Zitat von SchlittenEngel:Lehrer in unserem Umfeld bestätigen das was Cocolores schreibt 1:1. Es muss vielleicht nicht zu großen Problemen führen, aber dass es das nicht ...
Ich verstehe, was du beschreibst, und ich stelle deine oder @Cocolores Erfahrungen nicht in Frage.
Ich möchte nur ergänzen, dass die Realität an vielen Schulen deutlich vielfältiger ist, als es manchmal klingt. Aus meinem Umfeld in NRW kenne ich zum Beispiel auch zahlreiche Schulen, an denen das Zusammenleben ausgesprochen gut funktioniert, nicht von selbst, sondern weil Menschen sich bemühen.
Da feiern Schüler*innen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen gemeinsam Feste: Weihnachten, Zuckerfest, jüdische Feiertage, buddhistische Feiertage. Sie organisieren Geschenke füreinander, dekorieren Klassenräume und zeigen echtes Interesse an den Traditionen der anderen. Das ist kein Einzelfall, sondern Alltag an vielen Schulen.
Es gibt Kinder, die zunächst Angst vor dem Schwimmen haben, weil sie es schlicht nie gelernt haben und die es dann schaffen, weil Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter*innen zugewandt mit ihnen sprechen, sie begleiten oder sogar gemeinsam mit Eltern einen Schwimmkurs organisieren.
Es gibt Jugendliche, die ihren Eltern helfen, schnell Deutsch zu lernen, damit sie selbstständig mit der Schule kommunizieren können.
Es gibt Familien, die sich Unterstützung holen, weil sie das Schulsystem verstehen möchten und sich bemühen, sich einzubringen.
Und es gibt Lehrkräfte, Sozialarbeiter*innen und ganze Kollegien, die sich mit Engagement für alle Kinder einsetzen, ganz unabhängig von Herkunft oder Religion.
Genauso gibt es Schulen, in denen Eltern unterschiedlicher Glaubensrichtungen und kultureller Hintergründe bei Elternabenden friedlich zusammenarbeiten, Projekte planen und ihre Kinder gemeinsam unterstützen.
Das heißt nicht, dass es keine Herausforderungen gibt. Die gibt es, und sie müssen angesprochen werden.
Aber genauso wichtig ist es, die vielen positiven Beispiele nicht auszublenden. Dort, wo Ressourcen stimmen und Kommunikation ernst genommen wird, kann Vielfalt nicht nur funktionieren, sondern sogar bereichernd sein.
Für mich geht es deshalb nicht darum, bestimmte Gruppen gegeneinander auszuspielen oder Erfahrungen abzuwerten, sondern darum, die ganze Bandbreite der Realität zu sehen, die schwierigen und die gelingenden Beispiele. Nur so kann man realistisch einschätzen, was es braucht, damit Schulen gut arbeiten können: ausreichend Personal, gute Ausstattung, Unterstützung für Familien und Räume, in denen Miteinander möglich ist.
Kurz gesagt:
Es gibt Probleme und es gibt genauso viele Orte, an denen Menschen jeden Tag zeigen, dass gutes Zusammenleben möglich ist, wenn man es unterstützt.
@Abendrot von mir: ich bin zu 100% nicht nur theoretisch am Start!