Hi zusammen,
habe lange überlegt, ob ich auch mein Thema hier öffentlich machen soll, war sonst stiller Mitleser bei einigen Themen und war echt erstaunt, wie viele Gleichgesinnte es doch hier gibt .
Hoffe auch, es hilft mir ein wenig, wenn ich einfach mal drauf los schreibe was mich wirklich beschäftigt momentan und vielleicht auch den einen oder anderen Tipp / Gedankenanstoss erhalten werde.
Wie der Titel schon sagt ( auch hier gibt es ja bereits einige Erfahrungsberichte zum Thema "Reha-Trennung" ), hat meine Frau mich vor 2 Monaten verlassen ( beide 40 ), nachdem Sie in einer Reha war.
Wir haben uns vor 9 Jahren kennengelernt über eine Dating-Seite, damals war es für mich noch nicht die Große Liebe, eher eine nette Bekanntschaft.
Nach paar Wochen habe ich aber gemerkt, es funkt doch zwischen uns. So dass nach einigen Wochen sie bereits direkt zu mir schon hingezogen ist, obwohl sie erst eine neue Wohnung in der Nähe bezogen hatte . Naja was soll ich sagen, wir waren auf Wolke 7 .
Da hatte ich aber auch schon erfahren, dass sie mal mehr oder weniger labil ist und schon eine Reha besucht hatte (Psychosomatische Reha ). Nach paar Monaten war sie nochmals bei einer ambulante Reha und es ging ihr etwas besser.
Nach 1 Jahr haben wir geheiratet ( dachte die ist die RICHTIGE . ), haben darauf die Jahre eine schöne Zeit gehabt mit echt vielen tollen Momenten und natürlich auch nicht so tollen Zeiten, aber ist ja auch normal : ) Für sie war ich immer der passende Deckel auf ihren Topf, das hat sich mir bis zum Schluss auch immer wieder bestätigt und auch gezeigt.
Letztes Jahr war kein einfaches, meiner Mutter ging es von Monat zu Monat schlechter, so dass ich und meine Schwestern uns etwas mehr drum kümmern mussten. Leider verstarb Sie Ende letzten Jahres. Auch danach musste ich mich auch mehr um meinen Vater kümmern, so dass das Eheleben deutlich zu kurz kam, aber das sollte auch selbstverständlich meiner Meinung sein, erstmal andere Prioritäten zu haben. Meine Frau hat sich trotz alledem um mich gekümmert so gut es ging.
Ihr persönlich ging es aber auch immer damit schlechter und hat einen Antrag zur Reha gestellt. Der wurde auch bewilligt.
Ende Februar habe ich sie persönlich dahin gefahren, wir haben uns verabschiedet ( war hart . ). Danach hatte sie erstmal Handyverbot 1 Woche, habe ihr aber trotzdem einfach jeden Tag etwas geschrieben, wie mein Tag war, wie sehr ich sie vermisse etc.
Nach der Woche hat sie mir direkt geschrieben, wie sehr es ihr freut solche Nachrichten zu lesen und wie sehr sie mich vermisst. Nach 2 Wochen habe ich dort besucht, dort bemerkte ich aber bereits, dass sie ein wenig distanzierter war, hab mir aber nichts dabei gedacht. Die Tage danach waren auch relativ normal, wir telefonierten fast jeden Tag.
Dann bemerkte ich 1 Woche vor der Trennung, dass die Nachrichten immer kürzer wurden ( auch die Telefonate ), nicht mehr die vielen Herzchen und ich liebe dich, stattdessen hat sie von einem Typen erzählt, mit dem sie sich relativ gut verstanden hat. . .1 Tag vor der Trennung kam nur noch ein Guten Morgen, hoffe du hast gut geschlafen .
Das war dann für mich zu viel, worauf ich sie fragte, ob sie sich überhaupt auf zu Hause freut. Die Antwort direkt "NEIN"
So ging es dann los, das sie sehr lange ein falsches Leben bis jetzt geführt hat und sie nicht mehr die Gleiche ist.
Ich war schockiert und wusste einfach nicht, was auf einmal passiert ist. Gehirnwäsche ?! Mittags haben wir dann telefoniert, da hat sie die Trennung ausgesprochen ( noch kein Wort vom Neuen, obwohl ich sie gefragt hatte ), sie möchte es hiermit beenden. Aber mit welcher Überzeugung und Abgeklärtheit, den Entschluss musste sie bereits Tage vorher getroffen haben. Für mich ist natürlich eine Welt zusammengebrochen in diesem Augenblick, logisch ! 4 Tage später ist sie nach Hause gekommen. Ich kam etwas später, wollte nicht da sein, wenn sie kommt. Als ich die Tür reinkam, stand sie am Fenster total verheult mit einem Brief. Wir haben uns kurz umarmt und sie laß den Brief vor. Unter anderem war sie bereits schon länger unglücklich in der Beziehung, in der Reha hat sie einen Mann kennengelernt ( der ist 50, also 10 Jahre älter ), der bereits in der kurzen Zeit sie wirklich gesehen hat mit all ihren Problemen, der sie wertschätzt und ihr zuhört. Das konnte ich ihr in der Beziehung nicht oft geben schrieb sie. So war es besiegelt, danach habe ich mich viel darüber informiert ( Kurschatten / Reha Trennung ). Wahnsinn wie sehr meine Geschichte auch vielen anderen ähnelt.
Wir wohnen nun seit 2 Monaten in der gleichen Wohnung ( jeden Morgen sieht man sich, echt hart ), Freitag zieht sie aus zu ihrem neuen Mann ( paar hundert Kilometer entfernt / hat Job gekündigt, alles aufgegeben ). Letzten Mittwoch haben wir uns nochmals über die Aufteilung der Möbel unterhalten, da wurde es sehr emotional . Sie sagte, dass es ihr immer noch weh tut und sie es extrem Schade findet, dass unsere Beziehung gescheitert ist. Sie hat mich sehr geliebt etc . Das mach mit einem was psychisch natürlich
Mir geht es echt schlecht seitdem ( schlechter als sonst ), klar hat man auch bessere Tage, aber seit 2 Monaten funktioniere ich einfach nur noch. Man wacht jeden Tag mit einem schlechten Gefühl auf und ist meistens direkt in der Gedankenschleife, hört das irgendwann mal auf ?
Halte trotzdem meine Routinen ein ( Arbeiten / Sport / Freunde / spazieren ), einfach raus aus der Bude
Der Auszug am Freitag bereit mir mehr Sorgen und Kummer als die Trennung selbst, wenn ich ehrlich bin. Wie soll ich mich da verhalten ? Kein Drama habe ich mir selbst gesagt, aber bin mir ziemlich sicher, dass die Gefühle hochkommen.
Wirkliche Heilung beginnt nach dem Auszug hoffe ich. Sorry das der Text doch etwas länger ist als gedacht.
Dank euch schon mal
Gruss
Diego