und eigentlich nur das beste füreinander wollen, durch die
emotionale Belastung aber nicht in der Lage dazu sind. Ich denke gerade an die Geschichte von @TylerB wo Abstand zwischen den beiden einen neuen Umgang miteinander und den vorherrschenden "Problemen" ermöglicht hat.

Ich glaube ernsthaft das BEIDE runterkommen müssen um in der Lage zu sein miteinander umgehen zu können. Die TE macht auf mich zumindest aktuell einen reflektierten Eindruck, der Mann braucht in meinen Augen deutlich mehr Hilfe die aber nicht von der TE kommen kann/darf/soll.

x 3 #100


Atomicblue
Ich kann auch aus eigener - und sehr aktueller Erfahrung - nur raten, dass ein Distanz und reduzierter Kontakt hier mehr helfen, als dass man auseinandersitzt.

Und nur so kann sich auch der Mann mal damit befassen und reflektieren.
Aber eben nicht mit DIR.
Sondern alleine, vielleicht nutzt er auch Foren wie diese oder spricht mit Kumpels, Bekannten, Kollegen.

Aber den Weg muss er alleine gehen, so wie Du auch.

x 1 #101


J
Ich danke euch für eure Antworten und würde euch gerne ein aktuelles Feedback geben. So viel vorweg, es ist zum Verrückt werden!

Gestern Nachmittag ist er ja nochmal auf mich zugekommen, um mir zu sagen, dass er uns auf gar keinen Fall verlassen möchte. Er war eigentlich mit einem Freund von mir zum Konzert verabredet, was er dann aber abgesagt hat, weil er zu Hause bleiben wollte. Wir hatten einen schönen Abend. Ich war jedoch sehr skeptisch und vorsichtig, nachdem ich die Tage zuvor schon feststellen musste, wie schnell sich diese Stimmungen verändern. Er nannte seine gestrige Stimmung sogar euphorisch.

Und mein Gefühl hat sich dann heute leider bestätigt. Er ist leer, er fühlt nichts, er fühlt sich körperlich furchtbar….. und ganz ehrlich, ich verstehe es alles nicht mehr und ich merke, wie mich dieser Zustand zermürbt. Er wäre sich seiner Gefühle zu mir sicher, aber er hätte eine Art Nebel im Kopf und hatte wieder das Gefühl, dass er einfach nur flüchten müsste.

Er hat daraufhin den Wunsch geäußert, einen Psychiater aufzusuchen, da seine Psychotherapie irgendwie nicht so richtig weiterhilft. Wir konnten online auch direkt einen Termin für morgen vereinbaren, da er zum Glück privat versichert ist. Er möchte, dass ich ihn begleite.

Was sagt ihr dazu? Ist das sinnvoll? Achte ich dabei zu wenig auf mich und grenze mich zu wenig ab? Oder ist gerade richtig, ihn zu unterstützen und für ihn da zusein?


Zitat von Atomicblue:
dass ein Distanz und reduzierter Kontakt hier mehr helfen, als dass man auseinandersitzt

Das überlege ich auch die ganze Zeit. Aber ehrlich gesagt finde ich diese psychische Entwicklung bei ihm gerade total besorgniserregend, weshalb ich gerade nicht weiß, was besser ist. Mich selber schützen? Ihn unterstützen?

Zitat von hotte:
Ich glaube ernsthaft das BEIDE runterkommen müssen um in der Lage zu sein miteinander umgehen zu können.

Wir können tatsächlich total gut miteinander umgehen. Ich kann es gar nicht richtig erklären. Ich fühle mich einerseits verantwortlich und möchte ihm helfen, und andererseits fühle ich mich fürchterlich verletzt.

Zitat von alleswirdbesser:
Sie als Partnerin wird aber auch alle paar Tage bis täglich mit Trennung und Versöhnung konfrontiert.

Genau das ist der springende Punkt. Ich weiß, dass mein vegetatives Nervensystem sehr empfindlich ist, aber jeder, der damit konfrontiert wird, weiß, wie körperlich belastend sich das anfühlt.

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alleswirdbesser
Zitat von Juli007:
Genau das ist der springende Punkt. Ich weiß, dass mein vegetatives Nervensystem sehr empfindlich ist, aber jeder, der damit konfrontiert wird, weiß, wie körperlich belastend sich das anfühlt.

Meinst du du könntest ihm deine Unterstützung anbieten, wenn er verspricht in dieser Phase nicht mehr von einer Trennung zu sprechen? Du könntest ihm erklären, dass du nun weißt, dass es im Raum steht, er aber erstmal an seiner Heilung arbeiten sollte und du ihn gerne dabei begleiten würdest, jedoch erstmal ohne, dass ihr jeden Tag von neuem die aktuelle Lage bespricht - Trennung oder nicht Trennung. Natürlich nur, wenn das für dich überhaupt eine Option ist - für ihn da zu sein und dann doch verlassen zu werden, vor allem dann, wenn es bei ihm Berg aufgeht.

#103


Waris07
Zitat von Juli007:
Er hat daraufhin den Wunsch geäußert, einen Psychiater aufzusuchen, da seine Psychotherapie irgendwie nicht so richtig weiterhilft. Wir konnten online auch direkt einen Termin für morgen vereinbaren, da er zum Glück privat versichert ist. Er möchte, dass ich ihn begleite.

Geh mit, hör dir an was er dort zur Sprache bringt und eventuell ergibt sich auch die Möglichkeit, dass du dein erleben der momentanen Situation schildern kannst. Ich denke du kannst dabei nur gewinnen... Aufmunternde Emojis

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E
Zitat von Juli007:
Er ist leer, er fühlt nichts, er fühlt sich körperlich furchtbar…..

Das glaube ich ihm, aber es kann nicht sein, dass er das als erwachsener Mann nicht besser hinbekommt, als völlig unkontrolliert auf seine Partnerin abzuwälzen. Die Gefühle völlig ungefiltert auf andere loszulassen ist echt ein Unding. Das würde ich ihm deutlich mitteilen. Und dass er nicht mehr jeden Pups von Emotion weitergeben soll, dass ich dafür nicht zu Verfügung stehe.

x 1 #105


A


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