Hallo alle zusammen,
erst mal Danke, für die vielen Antworten und Diskussionen. Hätte gar nicht erwartet, dass so viele Meldungen kommen

Allerdings bin ich doch verwundert, was da teilweise geschrieben wird...und wie der eine oder andere hier mich offensichtlich "analysiert"
z.B.: ->"man merkt, es ist nicht dein Kind. Wenn es dein eigenes Kind wäre, hättest du da wohl etwas anders zu denken und zu fühlen."
Ja, ich habe nur einen Umriss von der Situation geschrieben, es wäre ansonsten ein ganzes Buch geworden. Meine Frage ja auch ob jemand Erfahrungen mit radikalter Akzeptanz hat, nicht ob ich/wir alles richtig gemacht haben.
Fakt ist: ich kenne den Sohn meines Lebensgefährten seit Grundschulalter und habe ihn ganau wie meine Tochter behandelt, Kindergeburtstage ausgerichtet, bei Krankheit versorgt, mit ihm Hausaufgaben gemacht und gelernt, er war selbstverständlich in meine Familie integriert, wir hatten tolle Urlaubsreisen und Spieleabende usw. und das über Jahre. Die Veränderung von ihm war schleichend, aber erkennbar und schwer aufzuhalten. Ab einem gewissen Punkt musste ICH immer mit der Ablehnung der Ex-Frau/Mutter kämpfen, sie war eifersüchtig weil wir uns gut verstanden haben und dann gings los dass sie ihrem Sohn sagte: die hat dir nix zu sagen, die Wohnt in unserem Haus..Mein Fehler war, dass ich da nie ein Fass aufgemacht habe, dachte ich will gerade WEGEN dem Sohn keinen Streit, war ein Fehler denn dadurch wurde er manipuliert, hat da auch gut mitgemacht und hat alle gegeneinander ausgespielt. Leider konnten wir uns Erwachsene nicht zusammen setzten und daürber reden, die Mutter hielt sich an keine Absprachen, verhamloste den ersten *beep*, tolleriert Alkohl, ließ ihn mit 12 Jahren bis nachts weggehn usw. es nahm seinen Lauf...aber wer denkt, ja dann sucht euch doch Hilfe beim Jugendamt oder. Kinderpsychologen, Dro. usw, und meint, wir/ich hätte da versagt, hat - ich kann nur sagen zum Glück - da wohl wenig Erfahrung mit. Wenn ja, seid froh! Ich bin bedient mit diesen "Institutionen", wir haben verzweifelt um Hilfe gebeten, das Jugendamt hat seine -später- vom Gericht festgesetzten Termine abgefrühstückt, (sein Sohn ist inzwischen - ich muss es so sagen- gewieft und kamm aus der Dro. raus mit: ich hab denen erzählt was sie hören wollten und die lassen mich jetzt in Ruhe) wir wollten Dro. damit sie uns glauben in welcher Gefahr er ist aber sowas ist nur mit richterlichem Beschluss möglich und die Dro. sagte uns, ja in dem Alter probieren sie alles aus. Das war zu einem Zeitpunkt als er schon monatelang nicht in die Schule ging, in der Schule mit Joints erwischt wurde usw. er dealt das weiss hier jeder. Es gab einen Polizeieinsatz weil er bei seiner Mutter die Haustüre aufgebrochen hatte sie bedrohte, dabei wurden Dro. gefunden und bis zur Gerichtsverhandlung dauerte es 1 Jahr, vollzug der Strafe (Jugendarrest) dann nochmal 1 Jahr...und in der Zwischenzeit ist noch etliches andere passiert. Da kann man die Justiz leider nicht mehr für voll nehmen - und der Sohn sowieso nicht. Wir kannten inzwischen alle Polizisten in unserer Gegend, die waren auch frustriert das dies im Allgemeinen so ist - die angagierten Polizisten wollten was bewegen, und dann dauerte es bis die Justiz reagiert. Er hat mit 16 mehrere Autos via Ebey gekauft und vor ort abgeholt - also ist vor der Haustüre weg gefahren (wusste wir nicht, waren im Wald geparkt) und fuhr damit rum. Es gab nur 2 Polizisten, die wirklich versuchten ihn im alter von 15 irgendwie noch auf die Spur zu bringen. Die kamen freiwillig zu uns und haben versucht mit ihm zu reden...hat nix gebracht. Also Hilfe von Behörden gab es nicht wirklich...es gab sogar die Aussage vom Jugendamt, warten sie bis er 18 ist, dann ist er selbst verantwortlich. Also wenn einer sagt, ich hätte mich nicht bemüht, oder kein Empfinden der liegt da falsch Ich bin da nicht gekränkt über diese Komentare, aber vielleicht sollte der eine oder andere mal überlegen sich vorschnell ein Urteil zu bilden.
