Zitat von Lukrethia: as was ihr hier macht, nämlich dieses "ach reiß dich doch mal zusammen, das ist doch normal, hat doch jeder bei Liebeskummer" - also das Bagatellisieren einer Krankheit - usw. Ist übrigens Gift für jeden Depressiven. Kann man in jedem Angehörigenratgeber nachlesen.
Ob Ex-Mitglied nun wirklich depressiv ist, wissen wir nicht. Aber er meint, er braucht Unterstützung.
Naja, dann soll er sie sich eben suchen und nehmen. Ob es was hilft, denn die Tatsache des Trennungschmerzes ist ja dennoch da, wird man sehen.
Ich bin älter als viele hier und ganz anders aufgewachsen. Ich wurde nicht ständig von den Eltern überwacht und betütelt, wir wurden auf der Straße groß unter Freunden. Und da lernten wir auch wie man Konflikte austrägt, sich wieder verträgt usw. Wir erzogen uns quasi gegenseitig. Meine Eltern wussten oft nicht, wo wir wieder unterwegs waren. Es juckte keine, solange wir abends wieder dahiem waren.
Vor einiger Zeit sagte mein Vater, er wusste nicht, dass wir uns gerne in dem Wald, der einige Hundert Meter weiter beginnt, rumtrieben. Wir waren oft dort. manchmal auch nur zu dritt. Drei Mädchen, die an einem Bach spielten, was man von der Straße aus sehen konnte. Es passierte nie was, aber heutzutage ist so was nicht mehr vorstellbar.
Irgendwie macht das härter im Nehmen, dieses Wilde und Freie, wie wir aufwuchsen. Streitereien, Enttäuschungen regelten wir unter uns, ohne dass die Erwachsenen davon wussten.
Das macht - denke ich - robuster, als wenn man heute aufwächst und oft unter "Überbetreuung" durch die Eltern steht.
Was nun besser ist, wer weiß das schon? Aber dass es in jedem Leben Enttäuschungen gibt und geben wird und harte Zeiten, ist vorhersehbar. Ich versuche immer selbst damit klar zu kommen, auch wenn es schwer ist. Und ob mir ein Therapeut da hilft, dem ich mein Herz ausschütte? Er kann es auch nicht sändern und Zuspruch bringt mich auch nicht weiter. Er ändert nicht. Also beisse ich mich allein durch.
Dass psyhische Umbrüche körperliche Symptome hervorrufen, ist nahezu bei jedem so. Selbst wenn man Zitterzustände bekommen sollte, sollte man sie "abzittern", hat zumindest Scheol mal gesagt, wenn ich mich recht erinnere.
Das vergeht alles wieder. Aber dass frühere Generationen härter im Nehmen waren weil sie härter aufwuchsen, erscheint mir sehr plausibel. Ständige Betreuung durch Erwachsene tut einem Kind auch nicht gut, es macht nur unselbstständig.
Zitat von Winza: @Margerite und ihr versteht es einfach nicht, oder? Es ist eine Krankheit. Es ist nicht traurig sein, deprimiert sein, melancholisch sein, ...
Ich glaube schon, dass wir das verstehen. Ich kenne Depressionen von meinem Mann. Aber dass Liebeskummer Appetitlosigkeit, Herzschmerzen, Magenprobleme usw. hervorruft, ist auch klar. Und ob Ex-Mitglied tatsächlich depressiv ist, wissen wir nicht.