Ich kann dich gut verstehen, und dein Gefühl ist absolut berechtigt. Für dich geht es nicht darum, das Kind abzulehnen, sondern um deine eigene Grenze als Partnerin. Ein gemeinsames Bett ist ein sehr intimer Raum, und wenn dieser plötzlich geteilt wird, vor allem ohne vorherige Absprache, fühlt sich das schnell übergriffig oder unangenehm an. Dass du gegangen bist, war im Kern kein Drama, sondern eine unmittelbare Reaktion auf eine Situation, in der du dich unwohl gefühlt hast. Vielleicht nicht die ruhigste Lösung, aber eine ehrliche Grenzreaktion.
Gleichzeitig ist die Situation mit seiner Tochter nicht komplett ungewöhnlich, aber auch nicht mehr wirklich altersgerecht in dieser Form. Mit 13 kann es durchaus noch vorkommen, dass ein Kind Nähe sucht, vor allem wenn es emotional belastet ist und das Verhältnis zur Mutter schwierig ist. In solchen Fällen ist es verständlich, dass sie sich beim Vater Sicherheit holt. Das Bedürfnis nach Nähe ist also nicht das Problem.
Die Art, wie diese Nähe gelebt wird, ist jedoch der entscheidende Punkt. Regelmäßig (korrigiere mich gern, falls anders) beim Vater im Bett zu schlafen oder sich dort einzukuscheln, vor allem wenn du als Partnerin anwesend bist, ist in dem Alter keine passende Dauerlösung mehr. Es verwischt Grenzen, hält sie eher in einer kindlichen Rolle und führt dazu, dass du als Partnerin aus dem gemeinsamen Raum verdrängt wirst. Genau das hast du intuitiv gespürt…
Dass sie diese Nähe so stark sucht, sollte man auch nicht einfach ignorieren. Es kann ein Hinweis darauf sein, dass sie emotional gerade mehr Halt braucht, insbesondere durch die angespannte Beziehung zur Mutter. Das heißt nicht, dass etwas grundsätzlich falsch läuft, aber es ist sinnvoll, dass der Vater hier bewusster hinschaut und sich fragt, wie er ihr Sicherheit geben kann, ohne sie in einer sehr kindlichen Form von Nähe zu halten.
Dein Partner handelt wahrscheinlich nicht aus falscher Motivation, sondern aus einem Gefühl von Verantwortung oder vielleicht auch einem schlechten Gewissen heraus. Er möchte für seine Tochter da sein und ihr geben, was ihr fehlt. Das ist nachvollziehbar, aber es darf nicht dazu führen, dass dabei eure Beziehung und deine Grenzen übergangen werden.
Ein gesunder Weg wäre, dass er weiterhin für seine Tochter da ist, aber die Form anpasst. Nähe ja, aber nicht im Bett/Schlafzimmer, wenn du da bist. Er kann mit ihr sprechen, sie beruhigen, vielleicht kurz bei ihr bleiben oder gemeinsam auf dem Sofa sitzen / ihrem Bett liegen, aber danach gehört das Schlafzimmer wieder euch als Paar. So wird ihr Bedürfnis gesehen, ohne dass deine Grenze verletzt wird.
Am Ende geht es nicht darum, wer recht hat, sondern darum, dass beide Ebenen Platz haben. Das Kind braucht Sicherheit, aber du brauchst auch einen klaren Raum in der Beziehung. Beides ist legitim.
Deine Reaktion war vielleicht im Ausdruck etwas stark, aber inhaltlich absolut nachvollziehbar. Und genauso berechtigt ist die Frage, ob man bei einem 13-jährigen Kind genauer hinschauen sollte, wenn es regelmäßig diese Form von Nähe einfordert. Entscheidend ist, dass dein Partner hier lernt, beides auszubalancieren, ohne dass eine Seite auf Kosten der anderen geht.