Zitat von Jolle: Kann man sagen, dass, wenn einem der Intimgeruch des Partners bei bestimmten Praktiken stört, dass man sexuell auf der Körperebene nicht zusammenpasst?
Für mich ganz eindeutig: ja.
Alle Männer, mit denen ich im Bett gelandet bin, konnte ich selbst durchgeschwitzt oder nach einer Woche Camping im.Wald noch gut riechen. Und ich steh auf Hygiene. Aber es gibt Situationen im Leben, da schwitzt und riecht man. Und wenn das dann ein stechender oder zu organischer Geruch ist, ist das kein Mensch, mit dem ich Körperflüssigkeiten teilen möchte.
Zitat von alleswirdbesser: Das hat er recht ausführlich beschrieben.
So wie das ganze Herangehen an Sex beschrieben wurde (sehr spät angefangen, über die erste Freundin nicht hergefallen, sondern über Monate rangetastet, dann erst auf ausdrücklichen Wunsch mehr als GV) würde ich schon sagen, dass Sex und Körperlichkeit beim TE generell nicht auf der Prioritätenliste ganz oben zu stehen scheinen.
Und da es ja ganz viele unterschiedliche Menschen gibt, inklusive asexuelle Menschen, Menschen auf dem Spektrum, Menschen, die sexualisierte Gewalterfahrungen gemacht haben, Menschen, denen der Zugang zum eigenen Körper durch Religion oder Scham versperrt wurde, gleichgeschlechtliche Menschen oder Menschen mit Reizverarbeitungsthemen, ist man auch sicher nicht allein mit so einem sehr gebremsten Zugang zu Sexualität. Man sollte sich dann eben nur nicht mit jemandem zusammen tun, der/dem ein abwechslungsreiches, häufiges und ungehemmtes Ausleben von Sexualität wichtig ist. Sonst passt das eben nicht.
Zitat von Blindfisch: Aber mit Checklisten um die Ecke kommen....wohlgemerkt in der Beziehung....die regeln sollen wie der Andere sich zu verhalten hat, wie er zu sprechen hat usw. als gute Idee zu verkaufen, ist übergriffig.
Ach Blindfisch, diese Relationship Check-Ins haben doch nichts regulatorisches, sondern sind Gesprächsleitfäden, mit deren Hilfe man eine Beziehung beleuchten und sich mit dem Partner abgleichen kann. Gibt's als Partyspiel oder als Paartherapie oder eben als Set von Fragen, mit denen man gleiche und unterschiedliche Ansichten aufdecken kann. Es dient dem weiteren Kennenlernen innerhalb einer Beziehung und der nicht-oberflächlichen Kommunikation. Mit Gendern hat das nichts zu tun.
Zitat von Jolle: Hier hat sie gesagt, dass sie das generische Maskulinum hasst und wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass es Frauen unsichtbar macht. Hier habe ich wieder in der rationalen Rolle agiert und gesagt, das Studien, die das nachweisen oft nicht wissenschaftlichen Kriterien entspreche, da die Grundgesamtheit nicht repräsentativ ist.
Joah, und hier hast Du ihr imho durch die Blume gesagt, dass sie Dir wurscht ist. Das Gendern war nicht das Thema, sondern Deine Weigerung, auf ihre Wünsche einzugehen. Ich ersetze Gendern durch Wackelpudding, vielleicht erkennst Du es dann selbst.
Sie sagt: Ich hasse grünen Wackelpudding, weil der so einen dumpfen Nachgeschmack hat, den ich nicht mag.
Du sagst: Studien, die diesen Nachgeschmack nachweisen, entsprechen nicht den wissenschaftlichen Kriterien, da nicht genügend Frauen dazu befragt wurden.
Wäre Deine Ex geduldiger gewesen, hätte sie darauf gesagt:
Guter Mann, es ist mir völlig gleich, ob genügend andere Frauen das ähnlich empfinden, damit Du das als valides Argument akzeptieren kannst. Ich finde, es müsste genügen, dass ich den Nachgeschmack empfinde und daher grünen Wackelpudding nicht mag. Wenn meine Empfindungen erst wissenschaftlicher Konsens werden müssen, um von Dir gehört und akzeptiert zu werden, dann darfst Du gerne weit weg von mir sein. Denn ich bleibe dabei, dass ich grünen Wackelpudding nicht mag. Und ich bleibe dabei, dass es am Nachgeschmack liegt und ich deswegen den roten lieber esse. Und Deine Studien dazu, wie ich als Frau das zu sehen und empfinden hätte, darfst Du Dir in Deinen rationalen A schieben.
Wie gesagt, wäre das meine Reaktion an einem Tag gewesen, an dem ich Geduld hätte aufbringen können. An einem Tag ohne Geduld hätte ich Dir auf Dein Argument geantwortet: "Sprich gerne, wie Du es für richtig hältst, aber erwarte nicht, dass ich Dir dann noch zuhöre."
Es ging nicht ums Gendern, sondern dass Du Dir ihre Vorliebe, von Dir genannt und nicht nur mitgemeint zu werden, nicht nur nicht angehört hast, sondern sie ihr auch noch "rational wissenschaftlich" abgesprochen hast, obwohl ihr Argument nicht mit "Keine Frau fühlt sich beim generischen Maskulinum mit gemeint" begann, sondern mit "Ich hasse das generische Maskulinum, weil ich mich dabei nicht gesehen fühle".
Fun fact: Es gibt Männer und Frauen, die nicht gendern und denen man inhaltlich dennoch anmerkt, dass sie nicht androzentrisch denken. Und es gibt ein paar wenige gendernde Menschen. Und dann gibt es noch Männer (und ein paar Frauen), denen die Androzentrik dermaßen aus jeder Pore quillt, dass selbst Gendern nichts retten könnte.
Ich denke, bei euch war es eine Kombination daraus, dass Du weder gegendert hast, noch sonstwie die weibliche Sicht hast gelten lassen. Und eben ihre Sicht auch nicht. Und das wäre wohl für viele ein Trennungsgrund.
Du selbst hast Dich mit Deinen Bedürfnissen bei ihr ja auch nicht gehört gefühlt. Also hättest auch Du einen Trennungsgrund gehabt. Sie ist Dir nur zuvor gekommen.
Wenn Du die Umstellung und das Entlieben vollzogen hast, kannst Du ja mal Ausschau halten nach einer Person, die Deine Werte teilt, Deinem Temperament entspricht, die gesund ist und die Du gut riechen kannst. Dann passt es besser.