Hey, lieber Burg,
fühl dich mal erst herzich Willkommen geheissen und vorsichtig gedrückt.
Du, bei mir sind es jetzt 6 Monate und ich öchte behaupten, es sind die schlimmsten Monate meines bisherigen Lebens.
Ich habe vielleicht Glück gehabt (hier wird mir immer "Stärke" bescheinigt) und zeitweise rational denken können. Hab mir Hilfe gesucht, wo es nur ging: Hausärztin, Psychiater, Psychotherapeutin, Trennungsgruppe bei Pro Familia, unendliche Gespräche mit Freundinnen und nicht zuetzt dieses Forum.
Dieses Forum ist Gold wert. Ich wurde durch die schwärzeste Zeit meines Lebens "getragen". Selbst am Abend vor meinem Umzug war immer jemand hier, und das bis Mitternacht.
Ich habe unglaublich viel Unterstützung, Mutmachen, Kraftgeben - und später viel Spass hier erfahren dürfen.
Deswegen ist es gut, dass du hier "gelandet" bist.
Sei nur einfach ganz offen, soweit du es kannst. Auch du bekommst die Hilfe die du benötigst und zulässt.
Bis zu meinem Umzug am 11.1. habe ich noch in einer gemeinsamen Wohnung mit "Herrn Sittich" gewohnt und muss ehrlich sagen, wer das überlebt, kann kein Schwächling sein.
Glaube mir, lieber Burg, auch ich stand schwebend mit 1 Fuss am Abgrund.(((
Herr Sittich heisst "er", weil er eine zeitlang mit lautem Pfeifen, singen, in die Hände klatschen und mehr oder wenig rhythmisch mit den Füssen stampfend echten Psychoterror betrieben hat.
Das ganze hat dazu beigetragen, diesen Menschen (nach 30 Jahren) leichter abhaken zu können.
Er interessiert mich 0,00 - nämlich garnicht mehr. Natürlich kann ich nur für den Moment sprechen, was "morgen" ist, bleibt abzuwarten
Aber ich denke, die Verletzungen sind so gross, dass sich da nicht viel ändern wird.
Dann hatten wir alle hier im meinen Thema eine unglaubich lustige, lockere und intensive Zeit.
Das hat mir gezeigt, dass ich doch noch nicht innerlich tot bin: ich kann noch lachen, flirten und Glück empfinden.
Das sind natürlich aber auch nur Momentaufnahmen.
Der Alltag erwischt mich auch immer wieder:
Alleine in einer neuen Wohnung (mit einer neue Küche), mit einem neuen Leben, das ich so eigentlich nicht wollte, mit neuen Situationen, die ich auch mal erst verarbeiten muss.
Und denke nicht, dass ich jetzt pfeifend durch die Weltgeschichte gehe. Ich heule nach wie vor immer wieder, so wie gerade. Aber das muss wohl so sein und wird irgendwann aufhören.
Ich habe auch immer gedacht, wenn mir gesagt wurde "das wird besser, vertrau drauf" etc. "ja, ja, ihr könnt viel reden".
Aber es ist so, nach und nach, bei dem einen in kleineren Schritten, der andere macht grössere Schritte, wird es besser.
Aber zunächst bedeutet es Schmerz, Leid und Kampf.
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Zeilen etwas geben.
Behalte dein eigenes Thema bitte bei, da dort andere Menschen unterwegs sind. So sind die Antworten vielseitiger.
Aber natürlich "darfst" du dich auch hier zu Wort melden, besonders, wenn du mich direkt anschreiben möchtest
Auch dir einen schönen Tag und ein schönes WE - soweit es möglich ist
Liebe Grüße
Babs