Zitat von Arnika:Die wurden aber alle en gros wieder verworfen und haben sich weltweit in die gegenteilige Richtung entwickelt. Und da der größte Feind im Koran wir ...
Guten Morgen @Arnika
Das ist sachlich falsch! Der Koran ruft nicht dazu auf, „Ungläubige“ zu bekämpfen: er spricht im historischen Kontext von den damaligen Kriegsgegnern. Viele Verse betonen Frieden, Toleranz und Freiheit („Kein Zwang im Glauben“ – 2:256).
Reform- und Aufklärungsbewegungen im Islam wurden nie „verworfen“, sondern durch Kolonialismus und autoritäre Regime gebremst. Islamwissenschaftler wie Thomas Bauer oder Angelika Neuwirth zeigen, dass der Islam eine lange Tradition von Rationalität und Toleranz kennt.
Solche pauschalen Aussagen beruhen also auf Missverständnissen, nicht auf Fakten.
Ich hab mal eben nachgeschaut für den deutschsprachigen Raum dazu:
Thomas Bauer – „Die Kultur der Ambiguität“ (über Vielfalt und Toleranz in der islamischen Welt).
Angelika Neuwirth – Koranwissenschaftlerin, Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; betont die vielfältige und dialogische Struktur des Korans.
Navid Kermani – Islamwissenschaftler und Schriftsteller; schreibt über die Barmherzigkeit und Menschlichkeit des Korans (z. B. in „Gott ist schön“).
Wilferd Madelung – bedeutender Islamhistoriker, Universität Oxford.
bpb.de – Themendossiers zu „Islam und Aufklärung“ und „Muslime in Deutschland“.
UNESCO & Pew Research Center – Studien, die die kulturelle und soziale Vielfalt muslimischer Gesellschaften zeigen.
Davon abgesehen lohnt es sich immer, direkt den Dialog zu suchen: Moscheen besuchen, mit Gelehrten sprechen, die fundiertes Wissen über Theologie und den historischen Kontext des Korans haben. So merkt man schnell, dass viele Behauptungen über „den Islam“ stark vereinfacht und falsch sind. Nur durch Austausch bekommt man ein differenziertes Bild und erkennt, dass die Religion keineswegs Gewalt oder Hass lehrt.
Abschließend möchte ich sagen: Religion gibt Menschen Halt und verbindet sie, unabhängig von Nationalität oder Herkunft. Es gibt nicht „die Muslime“ oder „die Christen“, „die Buddhisten“, „die Juden“ ->es gibt Menschen, Schicksale, Geschichten. Ein Gotteshaus, ein Tempel kann ein Schutzort, ein Ort des Zusammenseins und des Austausches sein. Diese positiven Aspekte sollten wir in der Diskussion nicht aus den Augen verlieren.
Angenehmen Freitag!