Guten Abend Ex-Mitglied!
Zitat:Leider muss ich von Zeit zu Zeit die Fenster öffnen, dann höre ich ihn, dieses Geschrei, das Stöhnen, die Hilferufe. Ich schreie hinunter, dass er still sein soll und dass er selbst Schuld ist an dem was ich tat und jetzt unterlasse, dass er wertlos ist, eine verabscheuungswürdige Kreatur und dass ich ihn zutiefst verachte und hasse, weil er mich dazu gebracht hat zu dem zu werden was ich jetzt bin. Fenster zu.
Nach einer Weile kommt mir die rettende Idee. Ich ziehe einfach weg. Weg von dieser Stadt, dieser Strasse, dieser Wohnung und all dem schrecklichen, was ich hier erlebt habe. Dann muss ich nie wieder hinsehen, nie wieder hinhören und nie wieder kann mir der böse Mensch etwas zu Leide tun.
Nach all den Jahren des Elends endlich, ich konnte mich befreien. Alle sind stolz auf mich. Sie sagen ich müsse mich nun selbst lieben. Ich sage "ja ich liebe mich" - das fühlt sich merkwürdig an, alles Spätfolgen der Dinge, die mir der böse Mensch grundlos angetan hat. Aber es geht jeden Tag ein wenig besser, das sagen die anderen. Ich habe mir nicht erst die Mühe gemacht und überprüft, ob das auch wahr ist. Wozu? Beim letzten Mal hatten sie schliesslich auch Recht, die wissen eh besser was ich in Wahrheit fühle. Die sagen es ist richtig. Ich bin richtig. Ich bin im Recht. Ich bin gut! Ich liebe mich selbst!
genau so empfinde ich nicht Ex-Mitglied.
Ich sehe mich icht als Opfer, ihn nicht als den Bösen, der mir das Leben zur Hölle machte usw.
Ich habe echt meinen Frieden mit ihm und trage ihn im Herzen. Und wir haben mittlerweile auch miteinander Frieden geschlossen.
Nur klappte es einfach nicht mit uns und ich war einfach nicht mehr glücklich mit ihm. Es war irre anstrengend. Das heißt nicht, dass ich ihn für komplett falsch und mich für total richtig halte. Es war eine Dynamik zwischen uns, die wir beide nicht verstanden und auflösen konnten.
Ich halte in solchen Fällen Funkstille oder auch das Ende einer Beziehung für sinnvoll, um mal Abstand zu gewinnen und wieder zu sch zu kommen. Und in meinem Fall ist es so, dass mir einfach nicht mehr nach einer Beziehung mit ihm ist, obwohl ich ihn noch lieb habe und genau weiß, was ich an ihm schätze.
Zitat:Wenn ich zu Dir sage, Du bist eine verantwortungslose, bösartige, hässliche, abstoßende und wertlose Schlam***, dann weisst Du eigentlich dass das nicht stimmt. Dennoch verzichtest Du auf emotionale Barrieren, bist je nachdem von wem das gesagte wurde verletzt, gekränkt, gedemütigt. Du fühlst dich elend und gibst mir die Schuld daran. Aber ist das fair? Warum fühlst Du was nicht wahr ist? Warum hast Du diesen Volltreffer angenommen? Weil Du zutiefst glaubst, dass ich Dich liebe und wenn ich das wirklich tue, dann könnte/dürfte ich das niemals sagen? Bist Du Dir da so sicher?
ich hab mich nichtmal elend gefühlt, aber es gab einige Momente, da war ich tief unglücklich.
Ich denke schon, dass eine Beziehung einem ein gutes Gefühl geben sollte, irgend etwas, das einen bereichert, sonst führte man sie nicht. Ich freunde mich auch nicht mit Menschen an, die mir nichts sagen, nichts geben, nichts zum klinge bringen. Deswegen sind sie natürlich nicht schlecht.
Ich sehe es so Ex-Mitglied: es geht nichtmal um einzelne Verletzungen, Taten. die ich sooo abscheulich finde und niiemals verzeihen kann. Mir fehlt das Nachtraggen. Ich rege mich auf, explodiere, oder weine und dann ist gut. Sondern ich sah, dass wir zum Schluss fast nix anderes mehr machten, als wie bekloppt zu diskutieren. Du bist so und so, Du so. Es hörte nicht auf. Ich möchte aber meine Zeit gemeinsam mit meinem Liebsten verbringen, indem wir uns etwas anderem widmen, was auch immer es sei. Dieses ineinander verbissen sein, diese vielen Mails, in der er mich tiefenspychologisch pathologsierte, geben mir einfach nichts. Nichts dagegen, dass man sich auch mal mit seinen Schwächen, Defiziten auseinander setzt, aber für mich bedeutet Beziehung und Freundschaft erstmal eine grundlegende Annahme des anderen und dann auf dieser Basis gemeinsames tun, denken, lieben, das nicht ständig den anderen oder mich im Fokus hat. Das Reden über die Beziehung kann für mich nicht Inhalt einer Beziehung sein.
Gerade das, was ich mir wünschte, war lange Zeit mit meinem Ex möglich und u.A. deswegen wollte ich ihn: wir schauten uns die Natur an, Malerei, er spielte Klavier, ich las, wir blödelten herrlich herum!

usw. Ich genoss das sehr. Dann kippte es und er wollte jede Faser meines Wesens und Lebens verändern. Bis hin zu meiner Wohnung. Meiner Familie, meinen Freunden, meinem Körper usw.
Auch deswegen spüre ich heute keinen Groll oder so mehr, aber es nervte mich schlicht und ergreifend und gab mir nix.
Und natürlich müssen weder Freunde, noch mein Liebster mich allumfassend toll finden. Ich habe mir gerade liebevolle Kritik meiner engsten Freundin angehört und sie angenommen. Aber Tagein Tagaus zu hören, dass
alles an mir falsch sei- ich wüsste nicht, warum ich so meine freien Stunden zubringen sollte.
Ich habe zum Schluss einfach gar keine Resonanz mehr gespürt, weder positive, noch negative. Es war, als schriebe, spräche ein Fremder.
Also klar, natürlich tut Liebe auch manchmal weh. Das ist kein Grund, eine Beziehung abzubrechen. Aber ich brauche dennoch einen Grund, eine Beziehung zu führen
Und der war für mich nicht mehr vorhanden.
p.s. offen bleibt für mich die Frage, warum es so kippte.