Westi
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@ Angelita
Genau das ist ja der Punkt, der mich so stutzig macht: Seit knapp drei Monaten zusammen, Wochenendbeziehung und dann auf Abstand gehen? das ist mir eigentlich auch eher ein Rätsel. Für Unsicherheit spricht der Chat zwischen uns und die rar gewordenen Telefonate (auf ihre Bitte hin). Dagegen spricht die Tatsache, dass die Telefonate immer sehr offen, glücklich und problemlos geführt werden. Wie immer - keine Änderung in Sachen Ausdrucksweise, Stimme oder dem Gesagten zu erkennen. Wir lachen, machen Witze am Telefon, ziehen über gemeinsame Freunde her aus Spass. Aber es wird auch irgendwo an die Zukunft gedacht. Wenn ich sage "Dies oder das müssten wir auch nochmal machen" kommt von ihr "Auf jeden Fall!" und sie klingt begeistert. All diese Dinge stehen zueinander im Widerspruch, was die Sache so verdammt schwer zu interpretieren macht.
@ Uli
Nuja, für seine Gefühle kann man ja nichts. Entwickelt haben die sich dadurch, dass ich mit ihr oft zusammengesessen und geredet habe nach unseren Trennungen. Da wusste ich, dass ich mehr für sie empfinde. Auch für mich war es merkwürdig, dass es so schnell wieder funkt.
Jedenfalls war ihr klar, dass da etwas zwischen uns ist, das über Freundschaft hinaus geht. Und das wollt sie untersuchen, indem sie sich mit mir auch immer mehr privat verabredet hat.
Die Trennung selbst habe ich verarbeitet...darüber bin ich hinweg.
Wo ich dir aber recht geben muss ist die Einschätzung meiner Unsicherheit. Ja, die strahle ich aus aber die kannte sie schon, bevor wir zusammengekommen sind. Ich bin Pessimist, bin mir meiner Stärken nicht immer bewusst und muss diese erst von anderen vorgehalten bekommen. Aber wie gesagt: Das weiss sie und da wir während einer Weiterbildung auch das Modul "Selbstmarketing" bzw. "Stärken- und Schwächenanalyse" hatten, weiss sie, dass ich damit auch offen umgehe und daran arbeite.
Das hat sie aber nicht gestört - zumindest nicht daran gehindert, mehr aus unserer Freundschaft zu machen.
Ja, ich bin ein Beziehungsmensch. Andere sehen eine Beziehung vielleicht als schmückendes Beiwerk zu Job, Sport und Freundeskreis. Für mich ist eine Beziehung mehr wert als all das. Dafür kann ich nichts, das ist so in mir drin. Und das abstellen zu wollen, erfordert Zwang und macht mich nicht authentisch. Unabhängiger zu werden ist nicht falsch, keine Frage. Aber ich kann es nicht leugnen, dass ich an einer Beziehung arbeite und versuche, diese auch zu halten. Nicht um jeden Preis, denn in die Ecke drängen, beleidigen oder ausnutzen lasse ich mich nicht.
Es muss auf Augenhöhe passieren - ein Geben und Nehmen. Mal gebe ich die Richtung vor, mal sie. Mal koche ich abends, mal sie. Mal habe ich einen Abend für uns geplant, mal sie. Es wechselt sich ab.
Ich weiss nicht woran es liegt, dass wir uns so gut verstehen und oft einer Meinung sind, was bestimmte Sachen angeht. Vielleicht weil wir beide Studiert haben? Weil wir gleich alt sind? Weil wir beide gescheiterte Beziehungen hinter uns haben? Weil wir beide eher ruhige Typen sind, die nichts darum geben, was andere von ihnen halten? Ich habe keine Ahnung: Es passt einfach nur und genau darum ist die aktuelle Situation so schwer einzuschätzen.
