Emma75
Gast
Auch wenn ich ihr Liebe und Ruhe anbiete (was mir nervlich nicht immer gelingt), macht sie mich und ihre kleine Schwester fertig. Sie lässt uns beide nachts nicht schlafen, zerstört Einrichtungsgegenstände, besäuft sich regelmäßig bis zum Koma und kotzt dann überall hin. Auch Dr*ogen hat sie schon konsumiert. Keine Einrichtung kommt mit ihr klar und überall schicken sie sie wegen Überforderung wieder nach Hause.
Bald wird sie 18 und soll mal wieder in eine Wohngruppe für psychisch Kranke gehen - inzwischen weiß ich, dass sie das alles wie immer erst mal ganz toll findet, dann irgendeinen Betreuer oder die Einrichtung zusammenschlägt, alle Regeln missachtet, bis sie wieder hier landet. Auch eine Anzeige wegen Körperverletzung liegt schon vor. Ich bin nervlich am Ende und die kleine Schwester zeigt deutliche Zeichen einer Erschöpfungsdepression. Sie zu betreuen heißt für mich: Keine sozialen Kontakte, denn ich kann nicht aus dem Haus und wenn Freunde kommen, ritzt sie sich sofort.
Keine Hobbies - dann müsste ich ja raus. Arbeiten ist schwierig - geht zwar im Homeoffice, aber sie hat keinerlei Verständnis dafür und unterbricht Video-Konferenzen nur um z.B. zu fragen, wo ein Radiergummi ist.
Die kleine Schwester darf keine Freunde treffen (da droht die Große mit Selbstmord), nachts muss sie sie "belustigen" - wenn ich dazwischen gehe kommt es zu Szenen mit Polizeieinsatz. Die Kleine hat dadurch einen totalen Schlafmangel.
Ja, ich denke auch darüber nach, dass ich sie bei dem nächsten Rauswurf einfach nicht mehr aufnehme. Ich liebe mein Kind, aber ich liebe auch mein anderes Kind und sehe, dass hier drei Menschen vor die Hunde gehen und ihr nicht mal dabei wirklich geholfen ist. Und ja, das klingt wirklich grausam und würde mir das Herz brechen.
Deshalb kann ich zwar nichts wirkliches raten aber verstehe das Dilemma.
Das einzige was mir bei dem Post negativ auffällt ist die eindeutige Schuldzuweisung an die Mutter! Das stört mich deshalb, da mir von meinem ExMann und seiner Familie auch die alleinige Schuld für den Zustand meiner Tochter zugewiesen wird. Eine Mutter, deren Kind derart durchdreht, hat wahrlich Sorgen genug und macht sich sehr viele Vorwürfe (ich jede Nacht), aber ich finde nicht, dass es besonders hilfreich ist, wenn jeder Unbeteiligte sofort zu wissen glaubt, dass man das Kind misshandelt, nicht geliebt, nicht erzogen oder sonst wie grob fahrlässig gehandelt hat.
Ich habe viele Fehler gemacht und war oft mit diesem wirklich von Anfang an unglaublich schwierigen Kind überfordert, aber ich habe nie böswillig oder aus einer Null-Bock-Einstellung gehandelt, sondern mich immer mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung standen, um mein Kind gekümmert und früh Hilfe von außen gesucht.
Auch eine Mutter hat Grenzen der seelischen Belastung - das wird immer mal gerne vergessen.