Zu mir: ich bin in den 50iger, habe - nachdem der Vater mich in der Schwangerschaft verlassen hat - meine Tochter alleine gross gezogen, bin immer arbeiten gegangen, sie hat ein Studium abgeschlossen und dieser Weg war bestimmt nicht einfach. Also ich denk ich steh im Leben und kann gerade aus denken....
Meine Entscheidung mich von seinem Sohn abzuwenden ist - das muss ich so sagen - ist reiner Selbsterhalt. Wir sind an einem Punkt, da geht es einfach nicht mehr. Wenn du über die letzten mindestens 3 Jahre, ständig die Polizei vor der Tür hast, als er noch bei uns wohnte roch das ganze Haus nur nach Ha. und das morgens um 6.00 Uhr, die Toiletten ware (sorry) jeden Tag "zugeschissen", er hat nachts den Kühlschrank ausgeräumt, mir meine Unterwäsche geklaut und die Bilder mit Freunden per Handy geteilt, Lügengeschichten erzählt ich würde ihm das Essen einteilen usw...da kannst du irgendwann nicht mehr. Ja, wir haben mit ihm geredet und gesagt, dass wir so nicht weitermachen können und doch versuchen wollen, unter einem Dach miteinander auszukommen, ihm Hilfe zu geben und wir das gemeinsam irgendwie hinbekommen. Und wenn dann kommt: he Alte, perpiss dich du *beep*, du hast mir nix zu sagen, dann ist gut. Sein Vater hat das Verhalten mir gegenüber nicht toleriert, mit ihm gesprochen - hat nix genützt. Als er ausgezogen ist, war mein Mann so fertig, dass er nicht im Stande war das Zimmer aufzuräumen. Es war eine Messibude - ich hab mehrere mit Urin gefüllte Wasserflaschen aus dem Zimmer - er hat mal seiner Mutter diesen Inhalt in ein Glas gefüllt und sie dachte es wäre Fanta...
Warum das alles so gekommen ist, dafür gibt es an einigen Stellen im Leben einen Grund - es gibt Fehler, die kann man vermeiden, und es gibt Fehler, bei denen erkennt man erst später wie fatal sie waren und mann hatte aber keinen Einfluss darauf weil er von einer anderen Seite kam...Dro. spielen eine ganz große Rolle denn dann kam der richtige Abstieg...Sucht kommt von siechen und so ist es.
Mir tut es in der Seele weh, und wir haben viel geweint, dass der Sohn so ist wie es ist. Das wir ihm nicht helfen konnten, denn in seinem Inneren ist er krank - das ist uns klar... Und dass alle Bemühungen ins leere gelaufen sind...
Vielleicht habt ihr jetzt einen Einblick in die Geschichte bekommen - ich hab ja auch fast einen Roman geschrieben - bitte denkt mal daran, wie schnell man sagt: ja die haben sich nicht richtig Bemüht, es fehlt das Verständnis, ist eine Stiefmutter....is aber nicht so. Unsere Beziehung stand auch auf der Kippe, nicht wegen Liebe oder Verständnis, nein mein Mann wollte das auch nicht mir und meinem Kind zumuten. Ich hab 1 Jahr eine eigene Wohnung gemietet, dass wir wenn es ganz schlimm war flüchten konnten....und wir wollten als Paar für uns auch für den Sohn nicht aufgeben...aber es gibt einen Punkt, da geht das nicht mehr ...es kam von seinem Sohn bis heute immer nur: ja ab morgen wird alles anders, selbst die Briefe aus der JVA waren genau so und nix hat sich geändert...
Das was kommt wird unendlich schwer, denn es bleibt immer der Sohn und es ist völlig normal wenn du weisst, dass es anders sein könnte, wir schlagen ihn ja nicht, er könnte bei uns oder mit uns leben. Er will es aber nicht bzw. kann es nicht.
Ich lese den Text jetzt nicht mehr durch, das Thema wühlt in mir.
Also urteilt bitte nicht überschnell, vieles was ist, sieht man nach aussen nicht ...
einer hat geschrieben: der Sohn tut mir leid...in bezug wie wir mit ihm umgehen. Ich denke das ist nicht fair uns gegenüber - aber mir tuts für den Sohn auch leid...er will sich nicht helfen lassen und er ist im Grunde der Verlierer weil er momentan sein Leben und seine Zukunft verliert...aber nur ER kann sich ändern, Hilfe hat und würde er auch jetzt noch bekommen...
Nochmal danke für eure Beiträge und wenn jemand eine ähnliche Geschichte hat freu ich mich über eine Meldung,
Tschau, Susi Sorglos...
...wenn du über einen langen Zeitraum so lebst, scheint es normal - mit Abstand betrachtet, ist es völlig unnormal....