Zitat von thegirlnextdoor: Ja, dass es das kann, ist mir leider sehr bewusst! Auch, dass es nicht muss. Mit meinem besten Freund hatte ich nie eine emotionale Affäre. Er ist absolut wie ein Bruder für mich.
Ok, also als erstes würde ich mich freuen, dass du einen Menschen getroffen hast, der dich so tief berühren konnte. Das ist einfach etwas wundervolles, und selbst wenn du nie mehr ein Wort mit ihm wechseln würdest, klingt das nach einer dieser Begegnungen, von denen man lange zehrt.
Zweitens macht es Sinn, der Sache ganz klar ins Auge zu sehen, was es ist.
Du hast wunderbare männliche beste Freunde, du weißt, dass sich das, was du jetzt erlebt hast, anders anfühlt. Sonst wärest du ja auch nicht hier aufgeschlagen.
Ich denke, es wäre auch sinnvoll, dass du dir klar wirst, was du im Planfall Null (Keine Ehe, keine Krankheit, keine Entfernung) von ihm wollen würdest. Ich denke, dann hast du auch schon ein paar Antworten.
Und jetzt stehst du da, und alle deine langjährigen, und ja auch hier mit Verve vertretenen Überzeugungen stehen plötzlich auf dem Prüfstand.
Also, du bist eine sehr loyale Person, und du nimmst die Treue, die du deinem Mann versprochen hast, sehr ernst. Ich denke, es macht auch überhaupt keinen Sinn, wenn ich oder du gegen deine Werte argumentierst.
Etwas anderes ist es aber, meiner Meinung nach, diese Werte und Überzeugungen zu hinterfragen, ob sich aus den Werten die du hast, zwingend diese Handlungen (Kontaktabbruch) ergeben.
Wie ich ja auch schon oft geschrieben habe, kann ich mit dem Begriff "emotionale Affaire" auch echt gar nix anfangen.
Ich persönlich würde für mich sagen, dass meine Gefühle frei sind, und wenn sie erwidert werden, umso schöner.
Mein Treue und Loyalitätsversprechen würde ich verletzt sehen wenn:
-ich planen/mir wünschen/fantasieren würde, dass ich mit dem anderen Menschen eine Beziehung eingehen wollen würde
-ich Sex mit der anderen Person hätte (inklusive einschlägiges Texten u.ä), wobei für mich sexuelle Fantasieen, solange ich sie der Person nicht mitteile, schon wieder ok wären
-ich in einem großen Umfang Liebe, Wertschätzung, Aufmerksamkeit usw. aus meiner Ehe abziehen würde.
Alles andere sehe ich als meine persönliche Freiheit an. Ich kann meinen Gefühlen nicht gebieten, und ich möchte mich auch nicht dafür schämen, mich zu verlieben. Noch weniger möchte ich mich schlecht fühlen, wenn die Gefühle erwidert werden. Wie ich aufgrund meiner Gefühle handle und meinen Partner behandle, das widerum halte ich für sehr wichtig.
Was natürlich reinspielen dürfte, ist diese große Erschütterung, die eure Ehe erst kürzlich erfahren hat. Das hat dich sicher ein gutes Stück Liebe und Urvertrauen in diese Ehe gekostet.
Ich behaupte jetzt auch einfach mal, dass du noch gar keine Möglichkeit hattest, wirklich zu durchspüren, was das warum für dich bedeutet. Und jetzt ist da jemand, der dir scheinbar mühelos dieses Urvertrauen, die Leichtigkeit, den Zauber zurückgeben kann.
Hier sehe ich die Projektion.
Na gut, ich glaube hier fehlt etwas der rote Faden. Ich hoffe, du kannst trotzdem was damit anfangen.