@juliet
Das ist ja die Idealvorstellung, die bei Dir eingetreten ist, das freut mich für Dich. Ich verstehe auch was Du mir sagen willst, ich habe aber gerade nochmal einen Text aufgesetzt, den ich weiter unten gleich einfüge. Schau Dir den doch bitte mal durch!
@gin
Ich finde es gut, dass Du dich nochmal mit dem Beitrag beschäftigt hast und das Thema jetzt noch mal etwas objektiver angehst.
Das ich mich als "Betrüger" nicht gut fühle ist ja wohl klar. Der Auszug ist beschlossene Sache, nur unter der abgesprochenen Prämisse, dass es für die Kinder erstmal so weitergeht wie bisher, wir uns extrem bemühen werden, uns nicht ständig zu streiten, wir in den Ferien noch einige Unternehmungen als "Familie" unternehmen werden und ich erstmal wieder einen gesicherten Job habe um mich auch adäquat um die Kinder kümmern zu können ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Seit drei Jahren betreue ich Mittags zwischen 13:30 und 15:30 die Kinder, mache Mittagessen und Hausaufgaben mit Ihen, bis meine Frau um15:30 kommt und ich wieder ins Büro gefahren bin. Das ist eine Situation, die nicht viele Kinder haben und das finde ich auch gut. Da ich selbsständig war/bin bekomme ich kein Geld vom Amt und auch Hartz 4 fällt aus, weil meine Frau ordendlich verdient. Das zum Them Auszug.
Es ist sicherlich nicht glücklich, dass Affärenende, Trennung und Jobsuche in den gleichen Zeitpunkt fallen, aber ich bin ein optimistischer Mensch, der sich ganz gut durchkämpfen kann, zumal ich mich mit Sport (Karate) zur Zeit extrem gut motivieren kann.
Wie ihr seht schreibe ich genau so viel, wie ich mich unterhalte:-)
Ich muss hier nochmal was einbringen, was mir wichtig ist, weil ich es, glaube ich zumindest, wohl aus naivität oder was auch immer nicht ganz verstehen/glauben kann.
Ich bin, wie schon geschrieben, seit 22 Jahren mit meiner Frau zusammen, davor war ich zwei Monate solo, davor war ich 10 Jahre mit einer anderen Frau zusammen, von der ich mich getrennt habe, weil wir privat und auch beruflich von morgens bis abends zusammen waren, was sicherlich nicht die optimale Lösung ist. Zudem lief es die letzten zwei-drei Jahre auch im Bett nicht mehr und wir wollten auch keine Kinder (ich allerdings nur nicht mit ihr, sie vielleicht auch, aber sie hat auch keine bekommen).
Ich habe in diesen 32 Jahren Beziehung die ich bisher gelebt habe, bis zum Februar dieses Jahres, keine Affäre oder sonstige Liebeleien nebenbei gehabt. Und die angesprochenen Affäre bin ich auch erst nach dem Entschluß, mich von meiner Frau zu trennen, eingegangen.
Das nur mal zur Vorabinfo.
Jetzt mein Anliegen:
Als ich S. (meine AF) kennenlernte haben wir uns häufig kurz getroffen, da wir beide wenig Zeit hatten und es auch nur tagsüber ging. Die erste Zeit haben wir uns in öffentlichen Cafes getroffen, uns geküsst und unterhalten, das ging dann tagsüber mit Whatsapp und bis zu 3 x telefonieren täglich weiter. Wir haben uns stundenlang unterhalten, haben gemerkt, dass wir sehr viele gleiche Interessen und Ansichten haben, wir haben beide zwei Mädels in etwa im gleichen Alter, kannten also auch die gleichen Probleme und Freuden.
Dann trafen wir uns öfter in meiner Firma, indem ich zu dem Zeitpunkt schon allein war und hatten nach 3 Wochen den ersten bombastischen S.. Wir waren beide seit Jahren auf Entzug und das merkte man auch. Wir hatten weiterhin täglich Kontakt, vor allem Wochentags, weil am Wochenende die Familie die meiste Zeit einnahm, wir schafften es aber immer, mindestens einmal zu telefonieren, entweder waren wir beide einkaufen (vorher per Whatsapp geplant) oder anders unterwegs. Dann wollten wir mehr Zeit, in der wir ungestört sind, was in unserem Fall vier Stunden waren und die holten wir uns Montags Vormittags in einem Motel, welches Tagesbuchungen anbot. Das war für uns wie das Paradies, das zum körperlichen. Uns ging aber auch nicht der Gesprächsstoff aus und wir telefonierten manchmal abends, wenn ich vom Karatetraining zurück kam und Ihr Mann am weit entfernten Arbeitsort übernachtete, bis zu drei Stunden miteinander.
Was ich damit ausdrücken möchte, ist das der normale Verlauf einer Affäre, ich denke nicht.
Ich glaube ja, dass sich viele vielleicht ein bis vier mal im Monat zum S. treffen und das war es dann, oder liege ich da falsch.
Klar waren wir verliebt, aber ist das wirklich nur das neue, das was man vermisst hat, auch diese fast grenzenlose Kommunikation, die uns auch schon sehr stark in unseren Aufgaben einschränkte, so dass S. auch einige Sachen nicht erledigen konnte, weil sie die Zeit mit mir verbracht hat und bei mir das gleiche.
Für mich und meine Einschätzung der Beziehung war das mehr als nur eine Affäre. Und ihr schreibt jetzt fast alle unisono, dass das für sie nur eine Ablenkung bedeutet hat und ich mich da in was reingesteigert habe, was nicht da ist. Glaubt ihr zu wissen, dass sich S. da nur ein Abenteuer gegönnt hat und dieses Abenteuer auch diese Intensiven Gespräche und diese Momente der Verbundenheit und Vertrautheit beinhaltet haben. Ist das ein typisches Abenteuer und ich Depp interpretiere da Liebe rein?
Hmm, schwierig für mich, das so anzunehmen.
Bin ich wirklich so naiv, dass ich da was sehe, was nicht da ist? Das macht mich schon etwas fertig, weil das meine Idee von Beziehung und Vertrauen in Frage stellt.