Nancy25
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Ich bräuchte mal Eure bescheidene Meinung zu meiner Situation.
Und zwar ist es so, dass ich mich vor etwas über sechs Wochen von meinem Ex Verlobten getrennt habe. Wir haben einen gemeinsamen Sohn (4) und darüber auch das gemeinsame Sorgerecht. Ich bin 25, mein Ex ist 34. Die Beziehung war eine knapp 7jährige On/Off Beziehung, also immer mal wieder von mehrwöchigen Trennungen unterbrochen. In diesen Trennungen hatte ich auch jedes Mal direkt einen anderen Typen, um nicht alleine zu sein, weil ich diesen Zustand einfach nicht ertrage.
Ich muss dazu sagen, dass ich diagnostizierte Borderlinerin bin, mit sämtlichen dazugehörigen Symptomen. Manch einem hier wird dies wohl ein Begriff sein.
Mein Ex ist in diesen Trennungszeiten jedes Mal durch die Hölle gegangen, wie er immer sagte. Vor allem bedingt dadurch, dass ich immer direkt einen neuen Typen hatte, das hat er nie wirklich verarbeitet und verkraftet. Er hat sogar einmal versucht, sich deswegen das Leben zu nehmen. Schon echt heftig. Aber ich finde es auch etwas übertrieben. Ich denke nicht, dass man einen Menschen so sehr lieben kann, dass man sich aufgrund einer Trennung das Leben nimmt.
Also wenn sich jeder direkt das Leben nehmen würde aufgrund einer Trennung, würde ich mir schon Gedanken um den Fortbestand der Weltbevölkerung machen. Da müssen - meiner Meinung nach - noch ganz andere Dinge schief laufen, dass man zu solch einem Schritt bereit ist.
Letztendlich haben wir aber doch immer irgendwie nochmal zusammengefunden und es dann immer wieder miteinander versucht. Aber es hielt dann immer nur für eine gewisse Zeit, bevor es dann wieder auseinanderging. Aus Sicht meines Ex lag es zum Großteil an meiner krankhaften Eifersucht. Gut, ich bin extrem eifersüchtig, gebe ich zu. Und das hat auch regelmäßig zu wirklich extrem heftigen Streitereien geführt. Aber mein Ex wusste das, und anstatt bei mir sehenden Auges immer wieder aufs Neue ins offene Feuer zu laufen, hätte er doch einfach sagen können: "Sorry, es geht nicht mehr". Aber er hat mich wohl abgöttisch geliebt und tut dies wohl immer noch.
Nun sieht es aber so aus, dass die nun aktuelle Trennung wirklich endgültig ist, denke ich. Er ist mir zwar noch lange nicht egal und schließlich ist er auch der Vater unseres Sohnes. Aber wir sind nun mal getrennt. Und auch hier habe ich direkt ein paar Tage nach der Trennung sofort wieder einen anderen Typen kennengelernt. Dieser ist zwar fast 40 Jahre alt und es gibt auch ein paar Dinge, die mich an ihm stören aber es harmoniert doch irgendwie ganz gut und so bin ich zumindest nicht alleine. Da blendet man einfach gewisse Dinge, die einen stören, aus.
Nun ist es so, dass mein Ex nun wegen der erneuten, vermutlich endgültigen Trennung absolut keinen Kontakt mehr zu mir möchte. Er schrieb zuletzt noch wortwörtlich, dass jeglicher Kontakt von mir zu ihm bzw. umgekehrt absolut "tödliches Gift" für ihn wäre und zur Not würde er dies auch gerichtlich durchsetzen. Ich finde das - ehrlich gesagt - etwas kindisch und übertrieben, aber es sind seine Worte. Er hat dies auch schon mit dem Jugendamt besprochen.
Das Problem daran ist nur, dass er natürlich auch unseren Sohn weiterhin sehen möchte und auch soll. Damit mein Ex zu mir absolut keinen Kontakt hat, hat er nun einen Kumpel von ihm beauftragt, zwischen uns zu vermitteln. Das wäre dann so abgelaufen, dass dieser Kumpel von ihm mich anschreibt, mit mir dann die Besuchszeiten im Auftrag von meinem Ex abspricht und dieser Kumpel holt dann unseren Sohn ab und bringt ihn zu meinem Ex. Das Ganze dann auch umgekehrt.
