Liebe Blanca, vielen Dank für Deine Zeilen und die Geduld, dich ich mit mir selbst nicht habe.
Ich setze mich seit meiner letzten langjährigen Beziehung schon damit auseinander. Mein Ex hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und ich bin durch die Hölle gegangen. Das war vor 8 Jahren und damals habe ich angefangen, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen.
Ich habe unzählige Bücher gelesen (auch über Synapsen NLP etc.).
Ich hatte quasi keine Eltern, da hat von klein an das Urvertrauen gefehlt.
Soweit so gut, ich könnte meinen Eltern jetzt einfach die Schuld für meinen Lebensweg geben und mich den Rest meines Lebens als Opfer fühlen. Aber ich will lieber selbst Verantwortung übernehmen.
Ich sehe mich selbst nur teilweise kritisch. Trotz meiner Geschichte bin ich zumindest emontional eine absolut brauchbare Mutter geworden. Wir sind hier ein eingespieltes Team, das auf Liebe und Vertrauen basiert und darauf bin ich auch stolz. Ich kann meinen Kindern das geben, was ich nie hatte und was mir nicht wirklich beigebracht wurde oder vorgelebt wurde.
Der Wunsch, diese Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit zu erfüllen wird halt mit den fortgeschrittenem Alter immer unwahrscheinlicher und unerreichbarer. In den unterschiedlichsten Varianten hab ich immer wieder in Beziehungen gehangen, wo ich den aussichtslosen Kampf um Liebe gekämpft habe, die ich dann doch nie bekam.
Ich bin ein versöhnlicher Mensch, zumindest mit anderen, selbst meine Beziehung mit dem Mann mit der narzisstistischen Persönlichkeitsstörung, mit dem ich ein Kind habe, hatte eine andere Art von Happy End. Wir sind echt gute Eltern und Freunde. Wir helfen und unterstützen uns gegenseitig und unser gemeinsames Kind erlebt gemeinsame Sorge im positiven Sinn. Hätte ich nie gedacht, aber es ist möglich.
Natürlich hast Du Recht, in 100 Jahren interessiert das niemanden mehr, Blanca

, nicht mal meine Kinder, wir sind dann alle schon tot

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Aber bevor ich sterbe, hätte ich gerne noch so ein kleines bisschen trautes Glück in Zweisamkeit. Wobei ich mich gar nicht mehr nach dieser Aufregung sehne. Im Moment eher nach Ruhe und Zuverlässigkeit, viellicht kann ich das nach all dem irgendwann doch noch als erstrebenswert ansehen.
Aila, als Teenie hatte ich gleich so einen Freund, mit dem ich heute noch losen Kontakt habe, der in dieses Raster passt. Nach 3 Jahren on-off Beziheung schwängerte er mit 19 während ich im Urlaub war eine andere. Regelmässig kontaktiert er mich, weil er mich gerne zurückhätte. Aber trennen möchte er sich erst von seiner langjährigen Freundin, wenn ich willig bin.
Ich hab Mitte 20 das erste Kind bekommen. Mein Exmann war keine meiner Katastrophen, er war aber auch keine große Liebe. Als er mich betrogen hat, war ich froh drum, weil er mir Entscheidungen abgenommen hat.
Dann kam eben der Partner mit der Persönlichkeitsstörung.
Und vor der Affäre noch einer, der wohl mein inzwischen geheiltes Helfersyndrom angesprochen hat. Nett, mochte meine Kinder, arbeitslos, depressiv. Meine Geduld mit ihm dauerte 10 Monate....ein paar Monate später traf ich dann beim Kundentermin auf meine Affäre.
Von Angang an hat er mir ganz offen den Hof gemacht. 2 Jahre lang war er zuverlässig, aufmerksam. Bis er sich dann halt mit der Ehefrau versöhnt hat.
Eigentlich hätte mir das nach all den Erkenntnissen und Büchern nicht passieren dürfen. Aber man lernt wohl nie aus!
Aila, das mit den verheirateten Männern in unserem Alter ist einfach eine Altersfrage. Sie fragen sich sicher alle, solls das schon gewesen sein. Der bequeme Weg für die Midlifecrisis ist dann halt eine Geliebte. Der ein oder andere trennt sich auch.