Zitat von victim_reloaded:Herzlichen willkommen im Forum!
Höchstwahrscheinlich wirst Du hier auch Möglichkeiten finden, Dich über Deine Problematik auszutauschen.
Erst mal: Danke für die nette Begrüßung!
Familie ist wirklich ein schwieriges Thema. Für mich waren die sozialen Zwängen nie ein problem; ich finde sie oft unlogisch und dementsprechend fällt es mir extrem schwer sie einzuhalten. Das führt dann aber auch dazu dass mich Narzist (und solche die es sein wollen) prinzipiell auf dem Kicker haben.
Ich bin gegangen weil der Umgang mit meinem Eltern (sobald sie merkten es geht mir nicht gut oder dass ich mal nicht so fitt bin) einen enormen Stress ausgelöst haben. Ich habe Abstand und Sicherheit gebraucht und deshalb nie ein schlechtes Gewissen gehabt.
Meine Meinung zur Familie ist schwierig. Es gibt (ich meine seit 2000) das Gesetzt das Kinder das Recht auf eine gewaltfrei (sowohl körperlich als auch psychisch) Erziehung haben. Psychische Gewalt bei Kinder kann zwar kaum vor Gericht nachgewiesen werden, aber es ist schon mal ein Ansatz in die richtige Richtung. Ich habe auch einige Zeit überlegt ob ich gerichtlich gegen meine Eltern vorgehen möchte, hab es dann aber wegen 'nicht beweisbar' sein gelassen.
Kinder sind wirklich in der Familie zu wenig geschützt. Das Hauptproblem sehe ich aber darin dass verantwortliche wegschauen. Ich hab selbst ein Kind, dass ich letztes Jahr an einem Grippenspiel habe teilhaben lassen. Kurzgefasst: Der Leiter hat alle Helfer und Eltern sehr herablassend behandelt und beim Grippenspiel gab es eine Hirtin in lasziefer Pose (Goldkind) und meins hatte den Schlampenluck (schwarzes Schaf). Ich war danach bei der Pfarrerin und habe auch einige E-Mail geschrieben. Was mich aber wirklich entsetzt hat: Die Kirche war Randvoll und alle haben am Schluss geklatscht!
Natürlich wähnen sich Narzisten undurchschaubar wenn sie mit einer so billigen Nummer durchkommen. Kinder sind nicht gut im verstellen, Erwachsene die hinschauen bekommen alles mit.
Wieso ich die Familie schwierig finde: In jeder Familie gibt es Leute die man nur aushält weil sie dazugehören (Helferkomplex sind in meinem Umfeld Sowas von verbreitet...) . Da muss man eindeutig Selbstschutz betreiben.
Auf der anderen Seite hat man irgendwann kaum noch Leute um sich die einen seit der Kindheit kennen. Manchmal brauch man diese Leute um zu verstehen wie stark man sich verändert hat. Und, Weihnachten haben wir mit drei meiner Tanten gefeiert, es ist schön wenn die Familie den selben Humor hat und genauso direkt ist. Die eigene Kommunikation ist sehr stark von der Familie geprägt, es tut gut einen Teil seines eigenen Verhaltens bei anderen Beobachten zu können.
Was mich zur Zeit beschäftigt ist, das ich gegangen bin bevor ich von meiner Familie als Erwachsen behandelt wurde, es gibt einige Themen die ich gerne ernsthaft besprechen würde.
Ich hab ja gerade schon erwähnt, dass ich Kontakt zu meinen Tanten habe. Bis jetzt haben wir das so geregelt dass meine Eltern dann einfach kein Thema sind. Jetzt muss ich wenn ich das Thema anschneiden ja sehr vorsichtig sein was ich sage, sonst kommt der 'fast kann gar nicht sein das sie so schlimm sind ich hab ja nichts gemerkt' Schuzzreflex.
Hat jemand damit Erfahrung?
Wenn ich zu heftige Sachen erzähle werde ich angezweifelt, ich weiß nur noch nicht was 'zu heftig' ist.
Und dann werden sie sich in letzter Zeit nicht gerade schmeichelhaft über mich geäußert haben...
Wahrscheinlich hängt das auch vom Bildungsstand ab, jemand der weiß was ein Narzist ist kann sich meist auch vorstellen das es ihn gibt. Wenn ich allerdings bei Adam und Eva anfangen muss: na dann gute Nacht.
Eine Frage an victim_reloaded. Persönlichkeitsstörung, würdest du das als gefühlte schwarzes Loch im eigenen selbst beschreiben?
Ich hab das Buch übrigens bestellt!
Gruß
Teetasse