kuddel7591
Gast
Zitat von Lavendel75:Ich bin schon beim Psychiater und nehme seit vielen Jahren Antidepressiva... die Depression ist jetzt durch diese Geschichte wieder akut. Nehm auch schon Tabletten.
Ich will nur dass ich diesen Mann vergesse.. er war nicht gut für mich und dennoch verzerre ich mich nach ihm.
ICh habe die letzten Tag nur geweint.. heute geht irgendwie nichts mehr. So langsam kommt eine Erkenntnis, aber die schmerzt natürlich auch so sehr.
Ich würde so gerne mit ihm schreiben...
Aber mein wirkliches Leid ist zu Ende... das Warten, ihn vermissen, auf eine Nachricht warten, seine Liebesbekundungen aufzusaugen... ich bin eigentlich frei... dennoch tut es so weh...
Ich hoffe so sehr auf die Zeit, aber mir geht es schlecht... kann mich zu nichts aufraffen... Ich wünsche mir so sehr wieder Glück in meinem Leben....
@ lavendel75
Diese Täler zu durchlaufen - das gehört schlichtweg dazu. Das ist vollkommen normal - egal wie intensiv med. Betreuung und/oder Medikation begleitend ist.
Immer im Hochgefühl des Lebens zu sein - das nimmt krasse Formen an, wenn Nackenschläge erfolgen. Nackenschläge sind nie vorhersehbar....und sind richtig schmerzhaft, wenn sie erfolgt
sind. Niemand ist davor gefeit. Es nutzt kein "predigen", immer positiv zu denken - "Leben" IST
nun mal nicht immer positiv! Von jemand - in welcher Form auch immer - abhängig zu sein, erhöht
das Risiko. Niemand weiß, wie der Andere mit etwas umgeht. Niemand kann vorher einschätzen,
ob es "immer so" weitergeht.
Klar vermittelt Zweisamkeit ein Hochgefühl...aber das ist nie "Dauerzustand". Es gibt ganz normale
Hochs, wie es völlig normale Tiefs gibt. Gefühle und Emotionen "plädieren" immer für ein Hoch - "Ratio" macht dem oft einen Strich durch die Rechnung.
Hochs zu ER-leben - Tiefs zu DURCH-leben....das sind Dinge des ganz normalen Lebens-Wahnsinns. Zu leben, heißt, Leben zu erfahren...das kommt nicht von allein auf einen zu. Die Palette "Leben" ist breiter aufgestellt...und das wird meist bewusst/er, wenn die Breite erkannt
wird. Klingt doof... ich weiß.
Vorletzte Woche bekam ich eine erneute med. Diagnose, die mir die Füße wegriss. Letzte Woche wurde ich ambulant operiert. Es nutzt nichts, sich den Fakten zu widersetzen - an der Diagnose ändert sich deshalb nichts, die Folgen werden nicht milder. "Augen zu und durch" - das geht nur bedingt. "Durch" zu wollen....ja - zu welchem Preis?! Den Willen zu haben, "durch" zu wollen - mit allen Problemen, die sich mir in den Weg stellen, hilft mir dabei. Nein...es geht nicht um "Bauchweh", nicht um einen Arm- oder Beinbruch - es geht um Krebs.
Gefühle, Emotionen, Befinden, "Denke", Handeln - es lässt sich nicht alles auf einmal regeln. Step
by Step....und mit Willen, Disziplin, Mut, Energie, viel Kraft, um Ratio ein bisschen mehr Beachtung zu schenken...ich weiß, wovon ich rede. Nein... Mitleid und Bedauern sind bei mir am falschen Platz. Ebenso wie Selbstmitleid! Sich den Tatsachen zu stellen, so bitter diese sein mögen....das ist hart, das ist schmerzhaft, bringt einen zur Weißglut, lässt einen zweifeln und sogar verzweifeln. Aber unterkriegen - niemals!