Der Kontakt zu diesem Kumpel hat als solches auch funktioniert, nur musst dieser kurzfristig berufsbedingt einspringen, so dass es nicht zu einer Übergabe des Kleinen gekommen ist, was mich natürlich sehr verärgert hat. Gut, mein Ex konnte nichts dafür, aber ich habe mich natürlich darauf eingestellt, dass die Zeiten auch eingehalten werden. Mein Ex hat unseren Sohn mittlerweile seit der Trennung, also seit über 6 Wochen nicht mehr gesehen. Und es ist auch nicht abzusehen, wann er ihn überhaupt das nächste Mal sehen wird.
Und jetzt zum eigentlichen Punkt.
Sein Kumpel schrieb mir, dass er sich wohl demnächst, sobald ein Termin frei ist, in einer psychiatrischen Klinik stationär aufnehmen lassen wird. Er ist wohl wirklich vollkommen am Ende, kommt mit der Trennung und vor allem mit der Tatsache, dass ich einen neuen Partner habe, überhaupt nicht klar, er zerbricht wohl förmlich daran. Sein Kumpel schrieb mir, dass mein Ex nur noch ein Haufen Elend wäre, komplett zerfallen, nicht mehr wiederzuerkennen, etc. Also schon sehr krass. Er würde mich und unseren Sohn unendlich vermissen und es zerfrisst ihn einfach, dass ich ihn mal wieder so durch einen anderen Typen "ausgetauscht" hätte.
So, weiterhin hieß es dann, dass mein Ex in der Zeit der Therapie, die bis zu 3 Monate dauern kann, auch unseren Sohn nicht sehen wird. Allerdings verstehe ich das nicht. Soweit ich weiß, ist man bei einer stationären Therapie zumindest an den Wochenenden zu Hause. Was spricht also dagegen, dass er an diesen freien Wochenenden unseren Sohn zu sich nimmt?
Mein Ex hätte dies wohl so erklärt, dass er unserem Sohn nicht zumuten will, einen vollkommen gebrochenen Vater vor die Nase gesetzt zu bekommen. Er möchte stark sein für ihn, und das wäre er momentan absolut nicht, ganz im Gegenteil. Ich finde das aber wirklich sehr schwach von ihm. Ok, es mag ihm zwar nicht gutgehen, soweit d'accord. Aber ich finde, er könnte sich schon etwas zusammenzureißen und unseren Sohn weiterhin sehen, wenn er ihn doch so sehr vermisst, wie er sagt. Das widerspricht sich doch. Oder möchte er, dass sich unser Sohn von ihm endgültig entfremdet, wo er ihn ja sowieso schon seit über 6 Wochen nicht mehr gesehen hat?
Meine Fragen nun an Euch?
1. Könnt ihr das Verhalten und Handeln meines Ex generell nachvollziehen? Oder findet ihr es ebenso übertrieben wie ich?
2. Im Speziellen: Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es meinem Ex wirklich so extrem dreckig geht, dass er es nicht mal schafft, für unseren Sohn stark zu sein, und ihn an den freien Wochenenden während der Therapie zu sich zu nehmen?
3. Mein Ex wird wohl nicht daran vorbeikommen, irgendeinen Kontakt zu mir halten zu müssen, sollte mal irgendwas mit unserem Sohn sein. Eine gewisse Kommunikation muss da einfach vorhanden sein, das sagt auch das Jugendamt. Kann man ihn also dazu "zwingen"? Und würden ihm Konsequenzen drohen, wenn er den Kontakt zu mir konsequent verweigert, in jeglicher Form?
4. Ist es unserem Sohn überhaupt noch zuzumuten, seinen Vater in solch einem Zustand zu sehen? Also, selbst, wenn er dann irgendwann die Therapie beendet hat, ist das ja keine Garantie dafür, dass es ihm danach besser geht. Sollte dann ein Umgang nicht besser erstmal begleitet stattfinden, bis sichergestellt ist, dass mein Ex psychisch wieder gefestigt ist?
Ich bitte um Eure Meinungen, Hilfe und Antworten.
Lieben Dank im Voraus
Nancy
