So habs gefunden:
"Jeder kennt diese Zeitgenossen: Sie kreisen meistens nur um sich selbst, andere Menschen interessieren sie kaum. Und noch weniger beschäftigt es sie, was andere von ihnen denken. Narzissten haben ein einseitiges Verständnis von sich und der Welt. Was nicht unmittelbar ihr Denken und Fühlen betrifft, ist ihnen gleichgültig, Mitgefühl Fehlanzeige. Umso überraschender sind die Erkenntnisse von britischen Psychologen, die sie im Personality and Social Psychology Bulletin vom heutigen Samstag veröffentlichen (Bd. 40, S. 8, 2014). Demnach können Narzissten durchaus einfühlsam sein und Empathie empfinden - wenn man ihnen ein wenig auf die Sprünge hilft.
Zunächst erfuhren die Narzissten anschaulich vom Ende einer Beziehung. Doch egal, wie dramatisch die Partnerschaft auseinanderging, die Narzissten konnten keinerlei Empathie empfinden. Das änderte sich auch dann nicht, wenn die Verlassenen in eine Depression verfielen und extrem litten.
In einem weiteren Versuch bekamen Frauen ein zehnminütiges Video zu sehen, in dem eine Frau Opfer häuslicher Gewalt wurde. Nachdem die narzisstischen Teilnehmerinnen aufgefordert wurden, "sich vorzustellen, wie sich die misshandelte Frau fühlt", empfanden sie durchaus Mitgefühl. Narzisstinnen, die nicht dazu angeregt wurden, sich in die Perspektive des Opfers zu versetzen, verharrten jedoch weiterhin gleichgültig vor dem Bildschirm.
Wenn wir Narzissten dazu ermutigen, die Situation aus der Sicht ihrer Kollegen oder Freunde zu betrachten, reagieren sie oft angemessen und sogar sympathisch auf das Leid anderer", sagt Hepper.
Erst vor Kurzem haben die niederländischen Neuroforscher Christian Keysers und Valeria Gazzola gezeigt, dass sogar Psychopathen Mitgefühl beigebracht werden kann ( Trends in Cognitive Sciences, Bd. 18, S.4, 2014). Die Hirnzentren, in denen Mitgefühl und Mitleid verarbeitet werden, sind bei ihnen kaum aktiv, wenn sie Menschen sehen, denen es schlecht geht. Wurden sie jedoch aufgefordert, empathisch zu sein ("Versuchen Sie, zu fühlen, wie es dem Anderen geht"), zeigten sie nicht nur mehr Einfühlung, sondern die entsprechenden Hirnareale wiesen auch die dafür typischen Erregungsmuster auf.
Die Fähigkeit zum Mitgefühl ist nicht in Stein gemeißelt", sagt Peter Henningsen, Chef der Klinik für Psychosomatik an der Technischen Universität München. "Empathie ist auch abhängig davon, ob die Bereitschaft dafür gegeben ist. Das ist eine Frage der Motivation." Vielleicht ist es für eine Gemeinschaft daher sinnvoll, den Selbstsüchtigen und Dissozialen Mitgefühl nahezubringen."
2.
"tiefgreifende Störung der Persönlichkeit, die durch mangelndes Selbstwertgefühl, einer ausgeprägten Empfindlichkeit gegenüber Kritik und einem geringen Einfühlungsvermögen in andere Menschen besteht. Sie kann das Leben der Betroffenen stark dominieren, Stress sowie sehr negative Emotionen verursachen und es können sich psychische Folgeerkrankungen entwickeln. Die krankhafte Ausprägung einer narzisstische Persönlichkeitsstörung zeichnet sich durch ein brüchiges Selbstwertgefühl aus, dass Betroffene durch ein Selbstbild von eigener Großartigkeit, Überlegenheit und Verachtung gegenüber anderen Menschen zu kompensieren versuchen. Viele sind von starken Phantasien eingenommen, die sich um Macht, grenzenlosen Erfolg, Glanz, Schönheit oder auch ideale Liebe drehen. Sie neigen dazu, zu konstruieren und sich nach außen hin als großartig zu präsentieren, überschätzen dabei jedoch oft ihre eigenen Fähigkeiten. Manche glauben, besonders und in vielerlei Hinsicht einzigartig zu sein und nur von anderen «besonderen» Personen oder erlesenen Kreisen verstanden zu werden, berichtet Prof. Dr. med. Peter Falkai von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mit Sitz in Berlin.
Es liegt in der Natur der Störung, dass sich Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung nur selten Hilfe holen. Viele Betroffene verschließen sich vehement vor Kritik an ihren Persönlichkeitszügen. Suchen sie Hilfe auf, geschieht dies oft vor dem Hintergrund, das andere Probleme mit ihnen haben, die behoben werden müssen - nicht aber, dass sie ein Problem bei sich selber sehen. Häufig führen erst Folgeerkrankungen wie eine Depression oder eine Suchterkrankung zu professioneller Hilfe. [b]Bei den therapeutische Maßnahmen steht im Vordergrund, dass die Störung in erster Linie in einem zwischenmenschlichen Interaktionsproblem besteht, das auf Empathie-Mangel, Schüchternheit und Angst vor negativer Bewertung besteht. Das Empathie-Vermögen kann dann beispielsweise durch Rollenspiele erarbeitet werden. Empathie ist wiederum die Voraussetzung, um mit dem Feedback und der Kritik durch andere besser umgehen zu können, [/b]illustriert der DGPPN-Experte. Patienten werden auch darin unterstützt, Veränderungen in ihren Alltagsbeziehungen vorzunehmen, wodurch sie letztlich selbst ihr Alltagsverhalten verändern müssen. "
LG
Ex-Mitglied